März 1848, das Volk begehrt auf: zum ersten Mal wird Berlin Schauplatz einer Revolution. Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft wehren sich gegen das autokratische System des preußischen Kaiserreichs und gehen für Presse- und Meinungsfreiheit, die Schaffung von Parlamenten, die Etablierung einer demokratischen Verfassung und für die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen auf die Straße.

Die Themen der Revolution von 1848 sind weiterhin aktuell. Weltweit, ob im arabischen Raum, der Türkei oder in Russland: Immer noch kämpfen Menschen für die Freiheit der Person und des Wortes, für Demokratie und Menschenrechte. In Europa hat es seit 1989 keine Revolution mehr gegeben. Was haben die Ereignisse von damals eigentlich noch mit uns heute zu tun? Wofür würden wir auf die Straße gehen? Was bleibt vom revolutionären Geist des Jahres 1848? Diesen Fragen soll im Rahmen des Revolutionären Wochenendes am 18. und 19. März 2017 nachgegangen werden.

Samstag, 18.3.2017

Führungen

11 Uhr: »Frauen in der Märzrevolution«
Ort: Friedhof der Märzgefallenen Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin

14 Uhr: »Der Friedhof der Märzgefallenen«
Ort: Friedhof der Märzgefallenen Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin

Gedenkstunden

13 Uhr: Gedenkstunde mit der »Aktion 18. März«
Musik: Robert Blum Chor
Ort: Brandenburger Tor,
Platz des 18. März, 10117 Berlin

15 Uhr: Gedenkstunde auf dem Friedhof der Märzgefallenen
Musik: vorwärts Liederfreunde Ort: Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin
Im Anschluss an die Gedenkstunde auf dem Friedhof der Märzgefallenen besteht die Möglichkeit des Bustransfers zum August Bebel Institut.
Wir bitten um vorherige Anmeldung: anmeldung@paulsinger.de

Abendprogramm

Galerie des August Bebel Instituts
Müllerstr. 163, 13353 Berlin
U+S-Bahf Wedding

17 Uhr: »Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum baucht er was zum Essen, bitte sehr…«
Hunger und Essen in der Revolution
Mit Wam Kat

Hunger ist ein wichtiger Grund, warum Menschen sich gegen die Verhältnisse
aulehnen. Der Revolutionskoch Wam Kat wird als Mitmachaktion eine Kartoffelsuppe kochen. Welche Bedeutung das Essen bei früheren Revolutionen hatte und wie heute über Ernährung diskutiert wird, soll uns hier beschäftigen.

18–19 Uhr: Filmvorführung »Art War« von Marco Wilms

19–20 Uhr: »Die Gedanken sind frei« Medien und Revolutionen 1848 und heute
Podiumsdiskussion mit dem Regisseur Marco Wilms und dem Historiker
Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann

Medien spielen in Revolutionen eine wichtige Rolle. Nur eine Gegenöffentlichkeit kann die Menschen
über politische Missstände, Ziele und Pläne der Revolutionäre informieren und mobilisieren. Rüdiger Hachtmann wird die Medienlandschaft von 1848 vorstellen, im Mittelpunkt die Berliner Zeitungshalle. Marco Wilms setzte mit seinem Film »Art War« der jungen Kunstszene in Ägypten während des arabischen Frühlings ein Denkmal.

20–21 Uhr: »Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun«
Das revolutionäre Lied
Mit Michael Karnetzki, dem singenden Stadtrat

In zahlreichen Liedern wurde die Revolution und die Befreiung besungen. Die Tradition zieht sich vom 19. Jahr- hundert bis in unsere Zeit. Am Beispiel einiger Kampflieder der Arbeiterbewegung wird die Bedeutung der Musik für die Revolution deutlich gemacht.

21–24 Uhr: »Die Verhältnisse zum Tanzen bringen«: Lecture, Performance & Party
Berlin war Schauplatz von Protesten und Revolutionen: 1848, 1918, 1968 und 1989. Der Aufbruch zur Emanzipation, zur Demokratisierung von Staat und Gesellschaft hat in Berlin Tradition. Spielt die Kultur dabei eine entscheidende Rolle? Die Historikerin Susanne Kitschun und der Historiker Ralf Hofrogge reflektieren über die Bedeutung von Revolutionen gestern und heute. Das Willi Münzenberg Forum bemerkt, dass die Russischen Revolutionen 1917 eine neue Jugend begeisterte und neue Künste freisetzten. Mit dem Institut für Widerstand im Postfordismus blicken wir durch revolutionäres Bleigießen in die Zukunft.

Und dann: Party!

Sonntag, 19.3.2017

11–14 Uhr: »Auf zu den Barrikaden!« Szenische Führung zu Orten der Märzrevolution in Berlin
In einer Mischung aus Stadtspaziergang und Theater im öffentlichen Raum begeben wir uns an Originalorte und lassen die Ereignisse von 1848 wieder lebendig werden. Dabei trifft das Publikum auch auf historische Personen wie Ernst Zinna, Generalleutnant von Prittwitz, Alexander von Humboldt oder Adolf Menzel.

Von und mit: Marc C. Behrens, Florina Limberg und Sebastian Teutsch (Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte)

Start: Französische Straße/Ecke Markgrafenstraße (Gendarmenmarkt)

Beitrag: 5 €, ermäßigt 3€

Um Anmeldung bis 16.3. wird gebeten: anmeldung@paulsinger.de

 

August Bebel Institut, Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen / Paul Singer e.V.
Berlin, März 2017

Redaktion
ABI: Ingo Siebert (V.i.S.d.P.), Reinhard Wenzel
Paul Singer Verein: Susanne Kitschun, Melanie Dore

Ein Aktionswochenende des August Bebel Instituts und des Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen /
Paul Singer e.V.
In Zusammenarbeit mit der Aktion 18. März.
www.august-bebel-institut.de

www.friedhof-der-maerzgefallenen.de