Selbstverständlich scheinende Sätze wie »Ich will das nicht.«, »Nein.« , »Geh weg!« und »Stopp.« sind für Betroffene von sexistischer Diskriminierung oft schwer auszusprechen, weil ihnen das Recht abgesprochen wird, sie zu sagen. Auf Übergriffe, auf das Überschreiten von Grenzen folgen:

Scham – Das kann ich niemandem erzählen!
Wut – Du Arschloch! Wie kann ein Mensch so etwas tun?
Trauer – Der Abend ist ruiniert. Ich will allein sein.
Zweifel – War es meine Schuld? Hätte ich mich wehren müssen?
und Ohnmacht – …

Es ist eine Krux, denn die Verarbeitung solcher Gefühle ist ein Kraftakt und man kann das Erlebte nicht ungeschehen machen. NotAnObject versucht dabei zu helfen, diese Erlebnisse und Gefühle in Kunst zu transformieren, um Sexismus aus der Perspektive derer sichtbar zu machen, die ihn erleben.

Oft sind es von Sexismus Betroffene, die in die Position gebracht werden, Konsequenzen aus der Diskriminierung ziehen zu müssen; jene, die versuchen müssen, gesellschaftlichen Wandel zu erzielen. Daher werden die Sprüche und Taten der Täterinnen genutzt und sich künstlerisch angeeignet – die Geschichten werden erzählt. Denn es kann befreiend und empowernd sein, Erlebtes öffentlich auszusprechen – vor allem, wenn dies auf einer Plattform geschieht, auf der viele Menschen ihre Geschichten erzählen. So werden Betroffene zu Akteurinnen einer feministischen Bewegung; so entsteht ein Mosaik, welches die vielen Facetten des Sexismus abbildet.

NotAnObject ist ein queer-feministisches, antisexistisches Projekt, welches sich künstlerisch mit Sexismus auseinander setzt und eine Plattform für Menschen bietet, die Sexismus erleben mussten. Gemeinsam werden die Geschichten fotografisch auf  gearbeitet und öffentlich gemacht.

In dieser Ausstellung werden eine Auswahl der Fotos gemeinsam mit von Betroffenen verfassten Statements gezeigt.

Ausstellung: 29. August bis 26. September 2019
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr, und auf Anfrage

Begleitveranstaltungen:

Do 29. August, 19–21 Uhr | Vernissage
Mit: NotAnObject und Gastvorträgen zum Thema Sexismus

Do 12. September, 19–21 Uhr | Podiumsdiskussion
Trans* Personen haben Rechte?– Das Transgendergesetz in der Diskussion
Ein neues Bundesgesetz soll das aus dem Jahr 1981 stammende Recht erneuern. Aus Sicht vieler Betroffener verstärkt die angestrebte Reform ihre Diskriminierung sogar, Stellungnahmen von Verbänden wurden nicht einbezogen. Wir diskutieren mit Betroffenen und Politiker*innen, wie der Stand des Verfahrens ist und wie ein Gesetz aussehen müsste, das Menschen unterstützt, anstatt ihre Diskriminierung fördern.

Sa 21. September, 10–17 Uhr | Workshop
Boys will be boys? – Ein sexismuskritischer Workshop für Männer
Die kritische Auseinandersetzung mit Sexismus wurde bisher weitestgehend Frauen* überlassen. Sexismus ist jedoch kein Frauenthema. Eine gleichberechtigte Gesellschaft muss von allen getragen werden. Deshalb möchten wir uns der Frage widmen, wie man(n) patriarchale Handlungs- und Denkmuster durchbrechen kann und Männern den Raum geben, Sexismus (selbst)kritisch zu reflektieren, um in Anschluss gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln.
Mit: Wendy König (Politikwissenschaftlerin und politische Bildnerin) und Sarah Gubitz (Feministin und Anthropologin)
Beitrag 15 € inkl. Verpflegung, Ermäßigung möglich
Anmeldung bis 17. September [O52

Do 26. September, 19–21 Uhr |Finissage
Mit: NotAnObject und Gastvorträgen zum Thema Sexismus.


Foto: NotAnObject