Eine Ausstellung des August Bebel Instituts
in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

Eine Ausstellung sucht neue Gastgeber*innen!

Solidaritäten über Grenzen

Zur Ausstellung

Über drei Jahrzehnte lang wurde der südafrikanische Freiheitskampf von globalen Solidaritätskampagnen begleitet. Menschen in über 100 Ländern beteiligten sich nach dem Verbot des African National Congress (ANC) 1960 an Protest- und Unterstützungsaktionen.
Auch in den beiden deutschen Staaten wurde Solidarität mit der südafrikanischen Befreiungsbewegung geübt. In der DDR gehörte diese Haltung zum politischen Selbstverständnis: Ein 1960 vom SED-Politbüro eingerichtetes Solidaritätskomitee und die Massenorganisationen waren für zentrale Kampagnen zuständig.
In der Bundesrepublik gab es keine staatlich-offiziellen Solidaritätsgesten. Hier war es gerade der Unmut über die Politik der eigenen Regierung und die Verstrickung der Wirtschaft, die bei Teilen der Bevölkerung ein solidarisches Handeln gegen Apartheid herausforderte. Nach ersten Protesten in der Studierendenbewegung gründeten sich in den 1970er Jahren Bündnisse, die sich in der Anti-Apartheid-Bewegung (AAB) zusammenfanden. Bis zum Ende der Apartheid schloss sich ein breites Spektrum von kirchlich und gewerkschaftlich Engagierten bis hin zu Vertretern linker und liberaler Parteien an. Zugleich warben Exilvertreter der südafrikanischen Befreiungsbewegung in Ost-Berlin und Bonn für ihre Ziele.
Plakate waren ein verbreitetes Mittel der Solidaritätskampagnen, um die Öffentlichkeit zu konfrontieren, für Spenden- und Boykottaktionen zu mobilisieren oder zu Veranstaltungen einzuladen.
Anhand dieses Kampagnenmaterials und ergänzender Dokumente aus den Archiven und Sammlungen der ost- und westdeutschen Solidaritätsbewegungen erzählt die Ausstellung »Solidaritäten über Grenzen« die Geschichte der Anti-Apartheid-Solidarität in der BRD und der DDR und lädt zu einer kritischen Würdigung ihrer Ziele und Praktiken ein.
Die Ausstellung wurde im Mai/Juni 2012 im August Bebel Institut (Berlin) gezeigt und sucht neue Gastgeber*innen.

Themen der Ausstellung

»Solidaritäten über Grenzen« beleuchtet unter anderem die Boykotts von südafrikanischem Obst, Aufrufe zur Befreiung politischer Gefangener sowie Proteste gegen die militärisch-nukleare Zusammenarbeit der BRD mit Südafrika.
Die Ausstellung stellt die Akteure, ihre Ziele und Aktionsformen vor und verweist auf deren transnationale Vernetzung. Dabei hat sie auch die deutsche Nachkriegsgeschichte in ihren globalen Verflechtungen mit der Dekolonisation, dem Kalten Krieg und der sich formierenden internationalen Staatengemeinschaft im Blick.

Umfang | Elemente | Gliederung

  • Eine kommentierte Installation aus insg. 46 Plakaten und ca. 50 weiteren Objekten, gegliedert in neun thematische Sektionen zu den zentralen Zielen, Botschaften und Aktionsformen der Solidaritätsbewegungen:

‣ Nieder mit! Bilder gegen Apartheid
‣ Schluss mit! Ereignisse und Erinnerung
‣ Freiheit für! Ikone Nelson Mandela
‣ Solidarität mit! Akteure und Ziele
‣ Spendet für! Überleben, Bildung, Kampf
‣ Unsere Solidarität! Staatsakt und Alltag
‣ Stoppt die! Nukleare Zusammenarbeit
‣ Sanktionen! Gegen Wirtschaft und Banken
‣ Boykottiert! Gold und Früchte

  • »Nord-Süd-Geschichte«. Eine Zeitleiste zur Geschichte der Apartheid, des Widerstands und der internationalen Solidarität im Kampf gegen die Apartheid
  • »Vorwärts! Positionen und Lebenswege«. Eine Hörstation mit exemplarischen Interviews mit Akteuren der Anti-Apartheid-Bewegung in Ost und West
    »Hingeschaut! Bild-Geschichten.« Vertiefende Tafeln zu ausgewählten Bildmotiven, deren Geschichten und Wirkungen
  • Titel, Einleitungstext, Impressum
  • Ausstellungssprache: Deutsch, insg. ca. 6.000 Wörter

 

Sie benötigen für Ausleihe und Hängung

  • für jede der 9 Themensektionen jeweils 1 Wandabschnitt von ca. 1,75 m bis 2,45 m
  • 1 Wandabschnitt von ca. 1,50 m Breite für Einleitungstext, Titel, Impressum
  • 1 Tisch für die Module »Vorwärts!« und »Hingeschaut«
  • Klebematerial für die Hängung
  • Transportmöglichkeit, z.B. größerer PKW. Transport wie Hängung der Ausstellung organisiert und trägt die ausleihende Einrichtung selbst.

Wir stellen zur Verfügung

  • Vorlagen für die Anordnung der Elemente. Die Hängung kann aber grundsätzlich flexibel gehandhabt werden.
    Kosten
  • Die Gebühr für die Ausleihe beläuft sich ausschließlich auf die Klärung und Deckung der Nutzungsrechte des gezeigten Bildmaterials. Die Höhe der Kosten sind deshalb von Ausstellungsort und -dauer abhängig.

 

Kontakt

Reinhard Wenzel
August Bebel Institut
Tel. 030-4692 129
wenzel@august-bebel-institut.de
Müllerstr. 163, 13353 Berlin-Wedding