jo_web @ flickr_kleinVerwandtschaften & Verschränkungen
März–Dezember 2015

Eine Veranstaltungsreihe des August Bebel Instituts
und des Antidiskriminierungsnetzwerks des Türkischen Bundes
in Berlin-Brandenburg

Kuratiert von Manuela Bauche, Anh Ngo und Anna Oelhaf

Flyer hier herunterladen

 

Do 12. März, 18–20 Uhr
Ein Gespräch zur Einführung

Rassistische Diskriminierung aufgrund der (zugeschriebenen) ethnischen Herkunft und Diskriminierung aufgrund der (vermuteten) sozialen Herkunft liegen häufig nah beieinander. Ein drastisches Beispiel dafür ist die Rede über vermeintliche Armutszuwanderung. Hier werden Menschen einerseits fremd gemacht, andererseits auf ihre ökonomische Verwertbarkeit reduziert. Auch bestimmen häufig Sprache, Äußeres und ökonomischer Stand darüber, wie erfolgreich die Suche nach Arbeit oder Wohnung ist. Und Menschen erfahren Beachtung oder Herabwürdigung abhängig davon, wie sie Deutsch sprechen, ob sie sich
akademisch oder nicht-akademisch ausdrücken. Wie sehen die Beziehungen von Rassismus und Ausgrenzung aufgrund sozialer Herkunft aus? Inwiefern taugt der Begriff Klassismus, um Letztere zu benennen? Wie können wir Rassismus und Klassismus zusammen denken?

Mit: Tanja Abou (Social-Justice-Trainerin, Institut für Klassismusforschung), Çağrı Kahveci (Politikwissenschaftler,
Alice Salomon Hochschule), Koray Yılmaz-Günay (Akademie für politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung,
ehem. Berater beim ADNB)

Moderation: Manuela Bauche (Historikerin)

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Do 10. September, 19–21 Uhr
Verschränkungen mit Sexismus

In dem bestehenden System aus globaler ökonomischer Ungleichheit, Migrationskontrolle und Arbeitsverboten zeigt sich die Verschränkung von Klassismus und Rassismus besonders im Bereich der Arbeitsverhältnisse. Auch Gender und Sexismus tragen hier zur Diskriminierung bei. Das zeigt sich sich z.B. an der Situation der vielen migrantischen Haus- und Pflegearbeiterinnen, die in Deutschland unter prekären Bedingungen arbeiten. Wie spielen Sexismus, Rassismus und Klassismus im Bereich der »Care Arbeit« in Deutschland zusammen? Wie nutzen Betroffene die begrenzten Handlungsspielräume, um für ihre Rechte zu kämpfen?

Mit: Anne Frisius (Dokumentarfilmerin), Mónica Orjeda (Sozialberaterin bei verikom Hamburg), Llanquiray Painemal (Respect Netzwerk), Emilia Roig (Politologin, forscht über den privaten Pflegebereich und Intersektionalität)

Filmausschnitte aus: »Mit einem Lächeln auf den Lippen« und »Dringend gesucht« (Anne Frisius/Mónica Orjeda) über die Arbeitskämpfe migrantischer Hausangestellter in Deutschland

Moderation: Anna Oelhaf (Politologin)

Anmeldung erbeten bis 3. September unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Di 24. November, 19–21 Uhr
Rassismus & Klassismus / Soziale Ausgrenzung: Blicke in die Geschichte

Ersatz für die im Juni abgesagte Veranstaltung

Diskriminierung aufgrund der (zugeschriebenen) ethnischen Herkunft und Diskriminierung aufgrund der (vermuteten) sozialen Herkunft liegen häufig nah beieinander. Ein drastisches Beispiel dafür ist die Rede über vermeintliche Armutszuwanderung. Hier werden Menschen einerseits fremd gemacht, andererseits auf ihre ökonomische Verwertbarkeit reduziert.

Diese enge Beziehung ist kein neues Phänomen: In den deutschen Kolonien wurden Afrikaner_innen und Asiat_innen entsprechend ihrer Nützlichkeit für Kolonialwirtschaft und koloniale Idee bewertet und behandelt. In Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus[A2]  wurden Menschen als „arbeitsscheu“ oder „asozial“ diffamiert, verfolgt und interniert. In allen Fällen wurde mit Ideen von Minderwertigkeit und Schädlichkeit argumentiert, Afrikaner_innen wie Arme als zivilisierungsbedürftig dargestellt.
War und ist das wirklich alles das gleiche? Warum ähneln sich Rassismus und soziale Ausgrenzung/Klassismus? Worin unterscheiden sie sich? Schwierige Fragen, die wir versuchen wir zu klären.

Mit: Minu Haschemi Yekani (Historikerin mit Schwerpunkt Kolonialgeschichte, FU Berlin) und Claudia von Gelieu (Politologin, „Galerie Olga Benario. Forum gegen Neofaschismus, Sexismus, Rassismus und Imperialismus“, „Frauentouren“)

Moderation: Manuela Bauche (Historikerin) und Anh Ngo (Dipl.-Pädagogin, ADNB)

In Kooperation mit dem Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (ADNB)

Um Anmeldung wird gebeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 5.–So 6. Dezember, je 10–17 Uhr
Für Rassismus und Klassismus sensibilisieren
Ein Training für Multiplikator*innen

Das Training erprobt Methoden, mit denen sich für Ausgrenzungen sensibilisieren lässt, die unter anderem rassistische und klassistische Dimensionen aufweisen. Eine ausführliche Beschreibung des Trainings wird noch hier und auf www.adnb.de bereit gestellt.

Mit: Chandra-Milena Danielzik (Politologin, Trainerin, Organisationsberaterin, forscht über ökonomische Rationalitäten und Rassialisierungen) und Dirk Eilers (Theater- und Sozialpädagoge, Trainer für Social Justice, forscht über interdependente Klassismusanalyse)

Anmeldung erbeten bis 27. November unter adnb[at]tbb-berlin.de

 

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin
und der Bundeszentrale für politische Bildung

Foto: jo_web @ flickr, creative commons CC BY-ND 2.0