8.–29. September 2017

Ausstellung von Agata Skowronek, Simon Hipkins, David McAulay

Wie wirkt sich Krieg und Gewalt auf den Alltag der direkt betroffenen Menschen aus? In medialen Berichten bekommen wir davon selten etwas mit. Das Material von »The Circle« beruht auf verschiedenen Reisen von zwei Künstler*innen durch verschiedene Regionen des Irak, wo sie Bewohner*innen besucht und interviewt haben. Mehrere Fluchtgeschichten zeigen exemplarisch die radikale Veränderung des Irak. Dokumentarfotografien, Videoaufnahmen, Audiointerviews und Aufzeichnungen der lokalen Geräuschkulisse werden miteinander kombiniert, so dass Zuschauer*innen auf einer emotionalen Ebene in die Geschichten eintauchen können.

»The Circle« zeigt den Prozess der Vertreibung als eine endlose Ungewissheit im Leben der Menschen. Selbst in den seltenen Fällen, wo Individuen erfolgreich ihr Leben wieder aufgebaut haben, bliebt das Gefühl, dass die Vertreibung täglich weitergeht. Deshalb wird die Arbeit in einer zirkulären Form präsentiert bei der sich Bild- und Tonaufnahmen wiederholen, abwandeln und wieder synchronisieren.

Agata Skowronek ist Bildjournalistin u.a. für Geo, Le Monde, Der Spiegel, spezialisiert auf Themen des Nahen Ostens. 2014 entstand ihre Foto- und Videoausstellung »Zero Tolerance« zur Staatsgewalt in der Türkei.

Simon Hipkins ist Regisseur, Produzent, Kameramann und Fotograf. Seine letzten beiden Dokumentarfilme für Al Jazeera machte er durch seine Produktionsfirma »Key Pictures«.

David McAulay ist Produzent, Komponist und Sounddesigner. Er war an Spiel-, Dokumentar und Werbefilmen beteiligt. Zuletzt hat er als Music Supervisor und Tondesigner an dem Film »From Scotland With Love« gearbeitet.

Ausstellung 8.–29. September 2017
Öffnungszeiten: Di–Fr, 17–21 Uhr

Teile der Arbeit sind von der VG Bild-Kunst gefördert.

 

Fr 8. September, 19–21 Uhr

Vernissage

Mit: Agata Skowronek, Simon Hipkins und David McAulay (Künstler*innen) u.a.

Musik: Babylon ORCHESTRA soloists

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Begleitprogramm:

 

Do 14. September, 19-21 Uhr

Kunst und Krieg: Guernica

Das von der spanischen Republik für die Pariser Weltausstellung 1937 beauftragte Bild Picassos löste im Zusammenhang mit der deutschen Bombardierung Guernicas am 26. April des gleichen Jahres große internationale Resonanz aus. 2003 wurde die im UN-Sicherheitsrat aufgehängte Kopie anlässlich der Ankündigung des US-Angriffs auf den Irak in einer spektakulären Aktion »verhüllt«. Bis heute fasziniert die universelle Aussage dieser 80-jährigen Anti-Kriegs-Ikone. Die Veranstaltung schlägt den Bogen vom spanischen Bürgerkrieg bis zur aktuellen künstlerischen Auseinandersetzung mit Gewalt, Verfolgung und Widerstand.

Mit: Renate Amann (Architektin und Autorin)
Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 21. September, 18–22 Uhr

Irak: Der Kampf um die Staatlichkeit oder die Hoffnung stirbt zuletzt

Das Ziel der Militärinvasion 2003 der USA und ihrer »Koalition der Willigen«, »den Irak zu einem Beispiel für Mäßigung, Demokratie und Wohlstand« zu machen, ist nicht erreicht. Soziale Not, Landflucht und tiefe Spaltung in Klientelnetzwerke kennzeichnen die aktuelle Situation. Die kleine gutausgebildete Minderheit wandert stetig ins Ausland ab. Wir betrachten die historischen Hintergründe, vor allem das Baath-Regime von Saddam Hussein, beschreiben die Hindernisse auf dem Weg zur politischen Stabilisierung und fragen nach Perspektiven.

Mit: Alphan Tuncer (Politikwissenschaftler) und Gökhan Tuncer 
(Politikwissenschaftler)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Fr 29. September, 19-21 Uhr

Kunst und Krieg – Finissage

Mit welchen künstlerischen Formaten lasst sich Krieg thematisieren?

Gespräch mit Künstler*innen, 
anschließend Finissage

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de