Le drapeau de la victoireFr 3. Juli 2015, 12–18 Uhr
Workshop

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes führt das Archiv der sozialen Demo- kratie der Friedrich-Ebert-Stiftung (AdsD) in Kooperation mit dem August-Bebel-Institut (ABI) einen wissenschaftlichen Workshop zu Zukunftsvorstellungen und zum Zukunftshandeln in der Arbeiterbewegung im deutschen Nachkrieg durch. Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen millionenhaften Erfahrungen von Verfolgung, Ermordung und Zerstörung waren von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt. Die Kategorien und Begriffe, mit denen diese Phase umrissen und zu erfassen versucht wird, reichen von grundlegendem „Utopieverlust“ oder „Katastrophenbewusstsein“ über die Prägung einer „skeptischen Genera- tion“ bis zum Erleben „eines unglaublichen Frühlings“.

In einer Keynote und vier kommentierten Beiträgen werden auf dem Workshop vergangenes Handeln sowie Semantiken von Zukunft in den Organisationen der Arbeiterbewegung, bei Remigrantinnen und Remigranten und der Kriegsjugendgeneration in der Nachkriegszeit vermessen.

Die Veranstaltung knüpft dabei an aktuelle geschichtswissenschaftliche Diskussionen an. Geschichte als prinzipiell nach vorne offener Prozess muss berücksichtigen, dass die eine Zukunft eine retrospektive Wahrnehmung ist, die vergangenen Zeitgenossen dagegen über eine Vielzahl an Zukünften verfügten. Das Ausloten dieser möglichen, wenn auch nicht eingetretenen Zukünfte erlaubt einen neuen Zugriff auf vergangene Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte, vor deren Hintergrund die vergangenen Utopien und das vergangene Handeln zu verorten sind.

Leitung: Stefan Müller (Politologe, FES), Johannes Platz (Historiker, FES), Tobias Kühne (Historiker, FES)

In Kooperation mit dem Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ausführliches Programm zum Download: Programm Zukunft 1945

Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin, Haus 1, K1

Anmeldung erbeten bei Eva.Vary[at]fes.de