Mi, 21. September, 19–21 Uhr

Foto: Philippe Palma

Wie trauern, wie erinnern, wie anerkennen in einem Umfeld, in dem Krieg und Unrecht dominieren? In einem Theater- und Begegnungsprojekt der afghanischen Menschenrechtsorganisation »AHRDO – Afghanistan Human Rights and Democracy Organization« haben sich Angehörige von Opfern des Krieges mit diesen Fragen beschäftigt. Anhand eines »Theaters der Befreiung« luden die Aktivist*innen von AHRDO im ganzen Land Menschen verschiedener ethnischer und religiöser Hintergründe ein, die erlebten Gewalterfahrungen gemeinsam zu bearbeiten. Aus dem Projekt entstanden eine Vielzahl an »Memory Boxes«, in denen persönliche Erinnerungsstücke aus dem Alltag einen öffentlichen Zugang zu den Schicksalen und Geschichten der Opfer eröffnen können.

Die Angehörigen fanden durch das Theaterprojekt und die Erstellung der Memory Boxes einen Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen, gleichsam in der Begegnung mit anderen. Zudem finden die Opfer durch die öffentliche Präsentation der Erinnerungsstücke eine gewisse Anerkennung und »Gerechtigkeit«, die ihnen im Kontext des Krieges sonst nicht zukommen würde. Für das Berliner Publikum bietet die Ausstellung zusätzlich eine gute Möglichkeit, sich ein Jahr nach dem katastrophalen Rückzug des »Westens« und der Rückkehr der Taliban mit der Thematik zu beschäftigen – und sie dadurch vor schnellem Vergessen zu bewahren.

Die Menschenrechtsorganisation »AHRDO – Afghanistan Human Rights and Democracy Organization« arbeitete bis zur Eroberung Kabuls durch die Taliban vor Ort. Die »Memory Boxes« wurden in einem dafür eingerichteten Museum in Kabul ausgestellt, bis die Aktivist*innen des Projekts im letzten Jahr flüchten mussten und über Umwege nach Kanada gelangten.

Finissage

Das Programm der Finissage veröffentlichen wir zu gegebener Zeit auf unserer Homepage und unseren Social Media Kanälen.

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