Sa, 3. Dezember, 10–18 Uhr | Tagung

Bild: Vanessa Hoffmann

Die Wohnungsfrage ist wieder zu einem zentralen Thema politischer Diskussion geworden. Mieten steigen, Obdachlosigkeit ist ein großes Problem, Wohnungsbau folgt mehr den Profitinteressen der Anleger*innen als den Bedürfnissen der Menschen. Das Problem der Wohnungsfrage beschäftigte bereits Friedrich Engels. Mit der Bevölkerungsexplosion Berlins Ende des 19. Jahrhunderts und seiner Entwicklung zur größten Mietskasernenstadt der Welt wurde das Thema Wohnen praktisch zum Dauerthema der Politik und der sozialen Bewegungen. Genossenschaften versuchten bereits seinerzeit der Wohnungsnot wirksam etwas entgegenzusetzen. In den 1920er Jahren gründete Stadtbaurat Martin Wagner die GEHAG und baute Siedlungen, von denen heute einige zum Weltkulturerbe zählen. Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 stieg aber auch die Zahl der Wohnungskündigungen, wogegen sich spontaner wie organisierter Widerstand bildete.

Nach 1945 konnte in Berlin relativ billig gewohnt werden – im Westen wie im Osten der Stadt. Sozialer Wohnungsbau und »Plattenbau« sollten Lösungen in großem Stil bringen. Vernachlässigt wurde dabei u.a. die Altbausubstanz in Kreuzberg und im Prenzlauer Berg. In der Folge kam es zu Hausbesetzungen, zunächst Anfang der 1980er Jahre in West-Berlin, ab 1990 auch im früheren Ost-Berlin.
Die Geschichte der Wohnungsfrage, ihrer Konflikte und Lösungsansätze ist lang. Bei dieser Tagung wollen wir uns mit Aspekten der Geschichte und Gegenwart befassen – insbesondere auch mit Perspektiven der Stadtgesellschaft, die bisher weniger Aufmerksamkeit erfahren haben.

Die Tagung richtet sich ausdrücklich an Forschende und Interessierte sowohl innerhalb als auch außerhalb von akademischer Forschung.

Das detaillierte Programm als pdf zum Download finden Sie hier.

Beitrag: 10 Euro inkl. Verpflegung und Getränke (Ermäßigung möglich)

Anmeldung bis 28.11.2022 [B84] unter anmeldung [at] august-bebel-institut.de