Januar | Februar | März 2021

Stadt
Kultur
Geschichte

Der Dirigent der Weltstadt – Martin Wagner und das Neue Berlin
Ausstellung in der Galerie des August Bebel Instituts •
27. Februar bis 01. April
 • Öffnungszeiten: Di bis Fr 14.00–18.00 Uhr

In den wenigen Jahren zwischen den sog. »Goldenen Zwanzigern«, der Weltwirtschaftskrise und dem Machtantritt der Nazis 1933 amtierte ab 1926 der Sozialdemokrat Martin Wagner als Stadtbaurat von Berlin. Aus heutiger Sicht kann man feststellen, dass er viel bewirkt hat: Fünf Stadtsiedlungen, die als Weltkulturerbe gelten, das Strandbad Wannsee, das Messegelände, Teile des Alexanderplatzes und der Hermannplatz mit dem Karstadt-Gebäude, der Volkspark Rehberge sowie der Sportpark Neukölln.
Aber Wagner wollte mehr. In der Stadt Berlin zu bauen genügte ihm nicht. Ziel seines Wirkens war das »Neue Berlin«. Die Weltwirtschaftskrise, die Nazis, aber auch demokratische Kräfte verhinderten die weitere Verwirklichung seiner Pläne.
Wagner sah sich selbst als »Dirigent des Neuen Berlin«. Dieser Anspruch wird in der Ausstellung aufgenommen, um auf neun Thementafeln die Visionen des Stadtbaurats zu zeigen. Neun weiteren Tafeln veranschaulichen ihre Umsetzung – oder auch ihr Scheitern zu veranschaulichen.
Die Ausstellung wurde ursprünglich vom Roten Rathaus in Auftrag gegeben. Das ABI hat sie in Eigenregie produziert und präsentiert sie an dieser Stelle in der eigenen Galerie. Die Ausstellung kann auch an anderen Orten gezeigt werden und immer wieder Diskussionen zur Stadtentwicklung anregen.

Fr. 26. Februar 18.30–20.00 Uhr | Online
Vernissage
Nach ihrer ersten Station im Roten Rathaus wird unsere Ausstellung über Martin Wagner nun in der Galerie des ABI gezeigt. Als Intro stellen wir die Ausstellung online vor und diskutieren über die Aktualität Wagners. Welche seiner Ideen können auch heute noch Vorbild sein? Welche seiner Ansätze sind dagegen überholt?
Mit: Henning Holsten (Historiker, Kurator der Ausstellung), Renate Amann (Architektin, Fachberaterin der Ausstellung), Joachim Günther (Vorsitzender des Kulturforums Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.)
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Anmeldung erforderlich [U50].

Sa. 06. März 15.00 Uhr und 16.30 Uhr
Kuratorenführung
Mit: Henning Holsten (Historiker und Kurator der Ausstellung).
Anmeldung erforderlich [U51 und U52].

Stadtpolitik
Sa. 13. März 11–13 Uhr | Stadtrundgang
Der erste Baustein des Neuen Berlin: Die Hufeisensiedlung
Die heutige Weltkulturerbesiedlung in Britz war 1926 Martin Wagners Empfehlungsschreiben für das Amt des Stadtbaurats. Nach diesem Vorbild plante er gemeinsam mit Bruno Taut und befreundeten Architekten den Umbau Berlins zur modernen Weltstadt. Das »Neue Bauen« schuf die Voraussetzung für eine neue Wohnkultur, die am Groß-Berliner Stadtrand exemplarisch vorgelebt werden sollte.
Doch wer zog in den 1920er Jahren in die Großsiedlung Britz? Wie sah das Gemeinschaftsleben in der Praxis aus? Und wie überstand die Siedlungsgemeinschaft die politischen Umbrüche der folgenden Jahrzehnte?
Mit: Henning Holsten (Historiker)
Beitrag: 10 € (Ermäßigung möglich)
Der Treffpunkt wird nach Anmeldung und Überweisung des Beitrags bekannt gegeben [U53]

Stadtpolitik
Sa. 27. März 11–13 Uhr | Stadtrundgang mit Wohnungsbesichtigung
Die Reichsforschungssiedlung: Sozialer Wohnungsbau für Geringverdiener*innen (1930–1934)
Die Reichsforschungssiedlung in Spandau war mit rund 3500 Wohnungen das größte Experimentierfeld des sozialen Wohnungsbaus im Berlin der frühen Dreißigerjahre. Bauhaus-Gründer Walter Gropius, der Architekt Bruno Taut und Stadtbaurat Martin Wagner waren in den Planungsprozess der Siedlung involviert. Gebaut wurde sie nach Plänen u.a. von Paul Mebes, Fred Forbat und Otto Bartning. In der 2003 bis 2013 denkmalgerecht modernisierten Siedlung hat die noch heute existierende Wohnungsbaugesellschaft »Gewobag« eine Museumswohnung eingerichtet, die das Leben von Geringverdiener*innen im sozialen Wohnungsbau um 1931 vergegenwärtigt.
Mit: Michael Bienert (Journalist und Buchautor)
Beitrag: 10 € (Ermäßigung möglich)
Der Treffpunkt wird nach Anmeldung und Überweisung des Beitrags bekannt gegeben [U54].

Do. 01. April 18.30–20.00 Uhr
 | Online
Finissage
Das Jubiläum »100 Jahre Groß-Berlin« und die Auseinandersetzung mit Martin Wagner hat seit 2020 zu vielen Diskussionen und neuen Erkenntnissen geführt. Wir blicken auf das Jubiläumsjahr zurück und fragen nach den Impulsen für die Stadtpolitik und Stadtentwicklung der Zukunft.
Anmeldung erforderlich [U55]

Di. 19. Januar 18.00–20.00 Uhr | Jahresauftakt mit Film
»Oeconomia«
Beim Filmabend im Kino Moviemento mit anschließender Diskussion denken wir gemeinsam über den Kapitalismus der Gegenwart nach. Woher kommt eigentlich Geld? Wie hängen Wirtschaftswachstum, Vermögensbildung und Verschuldung zusammen? Und was bedeutet das in Zeiten einer Pandemie?
Beitrag: 5 € (Ermäßigung möglich)
Anschließend Gespräch und Diskussion mit Cansel Kiziltepe (Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags)
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Ort und Kooperationspartner: Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22 (U Schönleinstr.), www.moviemento.de
Bitte bringen Sie einen Mund-Nasen-Schutz mit!
Anmeldung erforderlich. Bei Begrenzung der Teilnehmendenzahl wird eine Warteliste geführt. [U60]

Do. 21. Januar 18.00–20.30 Uhr | Vortrag mit Diskussion (online)
Konflikt im Östlichen Mittelmeer – Realpolitik oder Folge des Neoliberalismus?
Just in der Corona-Krise, die Südeuropa besonders hart traf, erlebte Europa die Eskalation des Streits zwischen Griechenland und der Türkei um Erdgas-Vorkommen im östlichen Mittelmeer. Betrachtet man allerdings die Energietrends, wird klar, dass andere Gründe als die Sicherung billiger Energiequellen hinter dem sog. Gasstreit im östlichen Mittelmeer liegen. Die vereinfachten Erklärungsansätze mit dem Hinweis auf das Erstarken des Autoritarismus und der Realpolitik helfen dabei wenig. Vielmehr muss dieser Streit als Ausdruck der negativen Auswirkungen des Neoliberalismus in der Peripherie Europas verstanden werden – die durch die Pandemie verstärkt werden.
Mit: Gökhan Tuncer (türkischer Politikwissenschaftler) und N.N. (griechische Politikwissenschaftlerin).
Anmeldung erbeten. [U30]

Do. 28. Januar 18.00–20.00 Uhr | Konzert (online)
Musik trifft Politik – Konzert und Diskussion mit »Lari und die Pausenmusik«
Politisches »Liedermaching« aus dem Wedding und das Ganze online? Dieses Experiment wagen wir gemeinsam mit dem Kollektiv »Lari und die Pausenmusik«. In den Verschnaufpausen für die Band werden wir uns über Musik als Vermittlerin politischer Inhalte austauschen, neue Formate für kulturelle Angebote besprechen und einen Einblick in unser Jahresprogramm geben.
Mit: »Lari und die Pausenmusik« (Musik-Kollektiv) und Maja Lasić (Mitglied des Abgeordnetenhauses)
Ort: YouTube-Kanal des August Bebel Instituts
Anmeldung erbeten. [U31]

Sa. 06. Februar 15.00–18.15 Uhr | Workshop (online)
Eigenheim oder Mietskaserne? Die Krise trifft nicht alle gleich
Die Corona-Krise betrifft alle. Wie die Pandemie den Alltag beeinflusst, unterscheidet sich jedoch stark. Eine wichtige Rolle spielt Klasse: Wer hat einen Job, in dem Homeoffice möglich ist? Haben alle Kinder die technische Ausstattung für Unterricht zuhause? Der Workshop gibt eine Einführung in das Thema Klassismus, der Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft oder sozialem Status. Er regt an, die eigene Klassenposition und angelernte klassistische Denkmuster zu erkennen und zu hinterfragen. Wir besprechen außerdem, wie der Ausbruch der Pandemie soziale Ungleichheit verschärft hat.
Mit: Francis Seeck (Politische*r Bildner*in, Autor*in) und Brigitte Theißl (Erwachsenenbildnerin, Journalistin)
Anmeldung erforderlich. [U32]

Do. 04. – Fr 05. März | Video-Beitrag (online)
»Aujust, ick liebe Dir!«
An den von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten (digitalen) Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag Rosa Luxemburgs, beteiligen wir uns mit einem Videobeitrag zum Verhältnis von Rosa Luxemburg und August Bebel. An Wirkungsstätten, Wohn- und Gedenkorten befragen wir Expert*innen: Wie sah die persönliche Beziehung zwischen Rosa und August aus, wie ihre politische? Und nicht zu vergessen: Was sagen uns ihre Ideen heute?
Mit: historischen Expert*innen
Ort: YouTube-Kanal des August Bebel Instituts und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Anmeldung erforderlich. [U81]

Sa. 20. März 11.00–14.00 Uhr | Stadtrundgang
In Kooperation mit dem Friedhof der Märzgefallenen
Revolution in Berlin: Seit 1848 immer wieder aktuell?!

Ein Spaziergang zu den Stätten der Märzrevolution von 1848 mit anschließender Führung über den Friedhof der Märzgefallenen. Was ist Geschichte und was ist heute noch aktuell?
Mit: Susanne Kitschun (Leiterin Friedhof der Märzgefallenen) und Reinhard Wenzel (Leiter August Bebel Institut)
Teilnahme kostenlos, Anmeldung aber unbedingt erforderlich. Der Treffpunkt wird mit der Anmeldebestätigung bekannt gegeben. [U81]

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Das Online-Wahljahr

Sa. 13. Februar 10.00–13.15 Uhr | Online-Workshop
Soziale Netzwerke gezielt im Wahlkampf einsetzen
Wir gehen der Frage nach, welche Social Media Kanäle für welche Zielgruppen geeignet sind und wie man seine Kanäle auf Facebook, Twitter und Instagram effizient verwalten kann. Außerdem sprechen wir über die inhaltliche Gestaltung und stellen einige Dos and Don‘ts der Social Media-Kommunikation vor.
Mit: Sophia Schwarz (Campaining Managerin, wegewerk), Kira Seidelmann (Social Media Redakteurin, wegewerk) 
Teilnahme kostenlos, Anmeldung aber unbedingt erforderlich. [U40]

Sa. 20. Februar 10.00–13.15 Uhr | Online-Workshop
Auch im Online-Format: Politische Versammlungen zum Mitmachen
Versammlungen, in denen man passiv auf ein »Talking Head« sieht, sind langweilig. Wie können wir politische Diskussionen und Gremiensitzungen so organisieren, dass alle beteiligt und integriert sind? Welche Möglichkeiten gibt es, diese Diskussionen online zu gestalten?
Mit: Alexandra Kramm (Politologin und Coach)
Teilnahme kostenlos, Anmeldung aber unbedingt erforderlich. [U41]

Do 25. Februar, 18.30–20.00 Uhr | Vortrag mit Diskussion (online)
Digitalen Wahlkampf planen und gestalten
Die digitale Kommunikation wird immer wichtiger, nicht zuletzt auch im Wahlkampf. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Online-Kommunikation gerade in solchen Krisenzeiten ist. Wir befassen uns mit der Planung, den Mitteln und Methoden des Wahlkampfs, der in großen Teilen nicht auf der Straße, sondern im Netz stattfindet.
Mit: Julian Probst (Kommunikationsberater), Jana Pfenning (ehem. Social-Media- Referentin bei Katharina Barley und dem SPD-Parteivorstand) und Jochen König (Geschäftsführer Cosmonauts & Kings)
Teilnahme kostenlos, Anmeldung aber unbedingt erforderlich. [U42]

Hinweis zu den Online-Veranstaltungen:
Für die Teilnahme an den Online-Veranstaltungen schicken wir Ihnen nach Anmeldung Informationen zu Zugang und Ablauf und werden ggfs. entstehende Rückfragen gerne beantworten. Für Kurzentschlossene stehen die Veranstaltungen teilweise auch in einem Livestream zur Verfügung. Zu einzelnen Veranstaltungen werden wir zudem Dokumentationen im Nachhinein zugänglich machen.

August Bebel Institut
Bildung · Galerie · Bibliothek
Müllerstraße 163, 13353 Berlin
Anfahrt
U+S-Bhf Wedding, Bus 120
Anmeldung [at] august-bebel-institut.de oder Tel. (030) 4692–121.