Juli | August | September 2016

Königsberg Bindestrich Kaliningrad. Idee oder Geschichte

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Dmitry Vyshemirsky / Kuratorin Alexandra Goloborodko

In Königsberg-Kaliningrad manifestieren sich die Wechsel von Epochen und Ideologien: Deutschland – Sowjetunion – Russland. Eine Stadt geprägt von Krieg, Umsiedlung und Wiederaufbau. Dmitry Vyshemirskys Fotos sind Zeugnisse dieses Wandels und des visuellen Kampfes um Deutungshoheiten. Die Beschäftigung mit dem alten Königsberg, jener Stadt, die so dicht unter der Kaliningrader Oberfläche liegt, hatte lange Zeit eine Aura des Oppositionellen, des Widerständigen.

Obwohl nur sehr wenige (deutsche) Königsberger*innen nach der letzten Ausweisungswelle 1948 in dem sowjetischen Kaliningrad blieben, blieb die deutsche Stadt in der sowjetischen präsent. Heute drohen sogar die Spuren von 45 Jahren Geschichte der Sowjetunion aus dem Gedächtnis der Stadt zu verschwinden. Die Fotografien von Dmitry Vyshemirsky zeigen Kaliningrad in allen diesen Widersprüchen.

Dmitry Vyshemirsky wurde 1958 in der Ukraine geboren und lebte seit seiner Kindheit bis 2015 in Kaliningrad. Bis Anfang der 1980er Jahre arbeitete er als Pressefotograf  für Kaliningrader Zeitungen. Er ist Mitglied der »Russian Society of Art Photographers« und publiziert regelmäßig. Seine Arbeiten sind seit den1980er Jahren in zahlreichen Büchern und Ausstellungen in russischen und anderen europäischen Städten sowie den USA zu sehen. In den Langzeit-Foto-Dokumentationen »Königsberg, Verzeih« und »POST« beschäftigt er sich mit dem post-deutschen und post-sowjetischen Kulturraum der Region Kaliningrad, mit russischer Geschichte und der Demokratie baltischer Staaten.
Heute lebt und arbeitet er in Berlin, wo er zur Zeit ein Forum für humanistische Fotografie aufbaut.

Ausstellung: 2. September bis 30. September 2016
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 14–18 Uhr

 

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Fr 2. September 2016, 19–21 Uhr
Vernissage

Mit: Olga Sezneva (Soziologin, Amsterdam Institute for Social Science Research) und Dmitry Vyshemirsky (Künstler)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Mi 7. September 2016, 19–21 Uhr
Verschüttete Geschichte? – Was in Kaliningrad von Preußen und der Sowjetunion bleibt

1946 wurde die alte preußische Stadt Königsberg in die Sowjetunion eingegliedert und in Kaliningrad umbenannt.  In 45 Jahren konnte die Sowjetunion das preußische Erbe nicht ganz unsichtbar machen.  Worin besteht das preußische, das sowjetische Erbe der Stadt? Gibt es eine »Preußen-Renaissance« oder wird die Geschichte von der neuen Zeit planiert?
Mit: Max Zeitler (Filmregisseur), Brigitte Graf (Kulturmanagerin) und Markus Podehl (Architekt)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Do 22. September 2016, 19–21 Uhr
Russland nach der Wahl

Am 18. September wählt das russische Volk ein neues Parlament. Ändern solche Wahlen im heutigen Russland etwas? Gibt es auch in Zukunft unabhängige Politiker*innen? Wer steht hinter den politischen Kräften, die nicht Putin unterstützen? Welche unabhängigen demokratischen Bewegungen gibt es?
Mit: Dmitri Stratievski (Politologe und Historiker, Stellv. Vorsitzender des Osteuropa-Zentrums Berlin e.V.)
Anmeldung erbeten [C52]

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Fr 30. September 2016, 19–21 Uhr
Finissage

Mit: Dmitry Vyshemirsky (Künstler), Alexandra Goloborodko (Kuratorin) und einem Bericht der Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro über die Partnerschaft von Lichtenberg und Kaliningrad

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Sonstiges Programm

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1848. Die Revolution in Berlins Mitte. Stadtführung
So 3. Juli 2016, 15–18 Uhr

Vor dem Berliner Schloss verneigte sich der König 1848 vor seinen Untertan*innen und den Opfern der Barrikadenkämpfe. Wir suchen nach den Spuren der Revolution in der Berliner Mitte. Der Rundgang endet am Gorki-Theater, in dem damals die Preußische Nationalversammlung tagte.
Führung: Reinhard Wenzel (Politologe, Bildungsreferent des August Bebel Instituts)

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Sa 9. Juli 2016, 10–13 Uhr
Das »polnische Berlin«: Ein Stadtrundgang

Seit Jahrhunderten leben Polinnen und Polen in Berlin. Wir wollen ihre Geschichte(n) entdecken und das heutige »polnische Berlin«. Die Stadttour führt an polnische Begegnungsorte, an Stätten polnischer Mythen und deutscher Vorurteile. Wir begegnen polnischen politischen Bewegungen von der Revolution 1848 über die Gewerkschaft Solidarność der 1980er Jahre bis heute.

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Do 14. Juli 2016, 13–17 Uhr
Koloniale Ordnungen und Erinnerungsorte. Stadtrundfahrt

Koloniale Ordnungen werden je nach Kontext neu verhandelt und angepasst. Die Stadttour geht diesen Ambivalenzen und Verschränkungen von Wissenschaft, Kultur und Politik an konkreten Orten in Berlin nach und widmet sich der Wissensproduktion an der Schnittstelle von Islam-, Kolonial- und Orientpolitik im 20. Jahrhundert.

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Fr 29. Juli 2016, 19–21 Uhr
Russland vs. Russland – Kunst in der Stadt – Aufbegehren und Instrumentalisierung 
Videoscreening und Gespräch mit den Kuratorinnen

Wie unabhängig ist Kunst? Mit dem offenen Forum und der Ausstellung »Russland vs. Russland. Kulturkonflikte« wurde im letzten Jahr eine große Vielfalt aktueller künstlerischer Positionen aus Russland in Berlin präsentiert.

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Fr 12. August 2016, 19–21 Uhr
WohnenStadtRechte – Habitat III

Die UN-Weltkonferenz Habitat III 17. – 20. Oktober in Quito (Ecuador) verhandelt ein neues Leitbild von nachhaltiger Stadtentwicklung und Wohnen. Weltweit nimmt der Einfluss internationaler Finanzmärkte auf die Stadtentwicklung, Verdrängung einkommensschwacher Menschen und die systematische Zerstörung preiswerten Wohnraums zu.

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Fr 26. August 2016, 19–21 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss Ästhetik und Widerstand: Hans Coppi als historische Persönlichkeit und literarische Figur

In seinem Epochenroman »Die Ästhetik des Widerstands« spielt der junge Kommunist Hans Coppi, der als Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet wird, eine zentrale Rolle. Die Figur ist dem realen Mitglied der »Roten Kapelle« nachgebildet. Wir erinnern an Peter Weiss, führen in den Roman ein und sprechen mit dem Sohn Hans Coppis über seinen Vater als Person und literarische Figur.
Mit: Hans Coppi (Historiker und Vorsitzender der VVN-BdA Berlin), Sabine Kebir (Literaturwissenschaftlerin) und Salya Föhr (Literaturwissenschaftlerin, Theaterwissenschaftlerin, Uni Leipzig)
In Kooperation mit dem Willi Münzenberg Forum

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 3. September 2016, 10–17 Uhr
Anders Wohnen – aber wie? Hausprojekte, Baugruppen, Genossenschaften

Viele Menschen möchten gerne »anders wohnen« – in einem gemeinschaftlichen Umfeld mit Menschen, die ihren Alltag teilen und sich gegenseitig unterstützen. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, findet leicht eine Baugruppe. Doch welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus für Menschen mit wenig Geld?

Achtung! Das Seminar ist ausgebucht!

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Do 29. September 2016, 19–21 Uhr
Ida Altmann – Gewerkschafterin, Sozialdemokratin und Freidenkerin in der Partei August Bebels

Eine wichtige Persönlichkeit in der Geschichte der Sozialen Bewegungen ist Ida Altmann (1862 –1935), denn sie war die erste Leiterin des Arbeiterinnensekretariates der Freien Gewerkschaften.

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Sa 24. September 2016, 11–15 Uhr
Wohnungsgenossenschaften vor Ort (10) – Eine Bustour durch den Bezirk Spandau

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts engagieren sich in Spandau Genossenschaften, deren Siedlungen in den einzelnen Stadtteilen eine breite Palette baulicher Ausprägungen zeigen: vom Reformwohnungsbau vor 1933 über die Nachkriegsmoderne bis zum aktuellen Neubauprojekt.

Anmeldung  unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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