Januar | Februar | März 2020

100 Jahre Groß-Berlin im Plakat

Vor 100 Jahren wuchs Berlin über Nacht zur Weltstadt heran. Am 1. Oktober 1920 trat das Groß-Berlin-Gesetz in Kraft, das Berlin nicht nur im Flächenmaß, sondern auch auf struktureller Ebene bedeutend veränderte und unsere Hauptstadt bis in die Gegenwart prägt.
Mit dem Zusammenschluss sollten eine gemeinsame Verwaltung und Planung der Stadt ermöglicht und neue verbindende Strukturen geschaffen werden. Sozialen und finanziellen Ungleichgewichten und der Zersplitterung von konkurrierenden Umlandgemeinden konnte dadurch entgegengewirkt, sowie der Zusammenhalt im Innern der Stadt gestärkt werden.
Ein Anlass, ein Jahrhundert zurück zu blicken und Bilanz zu ziehen.
Was hat sich ereignet, was hat sich entwickelt, wie wird eine so große Stadt sinnvoll organisiert?
Das August Bebel Institut wird sich im Jahr 2020 mit Ausstellungen und Veranstaltungen am Jubiläum Groß-Berlins beteiligen. Beginnend mit dem Filmabend »Berlin – Sinfonie der Großstadt« am 15. Januar wird das Thema im Rahmen der Ausstellung fortgesetzt.
Die Ausstellung »100 Jahre Groß-Berlin im Plakat« zeigt Ergebnisse eines Wettbewerbs, den die Senatskanzlei von Berlin unter Studierenden der Universität der Künste Berlin ausgelobt hat. Die Studierenden vertieften sich durch intensive Recherchen in die zahlreichen Stadtthemen, auf die das Gesetz sich damals auswirkte und lenkten ihren Blick zugleich nach vorn, um heute eine frische und ideenreiche Auseinandersetzung mit den vielseitigen Themen anzuregen. Wie kann sich unsere Stadt zukünftig in einer nachhaltigen und sozial gerechten Weise weiterentwickeln und immer wieder neu erfinden?
Wir bedanken uns bei Prof. Henning Wagenbreth und der Künstlerischen Mitarbeiterin Constanze Hein vom Institut für transmediale Gestaltung der UdK Berlin für die Zusammenarbeit.

Do 5. März bis Do 2. April
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr und auf Anfrage

Do 05. März, 19–21 Uhr |
Vernissage
Mit: Studierenden der Universität der Künste Berlin
Anmeldung erbeten [Q50]

Do 12. März, 19–21 Uhr | Diskussion
BVG – AVUS – Westtangente – Autofreie Hauptstadt?
100 Jahre Verkehrspolitik in Berlin
Vor 100 Jahren gab es kaum Autos auf den Straßen. Die Zunahme des Autoverkehrs wurde lange als Fortschritt betrachtet und mit dem Konzept der »Autogerechten Stadt« gefördert. Heute ist Autofahren in der Berliner Innenstadt wenig komfortabel. Was können wir aus den Erfahrungen der Jahrzehnte lernen? Wo müsste die Verkehrspolitik der Zukunft hingehen?
Mit: Beate Winzer (Historikerin), Norbert Rheinländer (Bürgerinitiative Westtangente) und Daniel Buchholz (Mitglied des Abgeordnetenhauses)
Anmeldung erbeten [Q51]

Do 02. April, 19–21 Uhr |
Finissage
Anmeldung erbeten [Q52]


Mi 15. Januar, 18–20 Uhr | Filmabend
»Berlin – Die Sinfonie der Großstadt«
Filmabend im Kino Moviemento mit Live-Musik
Walter Ruttmann zeigt einen Tag im Leben der Stadt Berlin im Jahre 1927, vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten. Der Film erzählt von Arbeitern, Angestellten und Schulkindern, Kommerzienräten, Mannequins und Bettlern. Von den leeren Straßen am Morgen und der Hektik des Tages, bis hin zu den Vergnügungen des Abends.
Ein Auftakt zum Jubiläum 100 Jahre Groß-Berlin. Ausgehend von der Metropole in den »Goldenen« Zwanzigern diskutieren wir die Entwicklung Berlins unter den 1920 geschaffenen Bedingungen und Möglichkeiten.
Mit: Michael Bienert (Journalist und Autor)
Live-Musik des Duos »Trondhaim«
Teilnahmebeitrag 16 €, Ermäßigung möglich.
Anmeldung bis 7. Januar [Q60]

Mi 22. Januar, 18–20 Uhr | Filmabend
CineWedding- der Wedding im Film
Kurze Filmschätze aus den 50ern und 60ern zeigen große und kleine Ereignisse aus der Geschichte des Wedding und seiner Bewohner*innen.
Wie sah es damals im Wedding aus und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert?
Anmeldung erbeten [Q61]

So 26. Januar, 10–17 Uhr | Workshop mit Brunch
Angekommen im Neokolonialismus? Zur gegenwärtigen Lage im »Orient«
Weckte der Arabische Frühling 2011 noch Hoffnungen, dass sich der Nahe Osten durch eine gesellschaftliche und politische Öffnung in den Prozess der Globalisierung integriert, erscheint die Region heute abgehängter als je zuvor. Was sind mögliche Gründe und Strukturen dafür?
In diesem Workshop wollen wir uns kritisch mit den gegenwärtigen krisenhaften sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen im Nahen Osten auseinandersetzen. Interaktion und Methodenvielfalt leitet dabei unser Vorgehensweise.
Mit: Gökhan Tuncer (Politikwissenschaftler)
Anmeldung bis 20. Januar [Q30]
Beitrag inkl. Verpflegung und Getränke 10 €, Ermäßigung möglich.

Sa 01. Februar, 10–17 Uhr | Methodenworkshop
Politisch Handeln in Basisorganisationen
Wir stehen heute vor der Herausforderung, zivilgesellschaftliches Handeln so zu stärken, dass es Wirkung zeigt. Das beginnt schon in der Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden, wer sich von ihnen angesprochen fühlt und wie wir unsere eigenen Stimmen wahrnehmen. Vom gelingen dieser Prozesse hängt oft ab, wie viele Menschen wir für politisches Engagement motivieren können und wie erfolgreich die Arbeit ist. Der Workshop gibt eine Einführung wie gute Organisation, Entscheidungsfindung, Motivation und Teilhabe auch in kleineren Gruppen gelingen kann.
Mit: Lucia Muriel (Diplom-Psychologin und Trainerin)
Anmeldung erbeten [Q90]
Beitrag inkl. Verpflegung und Getränke 10 €, Ermäßigung möglich.

Do 06. Februar, 18–21 Uhr | Diskussion mit Musik
100 Jahre Bildung im Umbruch – Was die weltlichen Schulen und die Reformen der Weimarer Republik bewirkten

In Kooperation mit Weimarer Republik e.V. und dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg
Am 6. Februar 1919, vor 101 Jahren, wurde die Nationalversammlung in Weimar eröffnet. Wir wollen an diesem »Tag der Weimarer Republik« immer wieder auf die Errungenschaften hinweisen, die uns diese erste deutsche Demokratie hinterlassen hat.
Die weltlichen Schulen wurden zur Keimzelle von Schulreformen, die Arbeiterkindern zu höherer Bildung verhalfen. Was hatten die Schulreformen im Sinn, was haben sie bewirkt und welche Bedeutung haben ihre Ansätze heute?
Mit: N.N. (Historikerin), N.N. (Historiker), Karin Korte (Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport), Maja Lasić (Mitglied des Abgeordnetenhauses)
Musik: Stepan Gantralyan & Co.
Anmeldung erbeten [Q80]

Do 13.Februar, 19–21 Uhr | Diskussion
Gemeinwohl- oder Klassenpolitik?
Stadtpolitik zielt immer häufiger auf das Gemeinwohl ab – aber was ist damit eigentlich gemeint? Dient das Gemeinwohl wirklich allen? Brauchen alle das Gleiche? Und wo bleiben dann die Interessengegensätze?
Mit: Elisabeth Voß (Betriebswirtin und Publizistin, Schwerpunkt
Solidarische Ökonomien, NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V.)
Anmeldung bis 10. Februar [Q40]

Sa 15. Februar, 10–17 Uhr | Seminar
Stadt Selbst Machen?!
Obrigkeitsstaat und Politik hinter verschlossenen Türen war gestern. Heute dürfen, oder sollen sogar alle bei fast allem mitreden. Mit Bürgerbeteiligung und Partizipation wird Stadtpolitik demokratisiert – oder?
Nach einer Einführung mit aktuellen Beispielen sind die Teilnehmenden eingeladen, eigene Erfahrungen der Mitgestaltung von Stadt, Bezirk oder Kiez auszutauschen und gemeinsam kritisch zu reflektieren. Ziel ist es, den Blick auf schöne Slogans und unterschiedliche Verfahren zu schärfen.
Mit: Elisabeth Voß (Betriebswirtin und Publizistin, Schwerpunkt
Solidarische Ökonomien, NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V.)
Beitrag inkl. Verpflegung und Getränke 10 €, Ermäßigung möglich. 
Anmeldung bis 10. Februar [Q41]

Sa 22. Februar, 10–17 Uhr | Tagung
50 Jahre »Mehr Demokratie wagen« – was bleibt?
Im November 1969 gab Willy Brandt als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler seine Regierungserklärung ab. »Wir wollen mehr Demokratie wagen« war der Kernsatz und zugleich die Einladung an eine kritische Jugend, sich an der Demokratie zu beteiligen. Wir blicken zurück, aber auch nach vorne: Was bedeutet »Demokratie wagen« heute? Welche Bedeutung haben bei uns direkte Demokratie, Geschlechtergerechtigkeit, demographischem Wandel, Einbeziehung von Migrant*innen usw.? Ist die Mehrheitsdemokratie zukunftsfähig?
Beitrag 10 Euro inkl. Verpflegung und Getränke (Ermäßigung möglich). Anmeldung bis 17. Februar [Q81]

Mo 16. März, 17–20.30 Uhr | Diskussion
Revolution – Wahl – Verfassung
1848 – 1918/19 – 1989/90: Immer dieselbe Tragödie?
In Kooperation mit dem Friedhof der Märzgefallenen
Im März 1990, vor jetzt 30 Jahren, wurde in der DDR in freier Wahl die Volkskammer gewählt. Damit kam die »Friedliche Revolution« von 1989 an ein Ende. Die Verfassungsdiskussion des Runden Tischs wurde historisch kaum relevant. Wir blicken auch auf frühere deutsche Revolutionen und diskutieren, welche Wirkungen Wahlen und Verfassungen auf den Fortgang und die Ergebnisse von Revolutionen haben.
Anmeldung erbeten [Q82]


Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de