Oktober | November | Dezember 2019

WIRSTIMMEN

Für widerständige Alternativen zum Entwicklungsmythos
Ziel der Ausstellung ist es, die Verflechtung historisch gewachsener, postkolonialer Macht- und Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen, sowie Netzwerke und Akteure des Widerstandes vorzustellen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Geschichten ausfindig zu machen, die überschrieben, verschwiegen, vergessen oder marginalisiert wurden (zum Beispiel antikolonialer Widerstand). Verdeutlicht wird dies vor allem anhand von Video- und Audiomaterial von insgesamt acht Interviews mit Aktivist*innen aus dem Globalen Süden und Norden. Ihre widerständigen, kreativen und empowernden Strategien sowie weitere Beispiele globaler, sozialer Bewegungen sollen die Besucher*innen dazu anregen, nachzudenken und selbst aktiv zu werden. Die Aussagen der Aktivist*innen wurden in 4 Schwerpunkte an jeweils vier Stationen unterteilt. Die erste Station MYTHOS ENTWICKLUNG vertieft die Ursachen und die ideologischen Grundlagen der Idee von globaler Entwicklung, die das Leben auf unserem Planeten bestimmt. Deren Auswirkungen in Form von Ausbeutung, Rassismus, Zerstörung, Dominanz sowie Raub von Land und Boden werden in der zweiten Station ENTWICKLUNG HERRSCHAFT illustriert. Seit Beginn der Vorherrschaft der »Entwickelten« haben sich Menschen ihr widersetzt. Thema der dritten Station: WIDERSTAND. Nicht nur der Widerstand gegen die Verhältnisse, auch der Traum von einem besseren Leben auf unserem Planeten ist ungebrochen. An der vierten Station erfahren wir, wie BEFREIUNG aussehen und konkret verwirklicht werden kann.
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr und auf Anfrage

Fr 01. November, 19–21 Uhr |
Vernissage
Zur Eröffnung der Ausstellung werden acht speziell für die Ausstellung interviewte Aktivist*innen ihre Perspektiven und Erfahrungen zum Thema Entwicklung und Dekolonisierung darstellen. Anhand konkreter Beispiele lernen wir sehr unterschiedliche widerständige Praktiken kennen. Die Performerin und Künstlerin Yili Rojas präsentiert ihre Installation »K«, in der sie sich mit den Auswirkungen von 500 Jahren Kolonialisierung auseinandersetzt.
Mit: Doğan Akhanlı, Tahir Della (Initiative Schwarze Deutsche), Lucia Muriel (glokal e.V.), Yili Rojas.
Anmeldung erbeten [P50]

Do 07. November, 19–21 Uhr | Filmvorführung und Gespräch
»Namibia: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft«
Viele wissen nicht, dass der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts an den Hereros und Namas durch deutsche Kolonisten in Namibia begangen wurde. Die Filmemacherin Nadia Alazaar spricht mit Israel Kaunatjike über die historische Bedeutung der Forderungen nach Reparationsleistungen für den Völkermord deutscher Kolonisten in Namibia.
Mit: Nadia Alazaar (Filmemacherin) und Israel Kaunatjike (Aktivist, Bündnis Völkermord verjährt nicht), Doğan Akhanlı, Tahir Della (ISD)
Anmeldung erbeten [P51]

Do 14. November, 19–21 Uhr | Diskussion
»Wem gehört die Welt heute? Über das Menschenrecht auf Mobilität«
In der Diskussion geht es um Migration und Flucht, Selbstorganisierung und Teilhabe, vorgestellt werden Initiativen und Projekte. Moderiert wird die Diskussion von Adam Baher von glokal e.V. sein Rollenspiel zu Flucht und Migration vor (in Kooperation mit solar e.V.).
Das lateinamerikanische Frauennetzwerk stellt ihre Initiative »Ni una menos« (Nicht eine weniger) vor und die Selbsthilfeinitiative International Women Space stellt ihr Buch: »Eure Heimat ist unser Albtraum« vor.
Mit: Adam Baher, Solar e.V.. Anmeldung erbeten [P52]

Do 28. November, 19–21 Uhr |
Finissage
Der Schriftsteller Doğan Akhanlı (glokal e.V.) resümiert den Stellenwert der kritischen Auseinandersetzung mit dem Mythos Entwicklung und mit Schlussfolgerungen für das tägliche politische Handeln.
Murat Akan und Fernanda Oliveira de Souza kommentieren die Ausstellung aus der Publikumsperspektive. Anhand hegemonialer und widerständiger Zitate aus dem eLearning Tool: »Connecting the dots« werden dekoloniale Statements musikalisch vorgetragen. Mit: Doğan Akhanlı, Murat Akan (Topografie des Terrors), Fernanda Oliveira de Souza (Projektleiterin von „Dekolonial“), Rosa Shakur (Musik).
Anmeldung erbeten [P53]


Do 10. Oktober, 18–21 Uhr | Workshop
Listen to me! Frauen machen Politik!
Sich anstecken lassen von der Lust auf Demokratie und politisches Engagement!
In Kooperation mit der Gleichstellungskommission der SPD-Berlin.
Wer wird gehört und wodurch? Woran erkenne ich Macht- und Statusspiele in der Kommunikation und wie kann ich diese situativ steuern?  Welchen Einfluss haben Statusspiele, Stereotypen auf das eigene Kommunikationsverhalten, auf politisches Wirken? In dieser Fortbildung geht es um Basics, Strukturen und Möglichkeiten der Einflussnahme in der Politik durch selbstbewusstes Auftreten und geschicktes Argumentieren.
Mit: Deborah Ruggieri (Coach und Trainerin)
Anmeldung bis 2. Oktober [P90]

Sa 12. Oktober, 14–16 Uhr | Stadtrundgang
Der »Rote Wedding«
Das ehemals landwirtschaftliche Gut um den Wedding wurde mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zu dem sprichwörtlichen Arbeiterviertel. Armut und Widerstand prägten seitdem das Bild. Dazu gehörten u.a. die »Wiesenburg«, die im 19. Jahrhundert als Obdachlosenheim Bedeutung erlangte und die kommunistischen Hochburgen um die Kösliner Straße in den 1920er Jahren, die auch Schauplatz des »Blutmai« im Jahr 1929 wurden. Dies und vieles mehr kann entdeckt werden auf einem Rundgang durch eine Gegend, deren soziale Probleme sich zwar verändert haben, aber keineswegs überwunden sind.
Mit: Ulrich Horb (Journalist) und Mitwirkende des Projekts »Wedding – eine Spurensuche im Kiez«.
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Berlin.
Anmeldung erbeten [P82]
Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Sa 19. Oktober, 10–15.30 Uhr | Workshop
Feminismus: Geschichte – Gegenwart – Zukunft
Workshop zu Theorie und Praxis der Frauenbewegung
In Kooperation mit der Gleichstellungskommission der SPD-Berlin
Frauenbewegungen und Geschlechtertheorien können auf eine ereignisreiche Geschichte und große Erfolge blicken. Im Seminar werden die Teilnehmer*innen zunächst mit der Geschichte des Feminismus sowie zentralen Debatten und Konzepten feministischer Theorien und Gender Studies vertraut gemacht. Im zweiten Teil des Seminars diskutieren wir über Umsetzung von feministischer Praxis und Möglichkeiten im Alltag.
Mit: Merle Stöver (Aktivistin und Bloggerin) 
Beitrag inkl. Verpflegung und Getränke 10 €, Ermäßigung möglich. 
Anmeldung bis 14. Oktober [P91]

Do 24. Oktober,19–21 Uhr | Vortrag
Gegen den Krieg! Frieden! Freiheit! Brot!
Die Agitation für Frieden und Demokratie durch die im Ersten Weltkrieg nach Holland desertierten Linkssozialisten Carl Minster und Wilhelm Pieck und ihre weitgehend unbekannt gebliebene Zusammenarbeit mit dem französischen Geheimdienst 1917-18.
In Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V.
Mit: Ottokar Luban (Historiker).
Anmeldung erbeten [P81]

Fr-So 25.–27. Oktober | Seminar mit Exkursionen
Neue Arbeitswelten in Berlin – 
eine kritische Auseinandersetzung mit Stadt, Arbeit und Identität
–Achtung: verschoben auf 2020!–
Von Fließband und Maloche zur Flexibilisierung, Digitalisierung und Homeoffice. Die rasanten Veränderungen der Arbeitswelt durch neue Technologien und die Globalisierung, werden exemplarisch am Beispiel Berlin beleuchtet und aus sozialer und politischer Perspektive analysiert. Wie wirkt sich der Strukturwandel der Arbeitswelt auf gesellschaftliche Machtverhältnisse aus? Welche neuen Konflikte entstehen in der Arbeitswelt? Welche Konzepte gibt es, die darauf reagieren?
Mit: Gökhan Tuncer (Politikwissenschaftler).
Beitrag: 20 € inkl. Verpflegung, Ermäßigung möglich.
Anmeldung bis 17. Oktober [P40]

Sa 9. November, 13–17 Uhr | Workshop
Methoden und Formate politischer Bildung
Wer Politik vermitteln möchte, muss sich nicht nur über die Inhalte, sondern auch über die Methoden und Formate Gedanken machen, wie der Inhalt vermittelt werden soll, welche Zielgruppe man erreichen möchte und vieles mehr. Wir fragen uns, wie das Energietief nach dem Mittagessen (»Suppenkoma«) überwunden werden kann und wie abendliche Diskussionsveranstaltungen produktiv und interessant gestaltet werden können.
In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Mit: Yvonne Lehmann (Referentin für Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung). Beitrag: 20 €, Ermäßigung möglich. Anmeldung erbeten [P41].

Mi 13. November, 8.30–15.30 Uhr | Coaching
Coaching für Schülersprecherteams und SV-Begleiter*innen
Funktionierende Schulsprecherteams sowie engagierte SV-Begleiter*innen sind die Grundlage aktiver SV-Arbeit. Das Coaching vermittelt Grundlagenwissen zu Mitbestimmungsmöglichkeiten und Potentialen von SV-Arbeit, ermöglicht Austausch und gibt konkrete Hilfsmittel an die Hand. Es wird ein gemeinsames Aufgabenprofil für Schulsprecherteams erarbeitet, ihr bekommt konkrete Tipps und könnt das kommende SV-Jahr planen. Ziel ist es, dass ihr euch auf eure Arbeit gut vorbereitet fühlt. Beitrag: 20 € inkl. Verpflegung. Anmeldung erbeten [P42]

Fr 15. – So 17. November
Exkursion und Workshop
Exkursion zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Leitung: Enrico Troebst (Soziologe)
Teilnahmebeitrag (inkl. Eintritt und Übernachtung): 100 €, ermäßigt 30 €.
 Es gibt die Möglichkeit, über einen Förderbeitrag in Höhe von 170 € Ermäßigungsberechtigten die Teilnahme zu ermöglichen.
[P80]

Do 21. November, 19–21 Uhr | Podiumsdiskussion
Polen nach der Wahl
Die Veränderung des politischen Klimas und dessen Auswirkung auf die polnische Gesellschaft und Europa sollen zentraler Bestandteil dieser Podiumsdiskussion sein. Themen wie der Rechtsruck der Gesellschaft und zivilgesellschaftliches Engagement werden besprochen. Welche wegweisende Veränderungen bringt das Ergebnis der Wahl des polnischen Parlaments am 13. Oktober?
Moderation: Ingo Schuster (Stellv. Vorsitzender Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e.V.). Anmeldung erbeten [P30].

Sa 7. Dezember 2019, 10–18 Uhr | Tagung
50 Jahre »Mehr Demokratie wagen« – was bleibt?
Im November 1969 gab Willy Brandt als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler seine Regierungserklärung ab. »Wir wollen mehr Demokratie wagen« war der Kernsatz und zugleich die Einladung an eine kritische Jugend, sich an der Demokratie zu beteiligen. Wir blicken zurück, aber auch nach vorne: Was bedeutet »Demokratie wagen« heute? Welche Bedeutung haben bei uns direkte Demokratie, Geschlechtergerechtigkeit, demographischem Wandel, Einbeziehung von Migrant*innen usw.? Ist die Mehrheitsdemokratie zukunftsfähig?
Beitrag 10 Euro inkl. Verpflegung und Getränke (Ermäßigung möglich). Anmeldung bis 2. Dezember [P83]


Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de