April| Mai |Juni 2019

»Immer wieder?«

Extreme Rechte und Gegenwehr in Berlin seit 1945

Eine Ausstellung des antifaschistischen pressearchivs und bildungszentrums (apabiz) e.V. 
und des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Seit der Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 und den rassistischen Mobilisierungen scheint die extreme Rechte in der Bundesrepublik präsent wie nie zuvor. Tatsächlich ist sie jedoch kein neues Phänomen – auch nicht in Berlin.
Die Wanderausstellung erzählt exemplarisch von zehn Ereignissen in Berlin in den zurückliegenden sieben Jahrzehnten, die unterschiedlichen Aktionsfeldern der extremen Rechten zuzuordnen sind – sowie von dem gesellschaftlichen Widerstand dagegen.
Das apabiz ist das größte öffentlich zugängliche Facharchiv zur extremen Rechten nach 1945 im deutschsprachigen Raum.
Das Aktive Museum versteht sich als offene Arbeitsplattform und Werkstatt für alle, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen und ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart beschäftigen wollen.

Ausstellung: 19. Juni bis 16. Juli 2019
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr, und auf Anfrage


Begleitveranstaltungen:

Di 18. Juni, 19–21 Uhr | Vernissage
Mit: Kaspar Nürnberg (Aktives Museum) u.a.

Mi 26. Juni, 19–21 Uhr | Vortrag mit Diskussion
Nazis im antifaschistischen Staat – Rechtsextremismus in der DDR
Antifaschismus war ein zentraler Wert im System der DDR. Hier wurde der Sozialismus aufgebaut während hinter dem »antifaschistischen Schutzwall« die alten Nazis weiter für Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklasse sorgten. Doch auch in der DDR gab es Nazis. Spätestens nach dem Überfall auf ein Konzert in der Ost-Berliner Zionskirche 1987 war das offensichtlich. Wie organisierten und äußerten sich Nazis in der DDR? Wie ging der Staat mit ihnen um und was wurde aus ihnen nach 1990?
Mit: Christin Jänicke (Sozialwissenschaftlerin, Autorin) und Thomas Thiele (Geschäftsführer des Stadtjugendrings Königs Wusterhausen)
Ort: Müllerstr. 163 (Erika-Heß-Saal)

Di 16. Juli, 19–21 Uhr | Finissage

Im Juli findet eine weitere Begleitveranstaltung statt.

Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Weiteres Programm:

Di 2. April | Konferenz und Preisverleihung
Medien machen. Diversität leben. Politisch bilden

16.30–19.00 Uhr | Konferenz. Gemeinsam mit der 
Friedrich-Ebert-Stiftung
Mit: Saraya Gomis (Antidiskriminierungsbeauftragte der Senats-verwaltung für Bildung, Jugend und Schule), Cansel Kiziltepe (Mitglied des Bundestages), Bianca Klose (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus), Konstantina Vassiliou-Enz (Neue Deutsche Medienmacher*innen)
Moderation: Veronika Gerhard (Künstlerin und Kuratorin)

19.30 Uhr | Auszeichnung für innovative und emanzipatorische Beiträge zur Politischen Bildung
2. Verleihung des Julie und August Bebel Preises
Mit der Preisträgerin Ferda Ataman (Neue Deutsche Medienmacher*innen)
Laudatio: Meltem Kulaçatan (Erziehungswissenschaftlerin, Universität Frankfurt/Main)
Musikalische Begleitung: Dota Kehr

Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Haus 1, Hiroshimastr. 17, 10785 Berlin
Anmeldung unter: www.fes.de/lnk/berlin020419

Sa 6. April, 11–13 Uhr | Stadtführung
Geflüchtete zeigen ihr Neukölln
In der Debatte um Flucht und Migration kommen Betroffene selbst kaum zu Wort. Das möchte der Verein »querstadtein« ändern. Unser Stadtführer Mohammad ist in Aleppo aufgewachsen – heute lebt er in Berlin. Auf der Tour teilt er seine persönlichen Erfahrungen mit uns: Wie fühlt sich Ankommen an? Was bewegt ihn? Warum ist die Sonnenallee für viele Geflüchtete »the place to be«? Der Neu-Berliner lädt uns ein, die Stadt mit seinen Augen zu sehen.
Beitrag: 5 €
Anmeldung bis 4. April

Mo 15. April bis Di 16. April | Senior*innenseminar
Die Zukunft der Pflege
In Zusammenarbeit mit dem Verein Selbsthilfe im Vorruhestand e.V.
Pflege von Menschen nimmt einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Schon jetzt herrscht ein großer Mangel an Pflegekräften, die Zahl der Bedürftigen wird in den kommenden Jahrzehnten aber weiter steigen. Wie kann das organisiert werden? Welche Konzepte werden politisch diskutiert?
Mit: Andreas Gudat-Wengenroth (Erwachsenenbildner)
Teilnahmebeitrag mit Übernachtung und Verpflegung: 
DZ 25 € / EZ 30 € Anmeldung bis 8. April

Sa 27. April, 10–17 Uhr | Workshop für Frauen*
RiseUp – Empowerment von Potenzialen

Junge Frauen* entscheiden und gestalten die Gesellschaft heute aktiv mit. Trotzdem begegnet ihnen weiterhin strukturelle Benachteiligung, die verunsichert und hemmt. Im RiseUp Workshop erkennen und entfalten Frauen* durch innovative und kreative Lernmethoden gemeinsam ihre Potenziale und werden ermutigt, sich eigenverantwortlich selbstbestimmte Ziele zu setzen.
Mit: Helen Schlüter (Ethnologin und Politologin) und Laura Gerards Iglesias (Europawissenschaftlerin und Design Thinker)
Beitrag: 20 € inkl. Verpflegung und Getränke, Ermäßigung möglich Anmeldung bis 22. April

Do 9. Mai, 19–21 Uhr | Vortrag mit Diskussion
»Blutmai« 1929
Die endgültige Spaltung der Arbeiterbewegung als Anfang vom Ende der Demokratie

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts »Wedding – eine Spurensuche im Kiez«, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Im September 1928 hatte der Polizeipräsident Zörgiebel (SPD) Demonstrationen in Berlin verboten. Das galt auch im Mai 1929 noch. Die Kommunist*innen demonstrierten trotzdem, es gab Barrikaden, ca. 30 Tote. Was geschah damals wirklich und welchen Beitrag leisteten die Ereignisse zum Untergang der Demokratie?
Mit: Marcel Bois (Historiker) und Siegfried Heimann (Historiker)
Anmeldung erbeten

Sa 11. Mai | Stadtrundgänge
Arbeitswelten in Berlin
Eine kritische Auseinandersetzung mit Stadtraum, 
Arbeitsform und Identität. Das Beispiel Moabit und Mitte

10–13 Uhr: Industriemetropole Berlin – die Arbeitswelt von gestern.
Am Beispiel Moabit wird der Wandel eines Kiezes von einer Viehweide zum Zentrum der Schwerindustrie und dichtbesiedelten Arbeiterviertel gezeigt.

14–17 Uhr: Industrie 4.0 und Coworking-Cafés – 
die Arbeits-welt von heute (und morgen?).
Der Wandel vom Fließband und Maloche zu Kreativität, Flexibilität und Ästhetisierung am Beispiel Mitte.

Leitung: Gökhan Tuncer (Politikwissenschaftler)

Beitrag: 10 € pro Veranstaltung, beide zusammen 15 €, Ermäßigung möglich Anmeldung bis 6. Mai
Die Treffpunkte werden nach der Anmeldung bekannt gegeben.

Sa 11. Mai, 18–20 Uhr | Maibock-Anstich mit Diskussion
Gesund einkaufen zwischen Bioladen, Markthalle und Supermarkt
Bio oder gar gesund einkaufen können wir überall. Manchmal ist das Sortiment größer, manchmal der Preis anders. Die Markthallen bieten regionale Produkte an, Supermärkte haben ihre Bio-Ecken. Wo sollen wir einkaufen, wenn wir das beste Preis-Leistungsverhältnis bekommen möchten?
Mit: Cansel Kiziltepe (Mitglied des Bundestages), Nikolaus Driessen (Markthalle Neun) u.v.a.
Moderation: Manfred Ronzheimer (Journalist)
In Kooperation mit der Markthalle Neun
Ort: Markthalle Neun, Eisenbahnstr. 42/43, 10997 Berlin
Anmeldung erbeten

So 12. Mai, 10–17 Uhr | Workshop |

Mo 13. Mai, 18–20 Uhr | Stadterkundung
Geschichte im Gedächtnis
Unsere Kommunikation über aktuelle gesellschaftliche Konflikte ist stark von der Vergangenheit geprägt. Die Wirkungsgeschichte des Nationalsozialismus beeinflusst heute noch das Selbstbild von Individuen und Gesellschaft. Der Workshop bietet Erfahrungs- und Diskussionsraum im Hinblick auf die Bedeutung und die Ausdrucksformen der Erinnerungskultur im privaten und öffentlichen Raum.
Mit: Romina Wiegemann und Jana Scheuring (Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST))
Beitrag: 25€, Ermäßigung möglich
Anmeldung bis 6. Mai

Do 23. Mai, 19–21 Uhr | Vortrag mit Diskussion
Revolution und Erwachsenenbildung
100 Jahre Volkshochschule
Ein Baustein gesellschaftlicher Veränderung nach der Revolution von 1918 war die Gründung von Volkshochschulen. Seit einem Jahrhundert ermöglichen sie lebenslanges Lernen für alle. Was hat ihre Gründung bewirkt, wie haben sie sich entwickelt und vor welchen Herausforderungen stehen sie heute?
Mit: Jörg Wollenberg (Historiker und Erwachsenenbildner) u.v.a.
In Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V.
Anmeldung erbeten

Di 28. Mai bis So 9. Juni |Europa- und verkehrspolitische Bildungsreise
Entlang des »Skandinavien-Mittelmeer Korridors«
Die diesjährige Exkursion erfolgt per Bahn und Schiff entlang des Transeuropäischen Vorrangkorridors »Scan Med«, der von Berlin über den Brenner, Italien und Sizilien bis nach Malta verläuft.
Beitrag: ca. 1.300 € plus Zuschlag bei Einzelzimmer
Anmeldung bis 15. April

Sa 8. Juni, 16–21 Uhr | Buchvorstellungen und Bücherbasar
Die lange Nacht des politischen Buchs
Autor*innen stellen aktuelle politische Bücher vor
U.a. mit Bernd-Peter Lange »Georg Benjamin. Ein bürger-licher Revolutionär im roten Wedding« und Giesela Notz »Wegbegleiterinnen. Berühmte, bekannte und zu Unrecht vergessene Frauen aus der Geschichte«.
Auf einem Bücherbasar können politische Bücher erworben oder auch verkauft werden. Der Erlös kommt der Bibliothek des August Bebel Instituts zugute.
Anmeldung erbeten

Sa 15. Juni, 11–15.30 Uhr | Bustour
Genossenschaften in Neukölln
Die Geschichte des genossenschaftlichen Wohnungsbaus kann man in Neukölln besonders anschaulich zeigen. Die Ideal-Passage und der Ilsenhof sind zwei prächtige Beispiele des Bauens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aber auch Ergebnisse des jüngsten genossenschaftlichen Bauens rund ein Jahrhundert später findet man hier.
In Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsforum e.V.
Mit: Barbara König (Genossenschaftsforum e.V.)
Beitrag: 15 €, Ermäßigung möglich
Anmeldung bis 10. Juni


Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de