Oktober| November | Dezember 2018

»Flucht nach Europa«

Zwischen Hoffnung und Vertreibung

Als im Jahr 2015 immer mehr Menschen über die Balkanroute nach Europa kamen, war das Thema in den Medien omnipräsent. Während viele Europäer*innen die Geflüchteten willkommen hießen, wurden in und um Europa Zäune und Mauern gebaut, mit Diktatoren verhandelt und Gesetze geändert, um möglichst viele Menschen daran zu hindern, die Außengrenzen zu überqueren. Eine humane Antwort ist das nicht.

Diese Politik der Abschottung kostet Leben. Beim Versuch über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, sterben tausende Menschen. Allein 2018 wurden schon über 1500 Leichen entdeckt. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Mehrere NGOs haben es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Menschen aus der Seenot zu retten und werden damit immer mehr zum Spielball großer Politik. Sie sehen sich Vorwürfen ausgesetzt, werden von der libyschen Küstenwache bedroht, teilweise wird gegen sie aufgrund von illustren Anschuldigungen ermittelt.

In der Ausstellung schildert Erik Marquardt die Situation der Seenotretter*innen auf hoher See sowie der Geflüchteten auf den Fluchtrouten nach Europa. Er berichtet vom Mittelmeer, der Balkanroute und aus Afghanistan. Wo kommen die Menschen her? Warum setzen sie sich in seeuntüchtige Boote? Auf diese und weitere Fragen gibt die Ausstellung Antworten.

Erik Marquardt ist Fotograf und Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen. Er war vielfach auf den Fluchtrouten nach Europa unterwegs, hat diese fotografisch begleitet und mehrere Seenotrettungsmissionen unterstützt.

Ausstellung: Mo 5. November bis Do 29. November 2018
Öffnungszeiten: Mo–Do 14–18 Uhr, Fr 16–20 Uhr

 

Begleitveranstaltungen:

Mo 5. November, 19–21 Uhr
Vernissage
Anmeldung erbeten [L50]

Do 15. November, 19–21 Uhr
»ORTEN« Filmvorführung und anschließendes Gespräch
2017, 64 Min., von Margit Schild, Kamera: Jan-Malte Enning
Der Film »ORTEN« begleitet Bernice aus dem Kongo, Emmanuel aus Ghana, Ivan aus der Ukraine, Nana aus Georgien und Pantea aus dem Iran auf einer Reise durch Deutschland. Sie erzählen von ihrer Herkunft und ihrer Suche nach Halt, nach Heimat und nach Raum zur Entfaltung. Wo ist das und was kann das sein? Wenn es nicht mehr der Geburtsort ist, was dann? Das Gefühl von Sicherheit oder schlicht die Abwesenheit von Bedrohung? Ist Heimat dort, wo die Familie ist? Oder ist es der Ort, der Möglichkeiten und Chancen bereithält?
Mit: Margit Schild (Regisseurin) und Emmanuel Peterson (Protagonist und Eine Welt-Promotor Ghana, NRW)
Anmeldung erbeten [L51]

ACHTUNG! DIE VERANSTALTUNG FÄLLT AUS! Der Nachholtermin wird zeitnah bekanntgegeben.
So 25. November, 11–13 Uhr
Geflüchtete zeigen ihr Neukölln
Stadtführung
In der Debatte um Flucht und Migration kommen Betroffene selbst kaum zu Wort. Das möchte der Verein »querstadtein« ändern. Unser Stadtführer
Mohamad ist in Aleppo aufgewachsen, seine Familie kommt aus der syrisch-kurdischen Region Afrin – heute lebt er in Berlin. Auf der Tour teilt er seine persönlichen Erfahrungen mit uns: Wie fühlt sich Ankommen an? Was bewegt ihn? Warum ist die Sonnenallee für viele Geflüchtete »the place to be«? Der Neu-Berliner lädt uns ein, die Stadt mit seinen Augen zu sehen.
Beitrag: 5 €
Anmeldung bis 21. November [L52]

Do 29. November, 19–21 Uhr
Finissage
Anmeldung erbeten [L53]

 

Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

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Weiteres Programm:

 

Do 4. Oktober, 18–21 Uhr
Viva la Vulva – Versuche und Erfolge Tabus zu durchbrechen
In Aufklärungsbüchern werden wesentliche Merkmale der Vulva unsichtbar gemacht, unserem Wortschatz mangelt es an (positiven) Bezeichnungen für »da unten« und in der Bindenwerbung ist das Blut grundsätzlich blau. Sprachlosigkeit, Scham und Unkenntnis prägen dieses unentspannte gesellschaftliche Verhältnis zu Geschlechtsorganen, Menstruation und allem was dazu gehört. Wie können diese Tabus gebrochen werden? Was bedeutet das für feministische Politik?
Mit: Agi Malach (Sexualpädagogin und Gründerin von »Vulvinchen«) und Cordelia Röders-Arnold (Head of Menstruation bei »einhorn«)
Ort: Alte Feuerwache e. V. (Saal), Axel-Springer-Straße 40/41,10969 Berlin
Anmeldung erbeten [L90]

Sa 6. Oktober, 10–17 Uhr
Diskriminierung durch Moderation begegnen
Ob im Seminar ein rassistischer Witz gemacht oder auf dem Podium ein sexistischer Kommentar geäußert wird, mit der Moderation von Bildungsveranstaltungen geht eine besondere Verantwortung einher, in solchen Situationen angemessen zu reagieren. Im Workshop arbeiten wir mit eigenen Praxisbeispielen und fragen uns, wie wir Diskriminierung nicht nur erkennen, sondern auch benennen können und welche Voraussetzungen hierfür notwendig sind. Durch das Kennenlernen und Üben von Moderationstechniken entwickeln wir Umgangsstrategien mit Diskriminierung im Kontext politischer Bildung.
Mit: Habet Ogbamichael (Trainerin für Empowerment, Diversity & Teambuilding)
Beitrag: 10 € inkl. Verpflegung und Getränke. Ermäßigung möglich.
Anmeldung bis 1. Oktober [L40]

 

URBANIZE! Festival für urbane Erkundungen (5.-14. Oktober)
So 7. Oktober

13.00–16.00 Uhr
Wem gehört die Stadt?
Besitzverhältnisse und Geschäftsstrukturen von Briefkastenfirmen und Immobilienspekulant*innen
Ort: Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27 (S- und U-Bhf. Westhafen) [L43]

18.00–20.00 Uhr
Wie wollen wir morgen wohnen?
Ein Gespräch über hohe Mieten und Selbstverwaltung am Kottbusser Tor
Ort: Vierte Welt (Neues Kreuzberger Zentrum), Zugang über die Außentreppe Adalbertstr. 96 [L44]

20.00–22.00 Uhr
Kommunal und selbstverwaltet wohnen
Demokratisierung und Teilhabe im kommunalen Wohnen
Ort: Vierte Welt (Neues Kreuzberger Zentrum), Zugang über die Außentreppe Adalbertstr. 96 [L45]

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Weitere Informationen sind unter https://urbanize.at erhältlich.

 

Do 11. Oktober, 19–21 Uhr
Der Staat des Kapitals und seine Kritiker*innen
Vorstellung des Bands »Materialistische Staatskritik«
Seit Marx und seinen Zeitgenoss*innen wird der Staat als Herrschaftsinstrument kritisiert. Wie wird der Staat bei Marx, Lenin, Gramsci und den vielen anderen gesehen und was können wir für heute daraus lernen?
Mit: Moritz Zeiler (Historiker, Politologe und Autor)
Anmeldung erbeten [L20]

Do 18. Oktober, 19–21 Uhr
»RITUALS« – Poetischer Kurzfilm, Lesung und anschließende Diskussion
Wie findet man zu sich selbst, in einer Stadt, die einem fremd ist? Wie kann die Begegnung mit anderen Kulturen dabei helfen, die eigene Identität zu erforschen und zu bereichern? Antworten auf diese und weitere Fragen suchte Steve Mekoudja, ein junger Mann, Kameruner und Bamiliké in der Kunst. Sein Projekt »RITUALS« wurde zum Begleiter einer Entdeckungsreise zu sich selbst. Das Ergebnis lädt ein, sich durch ein Treffen von Worten, Tanz, Musik und Fotografie der eigenen Identität bewusst zu werden.
Mit: Steve Mekoudja (Leiter des Projekts, Kamerun), Nadine Ngolo (Co-Leiterin des Projekts) und Acèle Nadale (Leiterin des Magazins Afrolivresque, Kamerun).
Anmeldung erbeten [L31]

 

ACHTUNG! Die Veranstaltung fällt aus. Ein Ersatztermin wird zeitnah bekanntgegeben.
Sa 27. Oktober, 10–17 Uhr
Vielfältige Stadt, vielfältige Erinnerung:
Was unterschiedliche Herkünfte für eine gemeinsame Erinnerung bedeuten
Historische Erinnerung in Berlin ist häufig einseitig und schließt zum Beispiel migrantische Perspektiven aus. Die Menschen im heutigen Berlin haben aber sehr verschiedene Herkünfte. Wie kann eine Erinnerungskultur aussehen, die das berücksichtigt? Die Antworten auf diese Frage gehen von den Erinnerungen der Teilnehmenden an dem Workshop aus.
Mit: Romina Wiegemann (Bildungsreferentin des ZWST e.V. Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment), N.N. (AKEBI – Aktivist*innenvereinigung gegen Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung e.V.)
Beitrag: 10 € inkl. Verpflegung und Getränke
Anmeldung bis 22. Oktober [L81]

 

Do 1. November, 19–21 Uhr
Gewissensfreiheit als Revolution
Lesung und Diskussion der Erinnerungen Adolph Hoffmanns
Vor 100 Jahren wurde mit der Revolution der unabhängige Sozialdemokrat Adolph Hoffmann preußischer Kultusminister. Zu seinen wichtigsten Maßnahmen gehörte die Abschaffung der kirchlichen Schulaufsicht. Wir stellen seine persönlichen Erinnerungen vor und diskutieren seine Rolle zur Zeit der Revolution.
Mit: Hans-Wolf Ebert, Volker Heiermann und Lars Hoffmann (Herausgeber) sowie Anke Reuther (Freireligiöse Gemeinde)
Anmeldung erbeten [L82]

 

Fr 2. November – So 4. November
Gedenkstättenfahrt nach Hamburg und Neuengamme
Berliner Gedenkstättenfahrten gehen auf eine Initiative von Harry Ristock zurück, der in den 1960er Jahren als Vorsitzender der SJD »Die Falken« erste Fahrten nach Polen leitete. Seit drei Jahren ist das ABI der Veranstalter.
Auf dem Programm steht ein Treffen mit Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft, ein Besuch des Gedenkorts Hannoverscher Bahnhof, eine Führung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und eine Hafenrundfahrt zur Kolonialgeschichte.
Beitrag: einschließlich Unterkunft, Busfahrten, Frühstück, Abendessen und Eintrittsgeldern 150 € (ermäßigt 80 €), EZ-Zuschlag 70 €. ÖPNV-Fahrscheine und weitere Mahlzeiten sind im Beitrag nicht enthalten.
Leitung: Enrico Troebst (Soziologe)
Anmeldung bis 28. September [L80]

 

Do 8. November, 18–21 Uhr
Von feministischen Bewegungen in Lateinamerika lernen 
Ob auf der Straße, im Netz oder in der Politik – überall in Lateinamerika mischen sich Feminist*innen in gesellschaftliche Debatten ein, kämpfen für ihre Rechte, Partizipation und Selbstbestimmung. Dabei haben sie zahlreiche Erfolge erzielt. Was können wir von lateinamerikanischen Aktivist*innen lernen? Wie können wir uns mit ihnen solidarisieren und uns ihre Kämpfe zum Vorbild machen?
Mit: Marly Borges (LGBTIQ-Aktivistin), Caroline Kim (Redakteurin Lateinamerika Nachrichten), Javiera Carrasco Heine (Sozialanthropologin und feministische Aktivistin) und Mirjana Mitrović (Journalistin, Fotografin und feministische Aktivistin)
Anmeldung erbeten [L91]

 

Fr 9. – So 11. November
Alte und neue Arbeitswelten in Berlin
Eine kritische Auseinandersetzung mit Stadtraum, Arbeitsform und Identität
Wochenendseminar mit Exkursionen in Berlin
Die frühere Industriemetropole Berlin ist heute Werkstatt der Entwicklung neuer Arbeitswelten. Im Spannungsfeld zwischen Kreativität und Wettbewerb versuchen junge und alte Menschen, Männer und Frauen gleichermaßen ihre »Identität« zu meistern. Dabei sollte man nicht vergessen, dass alles nur EINE Form der Organisation der gesellschaftlichen Arbeit ist – durchdrungen, wie auch andere Arbeitsformen, von Macht, Ungleichheit und Ausschluss. Wir wollen den Wandel durch neue Arbeitsformen erfahrbar machen: Was bedeuten die Zunahme von Kreativität, Flexibilität und Ästhetisierung für die Gesellschaft?
Leitung: Gökhan Tuncer (Politikwissenschaftler)
Beitrag: 10 € inkl. Verpflegung und Getränke
Anmeldung bis 5. November [L41]

 

Sa 10. November, 17–22 Uhr
100 Jahre 1918 – Revolutionsabend 
Präsentation des neuen Pocket-Hefts »Berlin 1918«, das mit Jugendlichen erarbeitet wurde.
Diskussion zur Geschlechtergeschichte / Frauen in der Revolution 1918/19 mit Anja Thuns. 
Musik
In Kooperation mit dem Friedhof der Märzgefallenen
Ort: Schöneberg Museum, Hauptstraße 40-42
Anmeldung erbeten [L83]


Do 22. November, 19–21 Uhr

Kunst und Revolution
Der Arbeitsrat für Kunst 1918-1921
In den Tagen der Revolution 1918 gründete sich neben anderen Räten auch ein Rat von Künstler*innen unter Führung des Architekten Bruno Taut. Seine Mitgliedschaft liest sich wie das Who is Who der klassischen Moderne. Wie war das damals? Welche Ziele und Forderungen hatte der Rat? Was denken Künstler*innen heute über die Forderungen damals? Sind sie noch aktuell oder was würde ein solcher Rat heute fordern?
Mit: Ingo Arend (Kulturjournalist und Kritiker), Julia Lazarus (Filmemacherin) und Nasan Tur (Künstler)
Anmeldung erbeten [L84]

 

ACHTUNG! Ort und Startzeit geändert!
Di 18. Dezember, 11–19 Uhr

»Haben wir Forderungen zu unterbreiten.«
Aufbrüche und Widersprüche eines Revolutionsparlaments
Eine Tagung über den Reichsrätekongress vor 100 Jahren, was dort diskutiert und was nicht diskutiert wurde.
In Kooperation mit dem Friedhof der Märzgefallenen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Ort: Podewil in der Klosterstraße 68, 10179 Berlin
Anmeldung erbeten [L85]