Januar| Februar | März 2019

»Rituals«

Eine kunstvolle Entdeckungsreise zu sich selbst

Was macht es mit einem jungen Mann aus Kamerun, wenn er sein Heimatland verlässt, um in Berlin zu leben? Bei
Steve Mekoudja löste die Konfrontation mit dem Fremden das Bedürfnis aus, sich selbst besser kennenzulernen. Wer bin ich? Wer glaubte ich zu sein? Wer bin ich wirklich? Er sah in der Begegnung mit anderen Kulturen die Gelegenheit, seine eigene Identität zu erforschen. Begleiter dieser Entde- ckungsreise zu sich selbst wurde sein multimediales Kunstprojekt »Rituals«. In einem Kurzfilm, durch Fotografie, Musik, Tanz und Poesie reflektiert er Themen wie Männlichkeit, Schwarzsein und Freundschaft und eröffnet dem Publikum damit neue Perspektiven.

Steve Mekoudja kommt aus Kamerun und ist vor sechs Jahren für sein Informatikstudium nach Berlin gezogen. Hier entdeckte er seine Leiden- schaft für Musik und Poesie. Im November 2018 wurde sein erstes Album veröffentlicht. Mehr Informationen unter www.stevemekoudja.com

Ausstellung: 28. Februar bis 28. März 2019
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr, und auf Anfrage

 

Begleitveranstaltungen:

Mi 27. Februar, 19–21 Uhr
Vernissage
Vorführung des Kurzfilms »Rituals« und Gespräch Mit: Steve Mekoudja (Künstler und Projektleiter) Anmeldung erbeten [M50]
Do 21. März, 19–21 Uhr | Podiumsdiskussion
Perspektiven auf Männlichkeit(en)
Wann ist ein Mann ein Mann? Die Antwort auf diese Frage gewinnt allmählich an Flexibilität. Nichtsdestotrotz sind es bis heute gesellschaftlich tief verankerte Rollenbilder, die Männer strukturell bevorteilen. Gleichzeitig bringen patriarchale Erwartungen wie Starksein, Emotionslosigkeit oder Dominanz auch Belastungen mit sich. Wie können Männer ihre Privilegien abbauen und gängigen Rollenbildern trotzen? Wie können sie feministische Kämpfe unterstützen?
Mit: Steve Mekoudja (Künstler & Projektleiter von »Rituals«), Jochen König (Autor & Blogger)
Anmeldung erbeten [M51]

 

Do 28. März, 19–21 Uhr
Finissage
Performance von Steve Mekoudja & friends Anmeldung erbeten [M52]

 

Anmeldung zu den Veranstaltungen unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

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Weiteres Programm:

 

Di 15. Januar, 18–22 Uhr | Film & Diskussion
Rosa Luxemburg – 100 Jahre danach

Die Person Rosa Luxemburgs bewegt ein Jahrhundert nach ihrem Tod noch immer die Gemüter. Der Film Margarethe von Trottas aus dem Jahr 1986 bringt sie uns nahe. Aber wie authentisch ist der Film? Was hat sie politisch vertreten und was hat sie uns heute noch zu sagen?
Mit: Ernst Piper (Historiker, Luxemburg-Biograf) und Franziska Drohsel (Juristin, ehem. Juso-Bundesvorsitzende)
Ort und Kooperationspartner: Moviemento Kino Kottbusser Damm 22 (U Schönleinstr.), www.moviemento.de l Eintritt: 5 €, Reservierung: Tel. (030) 692 47 85 [M60]

Do 24. Januar, 19–21 Uhr | Vortrag mit Diskussion
Räte – Hoffnung für Demokratie und Sozialismus? Lehren aus der Revolution 1918/19
Als basisdemokratisches Modell von Demokratie sind Rätemodelle seit mehr als hundert Jahren Gegenstand theoretischer Diskussionen wie praktischer Versuche. Mit der Revolution im November 1918 wurden für kurze Zeit Arbeiter- und Soldatenräte zu wichtigen Machtfaktoren in Deutschland, die sich als Organisationsform des Staates aber nicht durchsetzen konnten. Was macht das Rätemodell aus? Welche Vor- und Nachteile hat es im Vergleich zu anderen Formen von Demokratie und/oder Sozialismus? Können wir daraus für die Zukunft der Demokratie etwas lernen?
Mit: Oliver Gaida (Historiker)
Anmeldung erbeten [M80]

Sa 2. Februar, 10–17 Uhr bis So 3. Februar, 10–15 Uhr | Workshop
Diskriminierung durch Moderation begegnen
Ob im Seminar ein rassistischer Witz gemacht oder auf dem Podium ein sexistischer Kommentar geäußert wird, mit der Moderation von Bildungsveranstaltungen geht eine besondere Verantwortung einher, in solchen Situationen angemessen zu reagieren. Im Workshop arbeiten wir mit Praxisbeispielen aus dem Alltag und fragen, wie wir Diskriminierung nicht
nur erkennen, sondern auch benennen können und welche Voraussetzungen hierfür notwendig sind. Wir entwickeln Umgangsstrategien mit Diskriminierung im Kontext politischer Bildung.
Mit: Habet Ogbamichael (Trainerin für Empowerment & Diversity)
Beitrag: 25 € inkl. Verpflegung und Getränke, Ermäßigung möglich
Anmeldung bis 28. Januar [M41]

Do 7. Februar, 19–21 Uhr | Buchvorstellung | Stadtpolitik
theorie.org: Strategien gegen Gentrifizierung

Gentrifizierung ist ein umkämpfter Begriff. Er beschreibt einen zentralen Aspekt der Stadtentwicklung in Berlin, der mit starken sozialen Problemen in den Kiezen verbunden ist. Sozial schwache Menschen werden aus dem Kiez verdrängt und es zeigt sich, dass der Wohnungsmarkt einer Logik des Kapitalismus folgt, die einer sozial angemessenen Versorgung mit Wohnraum widerspricht. Welche Formen der Gentrifizierung gibt es und wie laufen solche Prozesse ab? Vor allem aber: Was kann dagegen unternommen werden und welche Erfahrungen gibt es?
Mit: Lisa Vollmer (Urbanistin und Autorin), Florian Schmidt (Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg) und
Ingo Siebert (Stadtsoziologe)
Anmeldung erbeten [M20]

Sa 9. Februar, 10–17 Uhr | Workshop | Stadtpolitik
Brasilien am Ende der Demokratie? Was in Berlin getan werden kann

Die brasilianische Bevölkerung musste die letzten Jahre politisch eine Menge durchmachen: Korruptionsskandale gefolgt von einem fragwürdigen Amtsenthebungsverfahren und nun die Wahl eines rechtsextremen Präsidenten. Viele soziale Bewegungen und Minderheiten haben nun Repressionen zu befürchten. Im Rahmen eines interaktiven Workshops möchten wir uns mit der politischen Lage Brasiliens auseinandersetzen, Widerstandsstrategien entwickeln und Vernetzung ermöglichen.
Mit: Marly Borges (LGBTIQ*-Aktivistin) und weiteren Aktivist*innen
Beitrag: 10 € inkl. Verpflegung und Getränke, eine Ermäßigung ist möglich
Anmeldung bis 4. Februar [M30]

Do 28. Februar, 19–21 Uhr | Podiumsdiskussion | Stadtpolitik
Krank ohne Versicherung?
Eine Clearingstelle soll Menschen in Not helfen

Viele Berliner*innen – Wohnungslose, ehemals Selbst- ständige oder Menschen ohne Papiere – haben keine Krankenversicherung. Wie können sie ärztlich versorgt werden? Mit einer Clearingstelle schafft Berlin jetzt Abhilfe. Wie funktioniert das und welche Erfahrungen werden damit gemacht?
Mit: Carolin Ochs (Berliner Stadtmission, Sozialberatung der Clearingstelle), Maria Hummel (Solidarity City) und Martin Matz (Staatssekretär für Gleichstellung, Pflege und Gesundheit)
Moderation: Elisabeth Voß (Fachautorin Solidarische Ökonomie und Journalistin)
Anmeldung erbeten [M40]

Do 7. März, 18-21.30 Uhr | Workshop
#Digitale_Erinnerungskultur
Die Auseinandersetzung mit Geschichte funktioniert heute auch fernab von Museen und Geschichtsbüchern.
Die digitalisierte Welt bietet unzählige Möglichkeiten individueller Auseinandersetzung: Von Geschichts-Podcasts über Stadtführungen mit Audioguides bis hin zu E-Learning- Angeboten. Welche Chancen und Herausforderungen bringen diese Formen der Erinnerung mit sich?
Mit: Laura Löbner, Muirgen Gourgues, Rosa Marie Wesle und Mirijana Oberman (Podcast-Produzentinnen zum Thema Genozide im 20. Jahrhundert), Jan Schenck (Gründer von »Verbrannte Orte« – Onlineatlas zu den NS-Bücherverbrennungen von 1933)
Anmeldung erbeten [M81]

Sa 23. März, 10–17 Uhr | Konferenz
Von Kaffeebohnen, Rassentheorien und Jesus
Spuren der deutschen Kolonialzeit in Ruanda

Wie haben die Deutschen das Gesellschaftsbild Ruandas verändert? Wie verarbeiten Ruandes*innen die deutsche Kolonialzeit heute? Von der ruandischen Gesellschaft ausgehend, ist die Grundfrage: Wie ist es den Menschen gelungen, ihre Kultur bis heute zu bewahren und der Fremdherrschaft dadurch Widerstand zu leisten? Diesen Fragen nähern wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln.
Ein Event von Akayovu
Mit: Damien Rwegera (Anthropologe), Gudrun Honke (Historikerin und Autorin), Arlette-Louise Ndakoze (Frankreich- wissenschaftlerin und unabhängige Journalistin)
Ort: Aquarium (Südblock), Skalitzer Str. 6 (U Kottbusser Tor)
Beitrag: 10 € (Ermäßigung möglich) inkl. ruandischer Verpflegung und Getränke
Anmeldung bis 20. März [M85]


ZEITEN DER REVOLUTION IN BERLIN
In Kooperation mit dem Friedhof der Märzgefallenen

ACHTUNG! Die Veranstaltung fällt aus.
Do 14. März – Fr 15. März 2019, je 9–16 Uhr
Denen da oben die Meinung sagen
Jugendworkshop
Was haben die Revolutionen 1848 und 1918 für Presse- und Meinungsfreiheit erreicht und wie ist das heute?
Vor 170 bzw. vor 100 Jahren kämpften viele Menschen für mehr Rechte, mehr Gerechtigkeit und mehr Mitsprache. Viele bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben. Wofür lohnt es sich heute zu kämpfen und wie können wir unseren Forderungen Gehör verschaffen?
Leitung: Melanie Dore (Friedhof der Märzgefallenen), Reinhard Wenzel (ABI)
Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de
Der Ort wird bei der Anmeldung bekanntgegeben

Sa 16. März 2019, 11–13 Uhr
Die Revolution der Frauen
Kreative Stadterkundung
Meistens sind es Männer, die genannt werden, wenn es um historische Ereignisse geht, wie z.B. um Revolutionen. Ohne Frauen wären sie jedoch nicht möglich gewesen. Wir begeben uns auf Spurensuche nach Frauen, die an Revolutionen wie 1848 und 1918, oder auch 1989 beteiligt waren. Es wird auf keinen Fall langweilig!
Mit: Gisela Notz (Historikerin) und Laura Cadio (Theaterpädagogin)
Beitrag: 10 €, Ermäßigung möglich
Anmeldung bis 11. März unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Mo 18. März 2019, 19–22 Uhr
1848 und 1918 – Revolutionen im Vergleich
Revolutionsabend
Im Abstand von 70 Jahren erschütterten zwei Revolutionsbewegungen Deutschland und Europa. Als »Lokomotiven der Geschichte« veränderten sie die politischen Verhältnisse grundlegend. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gab es? Wir vergleichen beide Revolutionen, erst allgemein, dann bezogen auf Geschlechterverhältnisse und die Beteiligung von Frauen.
Mit: Rüdiger Hachtmann (Historiker) und Gisela Notz (Historikerin)

Ort: Studiobühne, alte feuerwache, Marchlewskistr. 6 (U Weberwiese)
Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Weitere Veranstaltungen des Revolutionswinters unter 100jahrerevolution.berlin

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100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT

STIMMEN! Künstlerinnen des Frauenmuseums Berlin melden sich zu Wort | Ausstellung im Willy-Brandt-Haus
Ausstellung des Frauenmuseums Berlin in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. im Rahmen des Themenwinters »100 Jahre Revolution 1918/1919«(19.02. bis 24.03.2019).
17 Künstlerinnen des Frauenmuseums Berlin entwickeln eigens für „STIMMEN!“ Arbeiten, die historische wie aktuelle Forderungen zur Gleichberechtigung mit künstlerischen Mitteln umsetzen. Viele Werke setzen sich mit historischen Persönlichkeiten, deren Themen, Schriften und Auftreten auseinander. Abstraktere und symbolhafte Umsetzungen zur Ungleichheit der Rechte und zum Beitrag des Feminismus drücken sich in installativen und bildhauerischen Werken aus. In mehreren Arbeiten spielen Texte und Aussagen von Ikonen der Frauenbewegung eine direkte Rolle – von Interventionen durch Übermalung zu Langzeitbelichtungen am eigenen Körper.

So 3. März, 15–17 Uhr [M90]
»Federnd und nicht zu zerbrechen, diese Frau«
Annedore Leber, Widerstandskämpferin, Journalistin, Politikerin, Verlegerin
Im Ausstellungsgespräch diskutieren einige der Künstler- innen über ihre Auseinandersetzung mit Wegbereiterinnen der Frauenbewegung und ihren Forderungen sowie über
ihre eigenen Anliegen in Bezug auf Gleichberechtigung.
Die Museumspädagogin Katharina Fladt stellt jeweils den Zusammenhang mit dem historischen Kontext des Kampfes um das Frauenwahlrecht und der rechtlichen Gleichstellung, der internationalen Vernetzung der Frauenbewegung, der unterschiedlichen politischen Lager und des Bezugs zur Revolution her.
Mit: Frauke Geyken (Historikerin)
Ort: Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28 (U Hallesches Tor) l Eintritt frei

Weitere Veranstaltungen begleitend zur Ausstellung
So 10. März, 16–17 Uhr [M91], So 24. März, 16–17 Uhr [M92]