Januar | Februar | März 2017

Verlassen, Vergessen – ohne Zukunft?

Eine Ausstellung von Daria B.
3. März bis 31. März 2017

Geschlossene Schwimmbäder, verlassene Fabrikhallen, Bahnhöfe, an denen kein Zug mehr hält. Berlin hat viele solche Orte, die oft ein besonderes Flair ausstrahlen. Sie passen so gar nicht in die wachsende und sich ständig erneuernde Metropole Berlin.
Daria B. hat schon einige Ausstellungen ihrer Fotos in Deutschland gehabt. Sie liebt solche verlassenen Orte. Sie geben ihr innere Ruhe für die Seele und Gelegenheit, der hektischen Welt zu entfliehen. Sie sucht verlassene Orte auf und fotografiert sie, auch um die Vergangenheit von historischen Gemäuern zu erfahren und den alten Spuren, von dem was einmal war, zu folgen und sie wieder ans »Licht zu bringen«.

Dazu gehört das Projekt »Schönheit gegen Verwahrlosung«. Fotografie, Kunst und Tanz werden mit verlassenen Orten vermischt, mit der Absicht, diese Orte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Durch eine alternative Zwischennutzung, durch Erkundungstouren, Kunst, Events und Fotografie setzt sie sich für eine Wiederinstandsetzung dieser Orte ein.
Die Ausstellung zeigt verlassene Orte in einer Stadt, in der mehr und mehr Menschen eine Heimat finden. Was passiert mit diesen Orten? Soll ihr Charakter erhalten bleiben? Werden sie abgerissen oder einer neuen Nutzung zugeführt, die vielleicht ihre Schönheit bewahrt?

Diese Fragen werden im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung Berlins diskutiert. Wie kann eine Strategie in Berlin aussehen, die momentan verlassenen Orte systematisch zu entwickeln?

Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18, Do 17–19, 
Fr 16–20 Uhr

Weitere Informationen 
www.verlasseneorteberlin.com

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Fr 3. März, 19 Uhr
Vernissage

Mit: Daria B. (Künstlerin), Daniel Buchholz (Sprecher für Stadtentwicklung und Umwelt der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus) und Hivzi Kalayci (Gewerkschaftssekretär bei der IG Bauen-Agrar-Umwelt)
Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Do 9. März, 19 Uhr
»Die Mauerpark-Affäre«
Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt #1

Unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer beginnen die Bürger*innen eigenmächtig mit der Begrünung eines Teils des ehemaligen Grenzstreifens zwischen den Bezirken Prenzlauer Berg und Wedding. Die folgenden 25 Jahre wird um die Fertigstellung des Parks gerungen. Die detaillierte Rekonstruktion des Verfahrens anhand politischer Protokolle, Zeitungsartikel und Bebauungspläne führt geradewegs an die Grenzen der Begriffe »Teilhabe« und »repräsentative Demokratie«.

Mit: Judith Laub (Kultur- und Politikwissenschaftlerin) und Heimo Lattner (Künstler)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Fr 24. März, 19 Uhr
Verlassene Orte und ihre Zukunft
Die Liegenschaftspolitik des neuen Senats

Liegenschaften sollen nicht mehr nur dem Zweck dienen, mit Maximalerlös verkauft zu werden, sondern der Entwicklung von Lebensqualität. So sieht es der Koalitionsvertrag für den neuen Berliner Senat vor. Wir lassen uns erklären, wie der Senat in Zukunft mit den »verlassenen Orten« umgehen wird und diskutieren die Frage, wie mit den Einzelfällen im Hinblick auf Zustand, architektonischem Wert und Eigentumsrechten umzugehen ist.

Mit: Matthias Kollatz-Ahnen (Finanzsenator) und 
Andrea Hofmann (Initiative Haus der Statistik)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Fr 31. März, 19 Uhr
Finissage
Romantik und Idylle in der Großstadt –
 wie passt das zusammen?

Ein gemeinsamer Rückblick auf die Ausstellung der 
verlassenen Orte in Berlin.

Mit: Daria B.

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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So 15. Januar, 18 Uhr
ARMENOSCOPE, constructing belonging
Premiere des Doku-Essays von Silvina Der Meguerditchian

Hundert Jahre nachdem ihre Vorfahren vertrieben wurden, treffen sich armenische Künstler*innen aus unterschiedlichen Regionen der Welt im Land ihrer Großeltern. Sie untersuchen ihre Sprache, Geschichte und Kunst als Teil ihrer »Zugehörigkeit«. Sie diskutieren Ihre Beziehungen zu Armenien und zur Türkei, zwei Länder mit großen gesellschaftlichen Veränderungen, die auch Orte ihrer eigenen Sehnsucht sind.

Film in Originalsprachen mit englischen Untertiteln
Anschließend Gespräch mit: Joanna Pfaff-Czarnecka (Professorin für Sozialanthropologie Uni Bielefeld / Autorin von »Zugehörigkeit in der mobilen Welt«), Asena Günal (Programmleitung DEPO – Istanbul) und Silvina Der Meguerditchian (Künstlerin)Moderation: Ingo Arend (Autor und Kritiker)

Ort & Kooperationspartner: Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22

Eintritt 5 €

Reservierung: Tel. (030) 692 47 85 oder 
www.moviemento.de

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Do 19. Januar, 19 Uhr
Theorien alternativen Wirtschaftens
Gibt es eine richtige Ökonomie im Falschen?

Zum Auftakt einer Reihe, in der die kleinen, grundlegenden und allgemeinverständlichen Bände »theorie.org« diskutiert werden, stellt Gisela Notz ihr Buch »Theorien alternativen Wirtschaftens« vor. Ihre Einführung liefert eine überschaubare Darstellung exemplarischer Theorien alternativen Wirtschaftens jenseits des Kasino-Kapitalismus und ihrer Umsetzung in die Praxis. Aufgegriffen werden Ansätze aus der Genossenschaftsbewegung, der Alternativbewegung der 1970er Jahre, der Ökonomie des Gemeinwesens, der Kommunalen Gemeinschaftsgärten u.v.m. Sind das Vorboten einer besseren Welt oder bloße Inseln des Besseren ohne Zukunft?
Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Schmetterling Verlag

Mit: Gisela Notz (Sozialwissenschaftlerin und Autorin)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Do 26. Januar, 19 Uhr
Wie isst die Stadt?
Eine Ernährungsstrategie für Berlin

Mehr Lebensmittel aus der Region in die Kochtöpfe der Stadt, weniger Lebensmittelverschwendung, mehr Bio in Kitas, Schulen und Kantinen – dies sind Bausteine einer künftigen Ernährungsstrategie Berlins, die sich der neue Senat ins Pflichtenheft geschrieben hat. Wie kann eine solche Strategie mit den Bürger*innen erarbeitet werden, wie kann Ernährungspolitik zu einer sozialen und nachhaltigen Stadt beitragen, was sind nächste Schritte und wo kann Berlin von anderen Großstädten lernen?

Mit: Udo Tremmel (Soziologe, Ernährungsrat Berlin)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 28. Januar, 14–17 Uhr, 
anschl. Kamingespräch
Den Bezirk gestalten
Was wird im Bezirk entschieden und vor allem: wie?

Wer im persönlichen Umfeld, im Bezirk etwas bewegen möchte, sollte wissen, womit er oder sie es zu tun hat. Was wird im Bezirk geregelt und wie? Was steht darüber in der Berliner Verfassung, im Bezirksverwaltungsgesetz und im Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz?

Mit: Marc Schulte (Bezirksstadtrat Charlottenburg-Wilmersdorf a.D.)

Kamingespräch um 17 Uhr mit: Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg) und Rick Nagelschmidt (ehem. Bezirksverordneter in Treptow-Köpenick)

Beitrag 5 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 20. Januar unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 4. Februar, 10–17 Uhr
Motiviert in die Politik einsteigen
Anregungen für ein erfolgreiches Engagement

Was brauche ich, wenn ich politisch etwas gestalten möchte? Worauf kommt es an, wenn ich mit meinem Anliegen Gehör finden will? Für Viele, die sich politisch engagieren wollen, stellen sich die Fragen des Wo und Wie. Unser Workshop gibt Anregungen dazu, wie wir motiviert und realistisch »Politik machen« können. Als Gesprächspartner ist ein*e Politiker*in eingeladen und kann zu seinen*ihren Motiven und Erfahrungen im politischen Werdegang befragt werden.

Leitung: Enrico Troebst (Soziologe)
Beitrag 10 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 27. Januar unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Veranstaltung bereits ausgebucht! Wir planen einen zweiten Termin.
Ausgestellter Kolonialismus
Führung durch die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums mit anschließender Diskussion

Erstmalig wird im Deutschen Historischen Museum eine Gesamtausstellung des Deutschen Kolonialismus gezeigt. In Fachkreisen wird die Ausstellung kritisch diskutiert. Wir nehmen an einer Führung teil und diskutieren im Anschluss die Frage, wie ein angemessener Diskurs des Komplexes in Deutschland aussehen sollte.

Anschließende Diskussion mit Joshua Kwesi Aikens (Politologe, Uni Kassel)

Beitrag 9 € inkl. Eintritt und Führung

Veranstaltung bereits ausgebucht! Wir planen einen zweiten Termin, weitere Informationen folgend bald.

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Do 16. Februar, 19 Uhr
»A New Political Revolution Is Coming«  
Geschichte und Gegenwart linker US-Amerikaner in Berlin

Eine große Zahl von US-Bürger*innen lebte und wirkte im 20. Jahrhundert in Berlin. Viele von ihnen setzten sich für Vielfalt, Bürger*innenrechte und soziale Gerechtigkeit ein. Einige dieser politisch und kulturell interessanten Menschen werden im Stadtführer »Amerikaner in Berlin« vorgestellt. Was macht die US-Linke in Zeiten eines Präsidenten Trump? Was bedeutet das für ihre Vertreter*innen in Berlin?

Mit: Judith Klose (Beobachterin der US-Präsidentschaftswahl 2016) und Ingo Juchler (Politologe und Autor)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 18. Februar, 10–17 Uhr
Geschlechtergerecht im politischen Alltag

Politik hat immer Auswirkungen auf Geschlechterverhältnisse – Kommunalpolitik, Stadtplanung oder Wirtschaftsförderung. Gender Mainstreaming soll als Strategie in allen Bereichen dafür sensibilisieren. In welchem Verhältnis steht diese Strategie zu Frauenförderung, Antidiskriminierungspolitik und Diversity Management? Welche Erfahrungen gibt es in Berlin und anderen Städten? Was ist vom neuen Berliner Senat und den Bezirksämtern zu erwarten?

Mit: Pamela Dorsch (Sozialwissenschaftlerin, Gendertrainerin und Coach), Ingo Siebert (Sozialwissenschaftler und Gendertrainer) und Lisa Pontén (Studentin der Politikwissenschaft)

Beitrag 10 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 13. Februar unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Sa 25. Februar, 10–17 Uhr
Moderation politischer Debatten

Im politischen Alltag ist es wichtig, Sitzungen effizient zu leiten und Gespräche zielführend zu gestalten. In dem Workshop lernen wir, wie Menschen zu aktiver und motivierter Mitarbeit bewegt werden können, wie gemeinsam Ergebnisse erzielt werden. In Übungssequenzen werden praktische Erfahrungen ermöglicht und anschließend reflektiert. Die aktive Mitwirkung ist ausdrücklich erwünscht.

Mit: Kristin Draheim (Trainerin und Mediatorin)
Max. 12 Teilnehmer*innen

Beitrag 40 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 17. Februar unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de
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Sa 11. März, 10–17 Uhr
Genossenschaften als Solidarisches Wirtschaften

Seit vielen Generationen organisieren sich Menschen nach dem Motto »Gemeinsam mehr erreichen« und gründen Genossenschaften. Diese wirtschaften zum Nutzen der Mitglieder, nicht für den Profit. Das Seminar möchte eine Einführung in die Praxis genossenschaftlichen Wirtschaftens geben, die Besonderheiten dieser demokratischen Rechtsform vorstellen, sowie Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Leitung: Elisabeth Voß (Betriebswirtin und Publizistin, 
Schwerpunkt Solidarische Ökonomien, NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V.)

Beitrag 10 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 3. März unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de
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Fr 17. März, 9–16 Uhr
Wofür würdest Du 
auf die Straße gehen?
Jugendworkshop

1848 hat das Ringen der Bevölkerung um Beteiligung und Wahlrecht sowie für bessere Lebensbedingungen zu Barrikadenkämpfen in Berlin geführt. Wozu führt Beteiligung heute? Berliner Jugendliche gehen der Frage nach, wofür sie auf die Straße gehen würden und befassen sich mit aktuellen Protestmethoden.

Leitung: Melanie Dore (Friedhof der Märzgefallenen), 
Reinhard Wenzel (Bildungsreferent des August Bebel Instituts)

Anmeldung bis 1. März unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de
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Sa 18. März, 21–24 Uhr
»Die Verhältnisse zum Tanzen bringen«
Ein revolutionärer Abend – Lecture, Performance & Party

Berlin war Schauplatz von Protesten und Revolutionen: 1848, 1918, 1968 und 1989. Der Aufbruch zur Emanzipation, zur Demokratisierung von Staat und Gesellschaft hat in Berlin Tradition. Spielt die Kultur dabei eine entscheidende Rolle?  Über 1848 als Aufbruch in eine neue Zeit berichtet Susanne Kitschun (Leiterin Gedenkstätte Friedhof der Märzgefallenen). Der Historiker Ralf Hoffrogge reflektiert über die Bedeutung von Revolutionen gestern und heute. Das Willi Münzenberg Forum bemerkt, dass die Russischen Revolutionen 1917 eine neue Jugend begeisterte und neue Künste freisetzten. Mit dem Institut für Widerstand im Postfordismus blicken wir durch revolutionäres Bleigießen in die Zukunft. Und dann Party!

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de
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April | Mai | Juni 2017

Entscheidungen

»Walking on the moon« / »On the way« / Ausstellung von Diana Juneck

Die Ausstellung »Entscheidungen« vereint eigene künstlerische Arbeiten (»Walking on the moon«) von Diana Juneck mit inszenierten Portraits (»On the way«), die in einem Workshop mit und von Geflüchteten entstanden. Die Projekte, die formal nicht unterschiedlicher sein könnten, verbinden sich in einem Raum und lassen die Betrachtenden etwas Neues und Einzigartiges entwickeln.

Eine Entscheidung treffen bedeutet, einen Prozess zu durchleben. Hier geht es um Entscheidungen, die das Leben verändern. Dieser Prozess ist nicht gleichförmig, es wechseln sich emotionale und rationale Schübe ab. Die Werke vermitteln ein Wechselspiel zwischen Fühlen und Sehen, von Erinnerungen und Entscheidungen. Diana Juneck visualisiert innere und äußere Zustände mit Hilfe verschiedener Darstellungsformen: Video, Fotografie, Objekt.

Diana Juneck wurde 1981 in Halle an der Saale geboren. Seit sie als freischaffende Fotografin und Kunst- und Kulturpädagogin arbeitet, realisiert sie vielfältige fotografische und künstlerische Projekte. Sie veröffentlichte ihre Arbeiten in Magazinen und stellte in verschiedenen Ländern und bei Kunstfestivals aus. Ihr Suchen geht von grundlegenden Fragen aus, die sie an sich und das Leben stellt. Diesen Forschungsansatz trägt sie sowohl an größere Zusammenhänge als auch an ihre Familie, Freunde und das nachbarschaftliche Umfeld heran.

Ausstellung 24. Mai–22. Juni 2017
Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18 Uhr, Do 17–19 Uhr, Fr 16–20 Uhr

Mi 24. Mai, 19–21 Uhr
Vernissage

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

Begleitprogramm der Ausstellung:

Do 1. Juni, 19–21 Uhr
Entscheidung für Gerechtigkeit: Wie ist soziale Politik möglich?

Die Wirtschaftsdaten sind gut – aber nicht alle haben Teil am relativen Wohlstand. Die Schere zwischen Arm und Reich geht seit Jahren auseinander, die Bildungschancen sind ungleich verteilt und vieles mehr. Was kann, was muss getan werden, um eine Politik für mehr Gerechtigkeit zu realisieren? Wenn von »hart arbeitenden Menschen« gesprochen wird, ist dann auch die zunehmende Zahl von Menschen in der Kunst und Kreativwirtschaft gemeint, die oft unter prekären Bedingungen arbeiten? Was ist nach dem Ende des Normalarbeitsverhältnisses sozial gerecht?

Mit: Klaus Barthel (Mitglied des Bundestags, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD), Diana Juneck (Künstlerin), Christophe Knoch (Sprecher der Koalition der Freien Szene Berlin)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 8. Juni, 19–21 Uhr
Migrationsentscheidung und Bildungsperspektiven: Gekommen um zu bleiben

Vor mehr als einem halben Jahrhundert begann Deutschland, Arbeitskräfte anzuwerben. Viele dieser »Gastarbeiter« entschieden sich zu bleiben. Ihre Nachkommen wachsen hier auf. Eine Perspektive haben sie aber nur mit guter Bildung. Welche speziellen Probleme gibt es hier? Welche Maßnahmen müssten ergriffen werden? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es? Was plant der Berliner Senat?

Mit: Ertekin Özcan (Jurist, Politologe, Lyriker und Gründungsvorsitzender u.a. der HDF, TGD und des TEVBB, Autor des Buches »Türkische Immigrantenorganisationen in der Bundesrepublik Deutschland«)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 22. Juni, 19–22 Uhr
Entscheidung für die Demokratie: Die Zukunft der Zivilgesellschaft in der Türkei

Wir wollen die gegenwärtigen Spannungen in der Türkei jenseits von Verschwörungstheorien verstehen. Vor dem Hintergrund des autoritären Sicherheitsdenkens und neoliberalen Gesellschaftsmodells in der Türkei befassen wir uns mit den vielfältigen Facetten der jüngsten Entwicklungen. Wer sind die Akteure der »neuen Türkei«, welche Motivationen liegen ihren Handlungen zu Grunde und welche politischen Ziele verfolgen sie? Welche Perspektiven hat die demokratische Zivilgesellschaft?

Mit: Mehmet Gökhan Tuncer (Sozialwissenschaftler, HU Berlin)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Weiteres Programm:

Do 6. April, 19–21 Uhr
Klassenkampf im Klassenzimmer!
Was in der Schule diskutiert werden darf – und was nicht

Demokratie erfordert Meinungsvielfalt, Toleranz. Aber wie weit darf die Toleranz in der Schule gehen? Welche Formulierungen und Begriffe müssen geduldet werden, welche nicht? Ein Thema, das in Zeiten populistischer Bewegungen und »alternativer Wahrheiten« eine ungebrochene Brisanz besitzt. Der frühere Lehrer Helmut Frohn berichtet, wie nach einem Besuch des US-Präsidenten Nixon 1969 mit kritischen Meinungen in (West-)Berlin umgegangen wurde. Wie ist es heute und welche Haltung hat der Berliner Senat?

Mit: Helmut Frohn (Lehrer a.D.), Mark Rackles (Staatssekretär für Bildung) und Heike Hoffmann (Sprecherin der Jusos Charlottenburg-Wilmersdorf)
Moderation: Marc Schulte (Lehrer, Stadtrat a.D.)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Sa 8. April, 10–17 Uhr
Motiviert in die Politik einsteigen
Anregungen für ein erfolgreiches Engagement

Was brauche ich, wenn ich politisch etwas gestalten möchte? Worauf kommt es an, wenn ich mit meinem Anliegen Gehör finden will? Für viele, die sich politisch engagieren wollen, stellen sich die Fragen des Wo und Wie. Unser Workshop gibt Anregungen dazu, wie wir motiviert und realistisch »Politik machen« können. Als Gesprächspartner*in ist ein*e Politiker*in eingeladen und kann zu seinen/ihren Motiven und Erfahrungen im politischen Werdegang befragt werden.

Leitung: Enrico Troebst (Soziologe)
Beitrag 10 € inkl. Verpflegung

Anmeldung bis 31.3. unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 13. April, 19–21 Uhr
Ausgestellter Kolonialismus
Was wir aus der Ausstellung des Deutschen Historischen Museums lernen können

Die aktuelle Ausstellung des DHM über den Deutschen Kolonialismus ist verdienstvoll. Selten wurde das Thema so umfassend dargestellt. Sie wird aber auch kritisch diskutiert. Dominiert zu sehr der europäische Blick? Wurde zu wenig mit Initiativen kooperiert? Trägt die Ausstellung dazu bei, angesichts der negativen Vergangenheit die Gegenwart in besserem Licht dastehen zu lassen? Wie sollte über Kolonialgeschichte verhandelt werden?

Mit: Joshua Kwesi Aikens (Politologe, Uni Bielefeld)
Beitrag: 2 €

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Sa 22. April, 10–18 Uhr
4. Berliner Jugendhilfeforum
Übergänge und gelingende Infrastruktur

Drei kommunalpolitische Bildungswerke in Berlin laden Akteure der Jugendhilfe, Politik und Interessierte zu Austausch und Vernetzung ein. Schwerpunkt ist das geplante Jugendfördergesetz des neuen Senats. Wir diskutieren den 15. Kinder- und Jugendbericht und befassen uns mit Jugendarbeit als kommunaler Aufgabe, der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihrer Familien, den Schnittstellen zu Quartier und Schule, der sozialen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sowie den Übergängen zur Berufsausbildung.

Tagung von drei Berliner kommunalpolitischen Bildungswerken: August Bebel Institut (ABI), Bildungswerk für Alternative Kommunal-
politik (BiwAK e.V.), kommunalpolitisches forum e.V. (berlin)

Beitrag 10 € ermäßigt 5 €) inkl. Verpflegung und Getränke

Anmeldung bis 7. April unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 27. April, 19–21 Uhr
Gefahr für die Demokratie?!
Rechtspopulismus in der Bezirkspolitik

Bezirke sind in ihren Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt. Trotzdem werden Parteien in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt, die sich nicht so sehr für kommunale Fragen interessieren, sondern ihren Protest gegen die gesamte herrschende Politik ausdrücken wollen. Sie haben auf die relevanten Fragen kaum Antworten, bringen ein oft unzureichend vorgebildetes Personal mit und pflegen eine problematische Umgangskultur. Wie sollen Demokrat*innen mit diesen politischen Kräften umgehen?

Mit: Carl Chung (Jüdisches Forum für Demokratie und Antisemitismus), Alexander Freier-Winterwerb (Vorsitzender der SPD-Fraktion in Treptow-Köpenick), Franziska Jahke (Bezirksverordnete in Neukölln), Mirjam Blumenthal (stellv. Vorsitzende der SPD-Fraktion in Neukölln)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 11. Mai, 19–21 Uhr
150 Jahre »Das Kapital«
Kritik der politischen Ökonomie

Das grundlegende Werk über den Kapitalismus, »Das Kapital«, wurde vor 150 Jahren veröffentlicht. Gibt es uns den Schlüssel zum Verständnis der grundlegenden Entwicklungen auch in unserer Zeit? Sind seine Analysen und Prognosen noch gültig? Der Marx-Kenner Michael Heinrich stellt sein Buch aus der Reihe theorie.org vor, in dem er die marxsche Kritik der politischen Ökonomie aus heutiger Sicht allgemeinverständlich erklärt. Die Vorsitzende des DGB in Berlin und Brandenburg, Doro Zinke, wird das Buch aus der Perspektive des praktischen Engagements kommentieren.

Mit: Michael Heinrich (Politikwissenschaftler und Autor) und Doro Zinke (Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg)

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Sa 13. Mai, 10–17 Uhr
Kommunikation in Konfliktsituationen

Wie kann ich in Konfliktsituationen erfolgreich kommunizieren? Wie kommt eine größere Gruppe auf einen gemeinsamen Nenner? Wie finden wir vom zähen Meinungsaustausch zu praktisch umsetzbaren Maßnahmen? Wir erproben Kommunikationsstrategien, die auf die sachliche Ebene zurückführen, ohne die Gefühlsebene außer Acht zu lassen. Anhand konkreter Beispiele aus der politischen Arbeit und dem Alltag nehmen wir Konflikte unter die Lupe und entwickeln gemeinsam neue Lösungsansätze. Dabei arbeiten wir praxisbezogen und spielerisch.

Mit: Miriam Schroer-Hippel (Psychologin)
Beitrag: 10 €

Anmeldung bis 8. Mai unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 18. – Fr 19. Mai in Woltersdorf bei Berlin
Russland und die Russlanddeutschen
Seminar für Vorruheständler*innen und Senior*innen

Was sollten wir über Russland wissen, um uns eine Meinung über Putin und seine Politik bilden zu können? Ist Russland eine Gefahr oder sollte Deutschland mehr Nähe suchen? Versucht Russland Einfluss auf die Politik in Deutschland zu nehmen? Was denken die Russlanddeutschen über russische und deutsche Politik?

Mit: Malte Beisenherz (Politologe) und Dmitri Stratievski (Politologe und Historiker, stellv. Vorsitzender des Osteuropa-Zentrums Berlin e.V.)

Anmeldung bis 12. Mai unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Do 15. Juni 2017, 16–21 Uhr
Bildung für die Demokratie
Geschichte und Zukunft der Politischen Bildung. Tagung und Preisverleihung anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung des August Bebel Instituts

Seit der Befreiung vom Faschismus vor über 70 Jahren trägt Politische Bildung zum Gelingen der Demokratie in Deutschland bei. Seit 1947, dem Gründungsjahr des August Bebel Instituts, hat sich die Welt verändert. Der Bedarf an Politischer Bildung ist nach wie vor groß. Damals wie heute leben wir in unruhigen Zeiten in denen der kritische, wache Geist junger und alter Demokrat*innen mehr denn je gefragt ist. Politische Bildung will diesen wachen und kritischen Geist fördern und muss dafür zunehmend neue Wege gehen.

Wir fragen: Was kann und muss Politische Bildung heute und in Zukunft leisten? Wen spricht sie an? Wie adressieren wir die sich verändernden Lebenswelten? Wie übersetzen politische Bildner*innen heute und in Zukunft die Bedeutung von Politik für den Alltag der Menschen?

Wir suchen an diesem Tag nach Erzählungen, die uns als Anknüpfungspunkte für gelingende demokratische politische Bildung in der Zukunft dienen. Wir diskutieren über Werkzeuge, Strategien und Geschichten des Gelingens.

In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin

Anmeldung erbeten unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Sa 24. Juni, 11–15 Uhr
Wohnungsgenossenschaften vor Ort (11)
Eine Bustour durch den Bezirk Steglitz-Zehlendorf

Steglitz und Zehlendorf galten früh als grüne Ausweichquartiere für entspanntes Wohnen abseits des Großstadtlärms. Unter den Genossenschaften sind es zunächst die Beamten-Wohnungs-Vereine, die die vorstädtischen Wohnorte für ihre Mitglieder entdecken. Nach Bildung Groß-Berlins 1920 entwickelte sich hier eine Vielfalt weiterer Mitgliedsunternehmen, die heute über eine beachtliche Bandbreite von Siedlungsformen verfügen. Die Busfahrt erschließt die Architekturfülle von der Gartenstadt über modellhaftes Verdichten in genossenschaftlichem Bestand bis zur neu gegründeten Studentengenossenschaft.

Mit: Barbara König (Genossenschaftsforum e.V.)
Beitrag: 10 €

Anmeldung bis 16. Juni unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

 

Fr 23. Juni – Sa 1. Juli
Verkehrspolitische Exkursion: Schottland

Die Hinfahrt erfolgt entlang des Transeuropäischen Vorrangkorridors »Nordsee–Baltikum«. Erstes Besuchsziel ist Zaandstadt, Partnerstadt von Neukölln und Kooperationspartner des Senats beim Thema Stadtentwicklung. Mit der Fähre geht es weiter über Newcastle nach Glasgow. Edinburgh, Inverness, Insel Skye und das schottische Bahnnetz stehen auf dem Programm. Themen mit unseren Gesprächspartnern sind der Brexit, die schottische Unabhängigkeitsbewegung, Architektur und Design (Mackintosh) und die Konzeption der Schottischen Eisenbahn.

Leitung: Jürgen Murach (Verkehrswissenschaftler)
Beitrag 1.250 € (plus 55 € Einzelzimmerzuschlag) inkl. Transport und Übernachtung, Englischkenntnisse erwünscht, Anerkennung als Bildungsurlaub

Anmeldung bis 28. April unter anmeldung[at]august-bebel-institut.de

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Juli | August | September 2017

The Circle

Ausstellung von Agata Skowronek, Simon Hipkins, David McAulay

Wie wirkt sich Krieg und Gewalt auf den Alltag der direkt betroffenen Menschen aus? In medialen Berichten bekommen wir davon selten etwas mit. Das Material von »The Circle« beruht auf verschiedenen Reisen von zwei Künstler*innen durch verschiedene Regionen des Irak, wo sie Bewohner*innen besucht und interviewt haben. Mehrere Fluchtgeschichten zeigen exemplarisch die radikale Veränderung des Irak. Dokumentarfotografien, Videoaufnahmen, Audiointerviews und Aufzeichnungen der lokalen Geräuschkulisse werden miteinander kombiniert, so dass Zuschauer*innen auf einer emotionalen Ebene in die Geschichten eintauchen können.
»The Circle« zeigt den Prozess der Vertreibung als eine endlose Ungewissheit im Leben der Menschen. Selbst in den seltenen Fällen, wo Individuen erfolgreich ihr Leben wieder aufgebaut haben, bliebt das Gefühl, dass die Vertreibung täglich weitergeht. Deshalb wird die Arbeit in einer zirkulären Form präsentiert bei der sich Bild- und Tonaufnahmen wiederholen, abwandeln und wieder synchronisieren.

Agata Skowronek ist Bildjournalistin u.a. für Geo, Le Monde, Der Spiegel, spezialisiert auf Themen des Nahen Ostens. 2014 entstand ihre Foto- und Videoausstellung »Zero Tolerance« zur Staatsgewalt in der Türkei.

Simon Hipkins ist Regisseur, Produzent, Kameramann und Fotograf. Seine letzten beiden Dokumentarfilme für Al Jazeera machte er durch seine Produktionsfirma »Key Pictures«.

David McAulay ist Produzent, Komponist und Sounddesigner. Er war an Spiel-, Dokumentar und Werbefilmen beteiligt. Zuletzt hat er als Music Supervisor und Tondesigner an dem Film »From Scotland With Love« gearbeitet.

Ausstellung 8.–29. September 2017
Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18 Uhr, Do 17–19 Uhr, Fr 16–20 Uhr

Fr 8. September, 19–21 Uhr
Vernissage
Mit: Agata Skowronek, Simon Hipkins (Künstler*innen) u.a.
Anmeldung erbeten [G50]

 

Begleitprogramm der Ausstellung:

Do 14. September, 19-21 Uhr
Kunst und Krieg: Guernica
Das als Reaktion auf die deutsche Bombardierung Guernicas am 26. April 1937 von der spanischen Republik beauftragte Bild Picassos löste bereits bei seiner ersten Präsentation auf der Pariser Weltausstellung große Wirkung aus. 2003 wurde die im UN-Sicherheitsrat aufgehängte Kopie anlässlich der Ankündigung des US-Angriffs auf den Irak in einer spektakulären Aktion »verhüllt«. Bis heute fasziniert die universelle Aussage dieser 80-jährigen Anti-Kriegs-Ikone. Die Veranstaltung schlägt den Bogen vom spanischen Bürgerkrieg bis zur aktuellen künstlerischen Auseinandersetzung mit Gewalt, Verfolgung und Widerstand.

Mit: Renate Amann (Architektin und Autorin)
Anmeldung erbeten [G51]

 

Do 21. September, 18–22 Uhr
Irak: Der Kampf um die Staatlichkeit oder die Hoffnung stirbt zuletzt
Das Ziel der Militärinvasion 2003 der USA und ihrer »Koalition der Willigen«, »den Irak zu einem Beispiel für Mäßigung, Demokratie und Wohlstand« zu machen, ist nicht erreicht. Soziale Not, Landflucht und tiefe Spaltung in Klientelnetzwerke kennzeichnen die aktuelle Situation. Die kleine gutausgebildete Minderheit wandert stetig ins Ausland ab. Wir betrachten die historischen Hintergründe, vor allem das Baath-Regime von Saddam Hussein, beschreiben die Hindernisse auf dem Weg zur politischen Stabilisierung und fragen nach Perspektiven.

Mit: Alphan Tuncer (Politikwissenschaftler) und Gökhan Tuncer 
(Politikwissenschaftler)
Anmeldung erbeten [G52]

 

Fr 29. September, 19-21 Uhr
Berichten über den Krieg – Finissage
»Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer«. Wie sieht es heute mit Berichterstattung über Krieg aus? Wie viel und was erfahren wir aus den Medien? Was bleibt uns verborgen? Mit welchen journalistischen Mitteln und künstlerischen Formaten lasst sich Krieg thematisieren?
Gespräch mit Journalist *innen und Künstler*innen, 
anschließend Finissage

Anmeldung erbeten [G53]

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Weiteres Programm:

 

Sa 1. Juli, 10–17 Uhr
Motiviert in die Politik einsteigen
Anregungen für ein erfolgreiches Engagement

Was brauche ich, wenn ich politisch etwas gestalten möchte? Worauf kommt es an, wenn ich mit meinem Anliegen Gehör finden will? Für viele, die sich politisch engagieren wollen, stellen sich die Fragen des Wo und Wie. Unser Workshop gibt Anregungen dazu, wie wir motiviert und realistisch »Politik machen« können. Als Gesprächspartnerin ist die Abgeordnete Derya Çağlar eingeladen und kann zu ihren Motiven und Erfahrungen im politischen Werdegang befragt werden.

Leitung: Enrico Troebst (Soziologe)
Beitrag 10 € inkl. Verpflegung
Anmeldung bis 26. Juni [G40]
Sa, 8. Juli, 10–15 Uhr    Stadtpolitik
Sozialdemokratie und soziale Bewegungen in Berlin
Bustour zu sichtbaren und unsichtbaren Erinnerungsorten

Berlin war in den letzten zwei Jahrhunderten ein Zentrum sozialer Spannungen und Kämpfe. Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und Verbände setzten sich auf unterschiedliche Weise für Verbesserungen ein. Wir besuchen sichtbare und unsichtbare Erinnerungsorte in Berlin, an denen die Geschichte der Sozialdemokratie und sozialer Bewegungen erzählt werden kann.

Mit: Reinhard Wenzel (Bildungsreferent des ABI)
Teilnahme kostenlos, der Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben.
Anmeldung bis 3. Juli [G80]

 

Do 13. Juli, 18–22 Uhr
Türkei: Zivilgesellschaft und Demokratie

Gegenwärtig findet in der Türkei ein Prozess der Neudefinition von Staatsbürgerschaft und Restrukturierung des Staates statt. Mit einer fundierten Analyse jenseits von Verschwörungstheorien wollen wir die gegenwärtigen Spannungen in der Türkei beleuchten und uns intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in der Türkei im historischen, regionalen und globalen Kontext befassen. Wer sind die Akteur*innen der »neuen Türkei«? Welche Auswirkungen haben autoritäres Sicherheitsdenken und neoliberale Gesellschaftsvorstellungen im Land?

Mit: Alphan Tuncer (Politikwissenschaftler) und Gökhan Tuncer (Politikwissenschaftler)
Anmeldung erbeten [G30]

Do, 20. Juli, 19–21 Uhr
Soundtrack der Migration
Der Türkische Arbeiterchor in Westberlin

Bei vielen Großveranstaltungen von Gewerkschaften, linken Parteien und der Friedensbewegung in den 1970er und 1980er Jahren trat der Türkische Arbeiterchor auf. Viel zu wenig bekannt sind migrantische Projekte in der Geschichte der Arbeiterbewegung. Wir erinnern an diesen legendären Chor, der mit seinen guten Kontakten nach Ost-Berlin auch eine Rolle im Kalten Krieg spielte.

Mit: Ela Gezen (Germanistin, University of Massachusetts, Amherst)
Anmeldung erbeten [G81]

 

Do 17. August, 19–21 Uhr    theorie.org
Internationalismus: Wie geht 
Solidarität über Grenzen hinweg?

Wir stellen den Einführungsband des 2011 verstorbenen Josef Hierlmeier in der Reihe theorie.org vor. Das Buch handelt von der Ideengeschichte des Internationalismus seit den 1960er Jahren. Dem schließt sich eine Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen der Bewegung gegen die neoliberale Globalisierung und die Frage nach Perspektiven und neuen Denkansätzen an. Ein Buch, das immer wieder zur Auseinandersetzung mit der politischen Praxis einlädt.

Mit: Oliver Gaida (Historiker und Stellv. Vorsitzender der Berliner Jusos), Sarah Teschlade (Politologin)
Anmeldung erbeten [G20]

 

Do 24. August, 19–21 Uhr
Sommergespräch
 »Berlin im Humboldt Forum«

Wir laden ein zum Sommergespräch über die Planungen der Berlin-Ausstellung im Humboldt Forum. Mit zwei Mitgliedern aus dem Team der Berlin-Ausstellung sprechen wir über die Umsetzung des Konzepts, die Verflochtenheit Berlins mit der Welt zu zeigen. Neben Fragen zum Gesamtkonzept und zur Abgrenzung zu den anderen Ausstellungen im Humboldt Forum interessieren wir uns für die Umsetzung der drei Themen: Revolutionen und soziale Bewegungen, Migrationsgeschichte und postkoloniale Aufarbeitung.

Mit: İdil Efe und Martin Düspohl (Mitglieder der Kurator*innen-Teams der Berlin-Ausstellung im Humboldt Forum)
Anmeldung erbeten [G41]

Sa 2. September, 10–17 Uhr
Arbeiten am LebensMittelpunkt Stadt:
Ernährungspolitik

Zunehmend etablieren sich weltweit Städte und Gemeinden als Handlungsebene einer »Ernährungspolitik«. Kommunen sind direkt betroffen von den globalen Klima- und Umweltfolgen für Ernährung und Landwirtschaft und den ernährungsbedingten Kosten im Gesundheitswesen. Der Workshop will Handlungsmöglichkeiten der Städte im Ernährungssystem aufzeigen. An internationalen Beispielen sollen Erfahrungen, Projektideen und Transfermöglichkeiten für die Arbeit in den Berliner Bezirken diskutiert werden.

Referent: Philipp Stierand (Speiseräume Büro für Stadt-
ernährung, Autor von »Speiseräume. Die Ernährungswende beginnt in der Stadt«) u.a.
Beitrag inkl. Verpflegung: 10 €
Anmeldung bis 29. August [G42]

 

Sa 9. September, 10–17 Uhr
Anders Arbeiten – aber wie?
Arbeit selbst organisieren jenseits von 4.0

Selbst wenn durch die Digitalisierung die Erwerbsarbeit weniger werden sollte, bleibt doch die Tätigkeit des Menschen weiterhin notwendig für ein gutes Leben. Wie kann Arbeit würdig und selbstbestimmt organisiert werden? Beispiele wie selbstverwaltete Kollektivbetriebe und Belegschaftsunternehmen, Produktiv- und Sozialgenossenschaften und andere Formen selbstorganisierter Erwerbsarbeit werden im Seminar vorgestellt und kritisch diskutiert.

Mit: Elisabeth Voß (Betriebswirtin und Publizistin, Schwerpunkt Solidarische Ökonomien, NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V.)
Beitrag 10 € inkl. Verpflegung
Anmeldung bis 4. September [G43]

 

Di-Mi 12./13. September in 
Woltersdorf bei Berlin
Die EU nach dem Brexit

Seit 60 Jahren garantiert die Europäische Union, dass innerhalb Mitteleuropas Frieden herrscht. Doch der europäische Konsens ist in der Krise. Nicht alle Mitglieder teilen mehr die traditionellen Werte von Demokratie und Menschenrechten. Mit Großbritannien hat eines der größten Mitglieder seinen Austritt beschlossen. Wo liegen die Probleme der EU begründet und welche Perspektiven hat sie? Welche Reformen streben Deutschland und Frankreich an?

Mit: Malte Beisenherz (Kulturwissenschaftler)
Beitrag 30 € (DZ) bzw. 35 € (EZ)
Anmeldung bis 5. September [G70]

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Juli 2017 bis April 2018
 »Not about us without us«
Politische Bildung zu den Völkermorden 
im 20. Jahrhundert

Fortbildung von Multiplikator*innen der 
politischen Bildung (mit Zertifikat), gefördert durch die Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft
Das August Bebel Institut wird in den kommenden Monaten eine Gruppe von zwölf Multiplikator*innen in der politisch-bildnerischen Vermittlung von Völkermorden des 20. Jahrhunderts ausbilden.
Der Holocaust an den europäischen Juden und der Völkermord an den Roma während des Nationalsozialismus, die diesen vorausgehenden Genozide an Herero und Nama in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1904–1908), heute Namibia, sowie der Völkermord an den Armenier*innen im Osmanischen Reich (1915/16) sind Thema des Fortbildungsprogramms. Es handelt sich um Völkermorde, die Teil deutscher Geschichte sind. Es wird nach Ursachen, Zusammenhängen und Verflochtenheit gefragt.
Uns ist dabei wichtig, dass Geschichte nicht nur aus Sicht einer deutschen Geschichte erzählt wird, sondern die Erzählungen und Sichtweisen der Nachfahren miteinschließt. Historische Erzählung wird nur vollständig, wenn sie die Sicht der Betroffenen und insbesondere auch der Widerstandsperspektiven wiedergibt.
Die Ausbildung umfasst einführende inhaltliche Workshops, Methodenworkshops zu Seminaren und Stadtführungen, die Organisation von Tagungen, Aktionen zum Internationalen Genozidtag im Dezember 2017 und die Erstellung einer Ausstellung, die im März 2018 in der Galerie des August Bebel Instituts gezeigt wird.

Kooperationspartner: Museum Mitte, AKEBI e.V., Berlin Postkolonial e.V. u.a.
Es wird eine geringfügige Aufwandsentschädigung gezahlt.
Informationen und Bewerbung: Reinhard Wenzel, 
wenzel@august-bebel-institut.de, Tel. (030) 4692 129

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