Bis 28. März 2014: Daima | Frauen | Bewegung | Feminismen | Identitäten

Bis 28. März 2014: Daima | Frauen | Bewegung | Feminismen | Identitäten

titelfoto-web-01-2014Ausstellung und Dialoge

| Belächelt und sexualisiert werden – diese Erfahrungen teilen viele Frauen. Was, wenn sich das mit Erfahrungen von Rassismus mischt? In der Veranstaltungsreihe kommen Frauen zu Wort, die all diese Erfahrungen von Ausgrenzung teilen und sich ihnen aktiv widersetzen: durch Kunst, Politik und Zeugnis-Ablegen.

In Kooperation mit Witnessed / edition assemblage
Gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Ausstellung: Mo 17. Februar bis Fr 28. März 2014 / 
Öffnungszeiten: Mo–Fr 14–18 Uhr
Foto: Nzitu Mawakha

Fr 14. Februar, 18–21 Uhr
»Daima. Images of Women of Color in Germany«
Ausstellungseröffnung & Buchvorstellung

In Ausstellung und Buch porträtiert die afrodeutsche Fotografin Nzitu Mawakha zwölf Schwarze Frauen, die in Deutschland leben und arbeiten und/oder Deutsche sind. Sie erzählen von Alltagsrassismus, Sexismus und Widerstand, von Familie, Community und Schönheit. Das Besondere: Nicht die Frauen erklären sich – sondern sie sind diejenigen, die die Betrachtenden befragen und den Blick zurückwerfen.

Mit: Nzitu Mawakha (Fotografin & Autorin), Sharon Dodua Otoo (Herausgeberin der Reihe »Witnessed«) und Protagonistinnen von Buch und Ausstellung
Grußwort: Barbara Loth (Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen)
Live-Musik: »3 Women«
Um Anmeldung bis 10. Februar wird gebeten [W50]

 

Do 20. Februar, 18–20 Uhr
Einschreibungen
Fotografie und Widerstand

Fotografie blickt auf eine lange politische Geschichte zurück. Welche Möglichkeiten bietet sie im politischen Kampf und um Identitäten auszudrücken? Der Vortrag zeigt zunächst, wie Fotografie mitwirkte, Unterschiede herzustellen und zu zementieren – in Bezug auf Ethnizität, Geschlecht oder Sexualität. In Kontrast dazu werden fotografische Arbeiten wie die des afroamerikanischen Philosophen W.E.B. Dubois, der Schwarzen Südafrikanerin Zanele Muholi und des Afrodeutschen Philip Metz vorgestellt. Sie wollen Fremdzuschreibungen brechen, Blicke irritieren und eine eigene Bildsprache entwickeln. Geht das?

Mit: Nana Adusei-Poku (Forschungsprofessorin für Kulturelle Vielfalt, Hochschule Rotterdam, und Dozentin für Medienkunst, Hochschule der Künste Zürich)
Moderation: Çağla İlk (Architektin und Kuratorin, büro MILK)
Um Anmeldung bis 14. Februar wird gebeten [W51]

 

Fr 7. März, 18–21 Uhr
Von »Mädchenfallen« und Selbstbewusstsein
Patricia Redzewsky im Gespräch mit Marie Nejar

Am Vorabend des Internationalen Frauentags hören wir den Bericht eines ereignisreichen Lebens: Marie Nejar, Jahrgang 1930, liest aus ihrer Autobiographie »Mach nicht so traurige Augen« und spricht mit Patricia Redzewsky über ihr Aufwachsen als Schwarzes Mädchen im Nationalsozialismus, über ihr Leben als Schlagersängerin »Leila Negra«, als Krankenschwester und als Aktive in der afrodeutschen Community.

Mit: Marie Nejar (ehem. Schlagersängerin und Krankenschwester) und Patricia Redzewsky (Social Justice und Diversity Trainerin, Krankenschwester, Sängerin, Forschung zu Biografien Afrodeutscher 1930 bis heute)

Um Anmeldung bis 3. März wird gebeten [W52]

 

Do 20. März, 18–21 Uhr
Feministische Kämpfe of Color in Deutschland
Eine Chronik

Feminismus in Deutschland ist auch das: Frauen, die nicht nur Sexismus erfahren, sondern auch Rassismus durch die weiße Mehrheitsgesellschaft; Frauen, die sich jenseits von dieser organisieren. Seit Mitte der 1980er Jahre sind Schwarze Feministinnen in »ADEFRA« organisiert und wagen »Immigrantinnen, Schwarze deutsche, jüdische und im Exil lebende Frauen« Bündnisse, zuletzt 2013 in der Tagung »FemoCo«. Was die Beteiligten verbindet: Die Erfahrung, dass Sexismus von Rassismus, Homophobie und anderen Formen der Ausgrenzung nicht zu trennen ist.

Im Gespräch liefern wir eine würdigende Chronik politischer Kämpfe. Wir blicken auf die Anlässe für erste Selbstorganisationen von Frauen of Color in Deutschland, beleuchten die Bündnisse, die sie untereinander, international und mit weißen Frauen eingingen, und fragen danach, was aus diesen politischen Kämpfen für Konsequenzen folgen für das Selbstverständnis von Feminismus in Deutschland.

Die Veranstaltung ist offen für alle Identitäten.

| Aus Anlass des Nouruz-/Newroz-Festes wird für den Abend eine »Haft Sin«-Tafel gesaltet, zu der Sie gerne beitragen können.

| Um 17:57 Uhr ist Nouruz/Newroz, iranisches, kurdisches, afghanisches Neujahr! Eine kleine »Haft Sin«-Tafel (Tafel mit 7 Gaben) erwartet Euch. Feiert ab 17:45 Uhr mit uns rein – und diskutiert im Anschluss mit uns!

Mit: Jasmin Eding (ADEFRA-Gründungsmitglied), Natascha Nassir-Shahnian (FemoCo-Konferenz) und Peggy Piesche (ADEFRA, »Euer Schweigen schützt Euch nicht«)
Moderation: Manuela Bauche (August Bebel Institut)
Um Anmeldung bis 14. März wird gebeten [W53]

 

Fr 28. März, 18–20 Uhr
In Gedenken an Juliana Wonja Michael (1921–2013)
Ausstellungsfinissage

Die Finissage ist Juliana Wonja Michael gewidmet, die im März 2013 verstarb. Die Tochter des ab 1894 in Berlin lebenden Kameruners Theophilus Wonja Michael und dessen weißer deutscher Ehefrau Martha Wegner überlebte den Nationalsozialismus durch ihre Arbeit im Zirkus – für viele Schwarze eine Nische, die Arbeit und einen gewissen Schutz vor Verfolgung bot – und in der französischen Emigration. Mit Fotos, Videos, mündlichen Erinnerungen und einer Lesung aus autobiographischen Notizen erinnern wir an die Raubtierdresseurin, Botschaftsangestellte und Übersetzerin.
Mit: Nicola Lauré al-Samarai (Historikerin), Lara-Sophie Milagro (Schauspielerin, Label Noir)
Um Anmeldung bis 24. März wird gebeten [W54]

Unser Kinotip: Canım Kreuzberg

Unser Kinotip: Canım Kreuzberg

Dokumentarfilm 2012 | Zwei Liebeserklärungen an Kreuzberg von Aslı Özarslan & Canan Turan

|| Kıymet Özdemir kam einst aus politischen Gründen nach Kreuzberg als Mutter, Arbeiterin und Aktivistin. Aber heute lebt sie doch wieder in ihrem Dorf an der schönen thrakischen Mittelmeerküste. Kreuzberg hat sich verändert, weil Kıymet Özdemir da war. Nicht nur lebt ihre Enkelin hier und dreht Filme, auch der 1. Mai, in Kreuzberg noch immer ein Großereignis, ist anders. Sie demonstrierte damals, von den 1970ern bis in die 90er Jahre, für die Rechte der türkischen Gastarbeiter_innen, für diskriminierungsfreie Bildung und gegen Rassismus in Deutschland. Heute sieht der Kampf um Gleichberechtigung anders aus. Im Ballhaus Naunynstraße versammeln sich wütende und engagierte Theaterleute, die die deutsche Theaterlandschaft mit ihren innovativen Inszenierungen aufwirbeln. Hier spielen sie keine Gemüsehändler, bloß weil ihre Eltern Türkisch gesprochen haben. Sie haben keine Scheu vor einer direkten Sprache.

Premiere am 23.5. um 20.00 und um 21.45 Uhr in Anwesenheit der Filmemacher_innen,

danach täglich im Moviemento – Uhrzeiten unter www.moviemento.de