Programm

Filmabend mit Gespräch »Rise Up«
Quelle: Neue Visionen Filmverleih

Filmabend mit Gespräch »Rise Up«

»Rise Up« sucht gemeinsam mit fünf außergewöhnlichen politischen Aktivist*innen Antworten auf die verheerenden ökologischen, wirtschaftlichen und autoritären Entwicklungen unserer Zeit. Es heißt, dass jeder gesellschaftliche Fortschritt von mutigen Menschen erkämpft […]

Die Selbstbestimmung des Geschlechts
Quelle: Kaique Rocha

Die Selbstbestimmung des Geschlechts

In diesem Workshop wird Wissen über Transidentitäten vermittelt und zu einer kritischen Reflexion eigener Geschlechterbilder angeregt. Zudem wird gefragt, welche politische Repräsentation der Trans*-Community in Deutschland zukommt und beleuchtet, welche Rolle dieser bei der Entstehung des neuen Selbstbestimmungsgesetzes zukommt.

Am Wedding haben sie gelebt – Lebenswege jüdischer Bürgerinnen und Bürger
Quelle: Verlag Walter Frey

Am Wedding haben sie gelebt – Lebenswege jüdischer Bürgerinnen und Bürger

Auch wenn die großen Synagogen Berlins in anderen Stadtteilen standen, lebten und leben auch im Wedding jüdische Bürger*innen, deren Schicksale nicht vergessen werden dürfen. Die Berliner Geschichtswerkstatt hat einige Lebensläufe aufgearbeitet und bringt uns damit Menschen nahe, die in der Nazi-Zeit vertrieben oder ermordet wurden.

Märzrevolution 1848
Quelle: A. Klaus, https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/Titelbilder/gr202190.jpg

Märzrevolution 1848

Auf unserem Stadtrundgang tauchen wir ein in das Berlin der Frühindustrialisierung, erkunden die Lebensbedingungen des entstehenden Proletariats und thematisieren die geteilte Erinnerung an die Revolution in der deutschen Hauptstadt.

Bustour: Wohnungsgenossenschaften in Pankow
Quelle: Barbara König

Bustour: Wohnungsgenossenschaften in Pankow

Die Bustour besucht Stationen alter, denkmalgeschützter Wohnanlagen, innovativer Neubauten und spektakulär »geretteter« Vorkaufsobjekte, um das vielseitige Bild der Genossenschaften in Pankow anschaulich zu machen. Dabei wird die gesamte Bandbreite von den Traditionsgenossenschaften, ausgehend vom Kaiserreich, über ehemalige Arbeiterwohnungsgenossenschaften der DDR bis zu Neugründungen der 2000er Jahre vorgestellt.

Institut

August Bebel Institut Berlin

Wer politisch mitreden möchte oder sich sogar engagieren will, ist im August Bebel Institut richtig. Hier kann nachgelesen werden, wer wir sind, was wir wollen und wie wir versuchen, unseren Zielen näher zu kommen.

Wer wir sind

Das ABI ist eine Einrichtung des Instituts für soziale Demokratie und erfüllt die Funktion eines Kommunalpolitischen Bildungswerks. Gegründet wurde das ABI im Jahr 1947 von vier sozialdemokratischen Zeitungsverlagen, die nach dem Ende des Nationalsozialismus und angesichts des beginnenden Kalten Krieges die Demokratie mit Hilfe Politischer Bildung fördern wollten. In den ersten Jahren kam das Institut im Haus der Wannseekonferenz unter.

Seitdem hat sich viel getan. Formate, Methoden und Inhalte der Veranstaltungen haben sich gewandelt. Heute kümmert sich ein fünfköpfiges Team um ein breites Bildungsangebot. Im Rhythmus von drei Monaten wird unser Team von Praktikant*innen unterstützt. Wer etwas über die Organisation Politischer Bildung lernen möchte, kann bei uns einiges erfahren. Die Praktikant*innen sind aber auch für uns eine Unterstützung und Bereicherung.

Was wir erreichen wollen

Über die Weimarer Republik wurde einmal gesagt, sie wäre eine Demokratie ohne Demokraten gewesen. Eine solche Situation darf es in unserer Gesellschaft nicht geben. Das ABI tut alles, um mit Hilfe verschiedenster Veranstaltungen die Demokratie zu stützen und zu ihrer Weiterentwicklung beizutragen.

Insbesondere junge Menschen gehören zu unserer Zielgruppe. Wer gerade begonnen hat, sich zu engagieren, kann an Workshops wie »Motiviert in die Politik einsteigen« teilnehmen. Ein wichtiges Anliegen ist uns, dass die Diversität der Stadt und der Menschen sich auch in der Politik widerspiegelt. Deshalb bieten wir auch Veranstaltungen an, die speziell Migrant*innen und BPoCs erreichen sollen.
Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, Menschen aus gesellschaftlichen Initiativen dabei zu unterstützen, ihre Anliegen und Forderungen in den demokratischen Prozess einzubringen. Bei uns können Erfahrungen ausgetauscht werden, aber auch die Strukturen der Bezirks- und Landespolitik angeeignet.

Ein zentrales Ziel ist die Förderung historischen Bewusstseins, historischer Kenntnisse und Austauschs. Die Geschichte der Sozialdemokratie, der Arbeiterbewegung, anderer sozialer Bewegungen und Berlins darf nicht dem Dunkel der Vergessenheit anheim gegeben werden. Wir können aus den Erfahrungen der Vergangenheit viel für die Gegenwart und die Gestaltung der Zukunft lernen.

Entsprechend der Vielfalt der Menschen in der Stadt ist uns das Prinzip der Kontroversität bzw. Multiperspektivität wichtig. Niemand wird überwältigt, wenn ein Thema kontrovers diskutiert wird, es wird deutlich gemacht, dass es unterschiedliche Positionen gibt. Rassistische, sexistische und andere diskriminierende Positionen haben in unserer Bildungsarbeit keinen Platz. 

Inhalte und Projekte

Ein Großteil der ABI-Veranstaltungen hat einen stadtpolitischen Bezug. Wir greifen Themen der Berliner Politik und Gesellschaft auf, um sie möglichst konkret zu vermitteln. Oft nähern wir uns Themen aus historischer Perspektive. So zeigten wir zwei Jahre lang an unterschiedlichen Orten eine Ausstellung über den früheren Berliner Stadtbaurat Martin Wagner, der dem sozialen Wohnungsbau in den 1920er Jahren große Impulse gab. Die von ihm gegründete Wohnungsbaugesellschaft GEHAG wurde um das Jahr 2000 privatisiert, ihre Wohnungen gehören heute überwiegend der Deutsche Wohnen AG. So wird historische Erfahrung mit gegenwärtigen Themen verbunden. Themen wie koloniale Straßennamen und Klimaschutz im Kiez werden gemeinsam mit entsprechenden bürgerschaftlichen Initiativen aufbereitet. Dem stadtpolitischen Engagement dienen auch unsere Methodenworkshops, die z.B. die Moderation politischer Veranstaltungen oder Rhetorik zum Gegenstand haben.

Eine weitere Reihe von Workshops stellt die Sensibilisierung im Hinblick auf Diskriminierungen aus einer intersektionalen Perspektive in den Mittelpunkt. Hier geht es z.B. um Kritisches Weißsein, Klassismus, Kritische Männlichkeit, geschlechtliche Vielfalt, Antiziganismus oder Barrierefreiheit.

Demokratiebildung wird nicht als Vortrag über Wahlgrundsätze und Verfassungsorgane organisiert, sondern z.B. als Tagesworkshop zur Revolution von 1848 auf dem Friedhof der Märzgefallenen, der die Ereignisse, Beteiligte, Forderungen vermittelt, dann aber auch fragt, welche Forderungen die Teilnehmenden heute haben und, wie sie in den demokratischen Prozess eingebracht werden können. So werden auch Veranstaltungen über historische Themen an konkreten Themen und Fragestellungen fest gemacht. Der Kiez im Wedding rund um den Nettelbeckplatz wird mit von Projektteilnehmenden selbst erarbeiteten Stadtrundgängen erschlossen.

Formate und Methoden

Unsere Veranstaltungen finden in Form von Abendveranstaltungen, Stadtführungen, Tagesworkshops, Filmabende, Buchvorstellungen, Begleitveranstaltungen zu Ausstellungen, aber auch als Exkursion, z.B. als Gedenkstättenfahrt statt. Im Einzelfall gibt es auch »Lange Nächte« des politischen Buchs oder der Revolution, um den 18. März zum Jahrestag der Revolution von 1848. Bustouren führen in unregelmäßigen Abständen zu Wohnungsgenossenschaften in einzelnen Bezirken. Das Bildungsjahr beginnt in der Regel am 15. Januar mit einem Filmabend im Kino Moviemento. Das hat hat mittlerweile Tradition.

Seit 2020 führen wir auch Online-Veranstaltungen und digitale Formate der politischen Bildung durch. Dadurch können interessierte Menschen erreicht werden, die z.B. nicht abends in das Institut kommen können. In Zukunft wird es auch hybride Veranstaltungen geben. Wir entwickeln den digitalen Bereich beständig weiter. 

Wir streben an, die Menschen der Berliner Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt zu erreichen. Dafür braucht es eine große Vielfalt von Kontakten in die Zivilgesellschaft, Themen und Methoden. Das Thema »Aufsuchende Politische Bildung« beschäftigt uns deshalb sehr. Wir verfügen über wundervolle Räume, in denen Politische Bildung durchgeführt werden kann. Die meisten Menschen finden aber nicht den Weg in den Wedding. Es gilt, die Menschen auch in anderen Gegenden und Stadtteilen aufzusuchen und dort »abzuholen«.

Unsere Methoden sind grundsätzlich daran orientiert, die Themen nah an den Lebenswelten der Teilnehmenden anzusetzen.