Mit unserer Galerie hat das August Bebel Institut einen Ort geschaffen, wo sich politische und zeitgeschichtliche Ausstellungen mit künstlerischen Produktionen abwechseln. Hier verbinden sich Kultur und politische Bildung. Die Galerie befindet sich in der Müllerstraße 163 in Berlin-Wedding.

Ausstellungen 2017

 

The Circle

Ausstellung von Agata Skowronek, Simon Hipkins, David McAulay

Wie wirkt sich Krieg und Gewalt auf den Alltag der direkt betroffenen Menschen aus? In medialen Berichten bekommen wir davon selten etwas mit. Das Material von »The Circle« beruht auf verschiedenen Reisen von zwei Künstler*innen durch verschiedene Regionen des Irak, wo sie Bewohner*innen besucht und interviewt haben. Mehrere Fluchtgeschichten zeigen exemplarisch die radikale Veränderung des Irak. Dokumentarfotografien, Videoaufnahmen, Audiointerviews und Aufzeichnungen der lokalen Geräuschkulisse werden miteinander kombiniert, so dass Zuschauer*innen auf einer emotionalen Ebene in die Geschichten eintauchen können.

»The Circle« zeigt den Prozess der Vertreibung als eine endlose Ungewissheit im Leben der Menschen. Selbst in den seltenen Fällen, wo Individuen erfolgreich ihr Leben wieder aufgebaut haben, bliebt das Gefühl, dass die Vertreibung täglich weitergeht. Deshalb wird die Arbeit in einer zirkulären Form präsentiert bei der sich Bild- und Tonaufnahmen wiederholen, abwandeln und wieder synchronisieren.

Agata Skowronek ist Bildjournalistin u.a. für Geo, Le Monde, Der Spiegel, spezialisiert auf Themen des Nahen Ostens. 2014 entstand ihre Foto- und Videoausstellung »Zero Tolerance« zur Staatsgewalt in der Türkei.
Simon Hipkins ist Regisseur, Produzent, Kameramann und Fotograf. Seine letzten beiden Dokumentarfilme für Al Jazeera machte er durch seine Produktionsfirma »Key Pictures«.
David McAulay ist Produzent, Komponist und Sounddesigner. Er war an Spiel-, Dokumentar und Werbefilmen beteiligt. Zuletzt hat er als Music Supervisor und Tondesigner an dem Film »From Scotland With Love« gearbeitet.

Ausstellung 8.–29. September 2017
Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18 Uhr, Do 17–19 Uhr, Fr 16–20 Uhr

 

Entscheidungen

»Walking on the moon« / »On the way« / Ausstellung von Diana Juneck

24. Mai–22. Juni 2017

Die Ausstellung »Entscheidungen« vereint eigene künstlerische Arbeiten (»Walking on the moon«) von Diana Juneck mit inszenierten Portraits (»On the way«), die in einem Workshop mit und von Geflüchteten entstanden. Die Projekte, die formal nicht unterschiedlicher sein könnten, verbinden sich in einem Raum und lassen die Betrachtenden etwas Neues und Einzigartiges entwickeln.

Eine Entscheidung treffen bedeutet, einen Prozess zu durchleben. Hier geht es um Entscheidungen, die das Leben verändern. Dieser Prozess ist nicht gleichförmig, es wechseln sich emotionale und rationale Schübe ab. Die Werke vermitteln ein Wechselspiel zwischen Fühlen und Sehen, von Erinnerungen und Entscheidungen. Diana Juneck visualisiert innere und äußere Zustände mit Hilfe verschiedener Darstellungsformen: Video, Fotografie, Objekt.

Diana Juneck wurde 1981 in Halle an der Saale geboren. Seit sie als freischaffende Fotografin und Kunst- und Kulturpädagogin arbeitet, realisiert sie vielfältige fotografische und künstlerische Projekte. Sie veröffentlichte ihre Arbeiten in Magazinen und stellte in verschiedenen Ländern und bei Kunstfestivals aus. Ihr Suchen geht von grundlegenden Fragen aus, die sie an sich und das Leben stellt. Diesen Forschungsansatz trägt sie sowohl an größere Zusammenhänge als auch an ihre Familie, Freunde und das nachbarschaftliche Umfeld heran.

Ausstellung 24. Mai–22. Juni 2017
Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18 Uhr, Do 17–19 Uhr, Fr 16–20 Uhr

 

Verlassen, Vergessen – ohne Zukunft?

Eine Ausstellung von Daria B.
3. März bis 31. März 2017

Geschlossene Schwimmbäder, verlassene Fabrikhallen, Bahnhöfe, an denen kein Zug mehr hält. Berlin hat viele solche Orte, die oft ein besonderes Flair ausstrahlen. Sie passen so gar nicht in die wachsende und sich ständig erneuernde Metropole Berlin.
Daria B. hat schon einige Ausstellungen ihrer Fotos in Deutschland gehabt. Sie liebt solche verlassenen Orte. Sie geben ihr innere Ruhe für die Seele und Gelegenheit, der hektischen Welt zu entfliehen. Sie sucht verlassene Orte auf und fotografiert sie, auch um die Vergangenheit von historischen Gemäuern zu erfahren und den alten Spuren, von dem was einmal war, zu folgen und sie wieder ans »Licht zu bringen«.

Dazu gehört das Projekt »Schönheit gegen Verwahrlosung«. Fotografie, Kunst und Tanz werden mit verlassenen Orten vermischt, mit der Absicht, diese Orte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Durch eine alternative Zwischennutzung, durch Erkundungstouren, Kunst, Events und Fotografie setzt sie sich für eine Wiederinstandsetzung dieser Orte ein.
Die Ausstellung zeigt verlassene Orte in einer Stadt, in der mehr und mehr Menschen eine Heimat finden. Was passiert mit diesen Orten? Soll ihr Charakter erhalten bleiben? Werden sie abgerissen oder einer neuen Nutzung zugeführt, die vielleicht ihre Schönheit bewahrt?

Diese Fragen werden im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung Berlins diskutiert. Wie kann eine Strategie in Berlin aussehen, die momentan verlassenen Orte systematisch zu entwickeln?

3. März bis 31. März 2017
Öffnungszeiten: Mo–Mi 14–18, Do 17–19, 
Fr 16–20 Uhr

Weitere Informationen 
www.verlasseneorteberlin.com

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Ausstellungen 2016

Ist das Barock oder kann das weg?

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Eine Ausstellung des Kuratorenteams »Neudeuter« und Musenkuss e.V.
Ira von Kunhardt, Annette Paul, Holger Plickert, Thomas Schubert.

Ende Mai 2016 wurde in Potsdam eine Ausstellung mit der Frage: »Ist das Stadt oder kann das weg?« gezeigt.  Das Kuratorenteam »Neudeuter« regte eine Neudiskussion der Gestaltung Potsdams an. Nachdem die DDR wenig für die Erhaltung alter Bausubstanz getan hatte, beschlossen die Stadtverordneten 1990 eine »behutsame Wiederannäherung an das charakteristische, historisch gewachsene Stadtbild«. Diskutiert wird jetzt die Gefahr, dass wichtige Gebäude aus der DDR-Zeit aufgrund des Beschlusses weichen müssen.
Ist die Orientierung einer lebendigen Innenstadt im 21. Jahrhundert an barocken Maßstäben noch sinnvoll? Was bedeutet das für die Diskussion über die Berliner Innenstadt? Wie bezieht sich diese Frage auf das Humboldt-Forum und andere Projekte?
Wir zeigen Ergebnisse einer Stadtwerkstatt in Potsdam vom März 2016, bei der Bürger*innen eingeladen wurden, gemeinsam neue Sichtweisen auf das Bestehende zu entwickeln und nach alternativen Lösungen zur Weiterentwicklung der Potsdamer Mitte zu suchen.
Vier Filme mit dem Titel »Der Stein der Weisen – Videos der Potsdamer Alchimisten« zeigen Ansätze, wie in Potsdam aus Beton Gold gemacht werden könnte.
Tom Korn hat Architektur in Teppichkunstwerken zu einem »flauschigen Realismus« verarbeitet.
Die Künstlerin Kathrin Ollroge stellt einen »Raum für Gedanken« in die Galerie. In ihm können Gedanken über die Stadt entwickelt werden. Daneben hängen Porträtfotos von Bewohner*innen des »Staudenhofs« – ein dem Abriss geweihtes Wohnprojekt.

Ausstellung:  11. November bis 2. Dezember 2016
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 14–18 Uhr

Weitere Informationen:
facebook.com/neudeuter
www.musenkuss-potsdam.jimdo.com

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KÖNIGSBERG BINDESTRICH KALININGRAD. IDEE ODER GESCHICHTE
Dmitry Vyshemirsky / Kuratorin Alexandra Goloborodko

austellung-kaliningrad-2In Königsberg-Kaliningrad manifestieren sich die Wechsel von Epochen und Ideologien: Deutschland – Sowjetunion – Russland. Eine Stadt geprägt von Krieg, Umsiedlung und Wiederaufbau. Dmitry Vyshemirskys Fotos sind Zeugnisse dieses Wandels und des visuellen Kampfes um Deutungshoheiten. Die Beschäftigung mit dem alten Königsberg, jener Stadt, die so dicht unter der Kaliningrader Oberfläche liegt, hatte lange Zeit eine Aura des Oppositionellen, des Widerständigen.

Obwohl nur sehr wenige (deutsche) Königsberger*innen nach der letzten Ausweisungswelle 1948 in dem sowjetischen Kaliningrad blieben, blieb die deutsche Stadt in der sowjetischen präsent. Heute drohen sogar die Spuren von 45 Jahren Geschichte der Sowjetunion aus dem Gedächtnis der Stadt zu verschwinden. Die Fotografien von Dmitry Vyshemirsky zeigen Kaliningrad in allen diesen Widersprüchen.

Dmitry Vyshemirsky wurde 1958 in der Ukraine geboren und lebte seit seiner Kindheit bis 2015 in Kaliningrad. Bis Anfang der 1980er Jahre arbeitete er als Pressefotograf  für Kaliningrader Zeitungen. Er ist Mitglied der »Russian Society of Art Photographers« und publiziert regelmäßig. Seine Arbeiten sind seit den1980er Jahren in zahlreichen Büchern und Ausstellungen in russischen und anderen europäischen Städten sowie den USA zu sehen. In den Langzeit-Foto-Dokumentationen »Königsberg, Verzeih« und »POST« beschäftigt er sich mit dem post-deutschen und post-sowjetischen Kulturraum der Region Kaliningrad, mit russischer Geschichte und der Demokratie baltischer Staaten.
Heute lebt und arbeitet er in Berlin, wo er zur Zeit ein Forum für humanistische Fotografie aufbaut.

Ausstellung: 2. September bis 30. September 2016
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 14–18 Uhr

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FACE TO FACE  – NACHBAR POLEN
Krzysztof Gierałtowski

Krzysztof Gierałtowski: Nicole Orzechowska - Malarka_klein

Der Warschauer Künstler Krzysztof Gierałtowski entwickelt seit vielen Jahrzehnten die Porträtfotografie weiter. Seit den 1970er Jahren arbeitet er an dem Langzeitprojekt, Gesichter der polnischen Gesellschaft zu porträtieren und sie in Szene zu setzen. Seine Perspektive ist eine radikal subjektive.  Gierałtowski dokumentiert die Persönlichkeiten nicht, er kreiert ein Bild, dessen Proportionen er mitbestimmt. So entstehen sehr persönliche Arbeiten.
Die Ausstellung »Face to Face« wurde zuerst 2015 in Rzeszow und Olsztyn gezeigt. Sie porträtiert polnische Politiker*innen, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Schauspieler*innen auf sehr individuelle Art und Weise. Manche sind auch über die Grenzen Polens hinaus bekannt wie der EU-Ratspräsident Donald Tusk, viele können neu entdeckt werden. Sie werden auf die für Krzysztof Gierałtowski so typische Weise mit Mitteln der Fotografie und des Theaters präsentiert. Die Ausstellung umfasst insgesamt 38 Werke, von denen jetzt in Berlin eine Auswahl von 16 Bildern gezeigt wird.
Krzysztof Gierałtowski wurde 1938 in Warschau geboren. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden seine Fotografien in größeren Ausstellungen gezeigt. Seitdem eroberten sie die Welt. Die Library of Congress in Washington sah sie ebenso wie das MOMA in New York oder San Francisco. In Norwegen, den Niederlanden und vielen osteuropäischen Ländern stellte Gierałtowski seine Werke aus.
Der Künstler erfuhr viele Ehrungen, zu der zuletzt 2014 das Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta durch den Präsidenten der Republik sowie die Ehrenauszeichnung »Bene Mérito« des polnischen Außenministers für die Stärkung der internationalen Position Polens gehören.

In Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin e.V.

Ausstellung: 7. April bis 12. Mai 2016
Öffnungszeiten: Mo – Fr 14–18 Uhr und nach Vereinbarung

 

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VERSTRICKUNGEN
Silvina Der-Meguerditchian

grupo1Die politische Allianz zwischen dem wilhelminischen Deutschen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich galt als Freundschaft. Das Verhältnis baute auf der Erwartung gegenseitigen Profits auf: Deutschland strebte nach wirtschaftlicher und politischer Macht im Nahen Osten, die osmanische Dynastie kämpfte ums Überleben. Diese Freundschaft der Dynastien gipfelte in der Allianz im Ersten Weltkrieg, in der deutschen Unterstützung des Völkermords an den Armenierinnen und Armeniern. Ein unheilvolles Bündnis.

Wie ein Spinnennetz, das mit einem roten Faden geknüpft wird, hat Der-Meguerditchian fotografische Darstellungen miteinander verflochten, die anspielen auf die katastrophale Auswirkungen die diese Allianz auf die Menschen des sich auflösenden Osmanischen Reiches hatte: Zerstörungen, deren Folgen bis heute nicht überwunden sind.

Silvina Der-Meguerditchian ist 1967 in Buenos Aires geboren, lebt und arbeitet in Berlin. In den Jahren 2014/15 war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya/Istanbul und ist an mehreren Produktionen im Ballhaus Naunynstrasse, im Gorki Theater sowie an den Plattformen www.underconstructionhome.net und www.houshamadyan.org beteiligt.
Sie hat bei der 56. Venedig-Biennale 2015 am Armenischen Pavillon »Armenity« mitgewirkt, der mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Im Herbst 2015 organisierte sie die Ausstellung »Enkel, neue Geographien der Zugehörigkeit« im DEPO Istanbul.

Ausstellung: 22. Januar bis 19. Februar 2016
Öffnungszeiten: Mo – Fr 14–18 Uhr, Termine nach Vereinbarung

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Ausstellungen 2015

GESCHEITERT?
Über einen künstlerisch-kollaborativen Prozess auf dem Albert-Schweitzer-Platz

Ideenwerkstatt auf dem Albert-Schweitzer-Platz u.a. mit temporäre Räume von Plastique Fantastique, 2012. Foto: E. Hertzsch und A.Page

Ideenwerkstatt auf dem Albert-Schweitzer-Platz u.a. mit temporäre Räume von Plastique Fantastique, 2012. Foto: E. Hertzsch und A. Page

„Kollaboration“ (engl. collaboration) in künstlerischen Kontexten beschreibt den gemeinsamen kreativen Prozess des Gestaltens und Lernens unterschiedlicher Akteure aus Kunst, Bürgerschaft, Verwaltung und Stadtplanung. Wie kann eine solche Kollaboration gelingen?
Der künstlerisch-kollaborative Prozess auf dem Albert-Schweitzer-Platz in Neukölln, den die Künstler*innen Eva Hertzsch und Adam Page initiiert und begleitet haben, zeigt exemplarisch Chancen und Hindernisse: Von 2011 bis 2014 fanden auf dem vernachlässigten Platz künstlerische Interventionen mit dem Ziel einer behutsamen Umgestaltung statt. Nutzer*innen aus der angrenzenden Schule und den Wohnhäusern generierten zusammen mit Künstler*innen Ideen und Pläne für den Stadtplatz und diskutierten diese öffentlich. Nach langem Ringen um die Zuständigkeit wurde der Platz 2014 vom Bezirk komplett umgebaut und dabei nur wenige Wünsche der Nutzer*innen berücksichtigt. Ist der Prozess gescheitert?
Die Künstler*innen Eva Hertzsch und Adam Page gestalten in unserer Galerie den öffentlichen Platz nach, blicken auf künstlerische Prozesse zurück und ermöglichen Reflektionen zu aktuellen Fragen im Zusammenhang von Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung und Kunst im öffentlichen Raum.

Ausstellung: 9. November bis 3. Dezember 2015
Öffnungszeiten: Di – Fr 14–18 Uhr, Termine nach Vereinbarung

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Topos Widerstand: Lebers Kohlenhandlung

Foto: Bertold Prächt

Foto: Bertold Prächt

Erinnerungskultur ist mit authentischen Orten verbunden. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat ihren Ort in dem Gebäude, wo das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 geplant wurde, wo man Stauffenberg und seine Vertrauten ermordete. Der Widerstand eines anderen Beteiligten an der Vorbereitung des Attentats, des Sozialdemokraten Julius Leber, wurde konspirativ von einer Kohlenhandlung in Berlin-Schöneberg aus organisiert. Das Gebäude der Kohlenhandlung, wie sie von Annedore Leber in den 1950er Jahren betrieben wurde, steht noch. Eine Bürgerinitiative möchte hier einen Lern- und Gedenkort schaffen.

Der Fotograf Berthold Prächt hat das Gebäude der Kohlenhandlung, wie es heute steht, sein Umfeld und die Menschen im Bild festgehalten. Ergänzt werden diese Bilder durch Fotos von Annedore und Julius Leber, ihrem Widerstand gegen Hitler und Kampf für die Demokratie.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, den Stadtteilverein Schöneberg e.V. und das Aktive Museum e.V.

Ausstellung: 28. August bis 25. September 2015
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Unerkannt durch Freundesland
Illegale Reisen durch das Sowjetreich

Foto © Robert Conrad:Thomas Frick, Moskau 1986Um ihr Fernweh zu stillen, nutzten abenteuerlustige junge DDR-Leute ein Schlupfloch in der Visa-Bürokratie aus, indem sie die Möglichkeit eines Transitvisums durch die Sowjetunion in Anspruch nahmen. So reisten sie in das Land des »Großen Bruders« ein, verließen jedoch schnellstmöglich die vorgeschriebene Route und fuhren wochenlang ohne legalen Aufenthaltsstatus durch den Kaukasus, Mittelasien und Sibirien, immer auf der Flucht vor KGB und Miliz – »unerkannt durch Freundesland« (UdF).
Jenseits von Propaganda und Stereotypen dokumentiert die Ausstellung in Fotoserien, Video-Interviews und Schmalfilmen Blicke und Erlebnisse der Reisenden.

Kuratorin: Cornelia Klauß

 

 

Ausstellungsdesign: Karl Karau; Grafik: Katharina Kosak
Medienproduktion: Sala Deinema
Die Ausstellung ist ein Projekt der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

Ausstellung: Mo 20. April bis Fr 29. Mai 2015

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Aferim Yavrum – Kleine Gesten der Annäherung

About_the_ephemeralDie Ausstellung »Aferim Yavrum – Kleine Gesten der Annäherung« zeigt Bilder, Objekte und Videos der Berliner Künstlerin Silvina Der-Meguerditchian. Sie thematisiert die Last der Erinnerung an die Vernichtung der Armenier_innen in der Türkei und Fragen von Vergebung und Versöhnung. Im Zentrum stehen Notizen und Erinnerungen, die die Künstlerin in den letzten 20 Jahren über positive wie negative Begegnungen mit türkeistämmigen Menschen zusammengetragen hat. Eine Ausstellung über ambivalente Gefühle, das Überwinden von Angst und Vorurteilen und das Hinterfragen eingefahrener Bilder. Über nationale Identität, Zugehörigkeit und die Rolle von Minderheiten in der Gesellschaft.

Silvina Der-Meguerditchian ist 1967 in Buenos Aires geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat u.a. den ersten Armenischen Diaspora Pavillon der 52. Venedig-Biennale kuratiert, war 2014 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya, ist an mehreren Produktionen im Ballhaus Naunynstrasse und im Gorki Theater sowie an den Plattformen www.underconstructionhome.net und www.houshamadyan.org beteiligt.

Ausstellung: Mo 19. Januar bis Fr 27. Februar

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Ausstellungen 2014

Vom K.G.B. zum V.B.K. – Eine Spurensuche in Lichtenberg und Wedding

Konsumgenossenschaften_Quelle Julia LazarusKonsumgenossenschaften in Berlin bedeuten zunächst wirtschaftliche Macht, dann politische Zerschlagung: 1863 werden in Berlin die ersten Konsumgenossenschaften gegründet, 1902 schließen sie sich zur »Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung e.G.« (K.G.B) zusammen. Von der neugebauten Zentrale der K.G.B. in Lichtenberg mit eigener Großbäckerei, Wurstfabrik, Lagerhäusern für Textilien, Glas und Keramiken im ausgedehnten Hofbereich werden über 200.000 Mitglieder der Genossenschaft in ganz Berlin versorgt – über allein im Wedding gibt es zwei genossenschaftseigene Kaufhäuser und über ein Dutzend Warenausgabestellen. Unter den nationalsozialistischen Machthabern sind die Konsumgenossenschaften aufgrund ihrer sozialistischen und kommunistischen Weltanschauung massiven Verfolgungen ausgesetzt. Die K.G.B. wird 1935 aufgelöst, das verbliebene Vermögen wird in NS-Organisationen überführt.

Genossenschaftliches Konsumieren bedeutete auch Grenzüberschreitung: Nach dem Zweiten Weltkrieg werden in verschiedenen Berliner Bezirken die Konsumgenossenschaften neugegründet. Den Genossenschaften im französischen Sektor (Wedding und Reinickendorf) wird es gestattet, sich dem »Verband Berliner Konsumgenossenschaften« (VBK) anschließen, der seinen Sitz im Ost-Berliner Bezirk Lichtenberg hat. So kommt es, dass die Weddinger Genoss*innen noch bis 1952 regelmäßig Lebensmittellieferungen aus dem sowjetischen Sektor beziehen.

In ihren großformatigen Fotografien zeigt die Künstlerin Julia Lazarus Spuren des vergangenen genossenschaftlichen Lebens in den Bezirken Wedding und Lichtenberg, die von der Gegenwart überlagert werden.
Julia Lazarus ist Bildende Künstlerin und Filmemacherin. Filme im Vertrieb bei sixpackfilm Vienna und e-flux Berlin/New Yorck.

Unterstützt durch eine Residenz in den Lichtenberg Studios, in Kooperation mit dem Kunst- und Kulturamt Lichtenberg von Berlin und Intervention Berlin e.V. i.G.

Ausstellung: Mo 10. November bis Sa 6. Dezember 2014

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Menschen gegen den Krieg

titel-web-03-2014In den 1910er Jahren war Berlin zugleich Hochburg der Arbeiter/innenbewegung und Zentrum der Kriegsopposition. Im Parlament und auf der Straße, in Betrieben und Kasernen protestierten Berliner/innen gegen Regierung und Militär. Die Ausstellung gibt ihnen mit Fotos und Text Stimme und Gesicht – jenen, die ein Ende des Krieges bereits forderten, bevor er militärisch verloren war: Feministinnen wie Clara Zetkin, Arbeiter/innenvertretern der Revolutionären Obleute wie Richard Müller, Parlamentariern wie Philipp Scheide-mann, Sozialist/innen wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin
In Kooperation mit dem Archiv der sozialen Demokratie / 
Friedrich-Ebert-Stiftung

Ausstellung: Mo 8. September bis Do 2. Oktober 2014

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Gezi: The Beginning

titel-02-2014Vielfalt, Humor und Ausdauer prägten die Proteste, die im Frühsommer 2013 in Istanbul um den Gezi-Park herum stattfanden. Die Ziele der neuen demokratischen Bewegung gehen über den Schutz der Grünfläche im Zentrum der Stadt hinaus: In vielen Städten der Türkei entstanden Foren, in denen seitdem Formen direkter Demokratie erprobt werden. Wir zeigen Arbeiten von Fotograf/innen und Videoaktivist/innen aus Istanbul, die die Tage zwischen dem Einrollen der Bulldozer im Gezi-Park und der Räumung durch die Polizei festhalten: Bilder von Menschen, die Tränengas und Wasserwerfern kreative Aktionen entgegensetzen, mit Entschlossenheit, Poesie und Ironie.

Fotos: Nar Photos, Şahan Nuhoğlu, Ahmet Şık und Nazım Serhat Fırat

Texte: Merve Erol

Videos: Videoccupy

Soundcollagen: Açık Radyo, Simon Art

Ausstellungsdesign: Özlem Yılmaz

In Kooperation mit DEPO / Tütün Deposu İstanbul und Forum Berlin Istanbul

Ausstellung: Mo 12. Mai bis Fr 6. Juni 2014

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titelfoto-web-01-2014 Daima

Frauen | Bewegung | Feminismen | Identitäten

Belächelt und sexualisiert werden – diese Erfahrungen teilen viele Frauen. Was, wenn sich das mit Erfahrungen von Rassismus mischt? In der Veranstaltungsreihe kommen Frauen zu Wort, die all diese Erfahrungen von Ausgrenzung teilen und sich ihnen aktiv widersetzen: durch Kunst, Politik und Zeugnis-Ablegen. In Kooperation mit Witnessed / edition assemblage. Gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen. Ausstellung: Mo 17. Februar bis Fr 28. März 2014 / 
Öffnungszeiten: Mo–Fr 14–18 Uhr

Ausstellungseröffnung & Buchvorstellung am Fr 14. Februar, 18–21 Uhr

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Ausstellungen 2013

Griechisches Leben in Berlin
Griechisches Leben in Neukölln – Eine Momentaufnahme aus der Einwanderungsgeschichte
In Kooperation mit dem Interkulturellen Frauen– und Familienzentrum TO SPITI und mit dem Förderverein TO SPITI e.V.
Fr 18. Januar bis  8. Februar 2013

Frauen im Aufbruch – Politische Plakate 1918-1990
Plakatausstellung des Archivs der sozialen Demokratie
Mo 8. bis Fr 26. April, Öffnungszeiten Mo–Do 14–18 Uhr

Berliner Tatorte
Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
In Kooperation mit ReachOut Berlin
Mo 10. Juni bis Do 27. Juni, Öffnungszeiten Mo–Fr 14–18 Uhr

Mein August Bebel
Bebels Thesen und ihre Aktualität heute
Mo 12. August bis Do 29. August, Mo-Fr 14-18 Uhr

Carlo Levi in Berlin
In Kooperation mit der Stiftung Carlo Levi Matera, der Region Basilikata, der Federazione Italiana Lavoratori Emigrati e Famiglie (Verein italienischer Arbeitsemigranten, FILEF) Lucania und der -Arbeitsgemeinschaft PD Carlo Levi Berlin
Mo 28. Oktober bis Fr 15. November 2013

 

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Ausstellungen 2012

Anders Bauen, Wohnen und Leben in Genossenschaften
Ausstellung und Begleitprogramm in Kooperation mit dem Genossenschaftsforum e.V.
Mo 16. Januar bis So 4. Februar 2012

»This Land Is Your Land« – Woody Guthrie 100. Leben und Werk
Ausstellung und Begleitprogramm in Kooperation mit Lied und Soziale Bewegung e.V.
So 4. März bis Fr 31. März 2012

»Mittenmang: Bürgerschaftliches Engagement – Zuwanderung – Alter«
Von 20 ältere Berliner/innen mit Zuwanderungsgeschichte, die mitten in unserer Gesellschaft leben und sich mit jeder Menge Tatkraft und viel Herzblut einbringen, erzählt die Ausstellung „Mittenmang“.
In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Mo 2. April bis Di 24. April 2012

Solidarität im politischen Wandel:
Die deutsche Sozialdemokratie und der African National Congress (ANC)
Die Anti-Apartheid-Bewegungen in BRD und DDR

Zwei Ausstellungen, ein Programm. In Zusammenarbeit von Friedrich-Ebert-Stiftung und August Bebel Institut
Mi 16. Mai – So 17. Juni 2012 in der Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung
Mo 21. Mai – So 24. Juni in 2012 der Galerie des August Bebel Instituts

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Ausstellungen 2011

Kein Schicksal – Armut wird gemacht
Wie die Millenniumentwicklungsziele die größten Probleme der Menschheit angehen
Ausstellung, Workshop, Podiumsdiskussionen
In Kooperation von Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) und dem August Bebel Institut. Mit freundlicher Unterstützung von: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Evangelischer Entwicklungsdienst, Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin, Stiftung Nord-Süd-Brücken.
Do 27. Oktober bis Do 18. November 2011

Anna Beata Bohdziewicz: Fototagebuch aus Warschau (1991–2011)
Ausstellung und Begleitprogramm in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin e.V.
Fr 23. September bis Fr 21. Oktober 2011

Ein wachsamer Chronist unserer Stadt: Paul Glasers Blick auf Berlin
In Kooperation mit dem Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.
Fr 26. August – Mi 21. September 2011

»22:14 …und es kamen Frauen«
Ausstellung und Begleitprogramm in Kooperation mit der Integrationsbeauftragten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg und dem Nachbarschaftstreffpunkt Huzur.
Fr 27. Mai bis Fr 24. Juni 2011

»Aussen-/Innenansichten«
Ein zeichnerischer Dialog von Schüler/innen und ausländischen Inhaftierten in der Abschiebehaft
Projektrealisierung: Mattia Bier, Künstlerin, in Kooperation mit dem Jugendkulturzentrum Gérard Philippe, Schüler/innen der Sophie Brahe Schule und Inhaftierten der Abschiebehaft Berlin-Köpenick.
Gefördert durch den Berliner Projektfond Kulturelle Bildung und dem Verein Kunst und Knast e.V.
Fr 25. März bis Fr 15. April 2011

»Über(s) Leben« – Tschetschenische Jugendliche in Berlin
Ein Jugendzimmer, eingerichtet und gestaltet von tschetschenischen Jugendlichen
Ausstellung und Begleitprogramm sind Projekte von kulturbewegt e.V. in Zusammenarbeit mit dem August Bebel Institut. Mit freundlicher Unterstützung von: Projektfonds Kulturelle Bildung und dem Fonds Soziokultur
Do 20. Januar bis Do 17. Februar 2011

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Ausstellungen 2010

»Hunger nach Solidarität«
Präsentation eine Plakatwettbewerbes
Ausstellung und Veranstaltungsreihe in Kooperation zwischen dem Solidaritätsdienst International (SODI) und dem August Bebel Institut
14. November bis 3. Dezember 2010

›freedom roads!‹ – Koloniale Straßennamen und Postkoloniale Erinnerungskultur – Geschichte, Kunst und Beteiligung
In Kooperation mit Berlin Postkolonial e.V. und HMJokinen.
27. August bis 3. Oktober 2010

Afrikanische Vielfalt – Die Kunstausstellung zur WM 2010
In Zusammenarbeit mit Narud e.V. und dem Quartiersmanagement Sparrplatz
Mit den Künstler/innen Roukaya Gnandi, Christophe Ndabananiye, Dennis Doe Tamakloe, Nelly Ngono und Mbewou Mamouda
15. Juni bis 10. Juli 2010

Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung »Afrikanische Vielfalt« im Juni 2010: Ingo Siebert, Aziz Lamere, Eva Högl und Joachim Wagner

Station Berlin – Gehst du weg? Kommst du an? Bleibst du hier?
Das Menschenrecht auf Asyl
Ausstellungsprojekt mit Schüler/innen der Rudolf-Diesel-Oberschule,
Berlin Wilmersdorf
7. Mai bis 10. Juni 2010
Weitere Informationen: www.station-berlin.info

Berlin–Istanbul / Lebendige Nachbarschaft
In Zusammenarbeit mit Kolonie Wedding und Förderband e.V.
5. bis 27. März 2010

Bruno Taut – Meister des farbigen Bauens
23. Januar bis 26. Februar 2010

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Ausstellungen 2009

Manfred Hamm: BERLIN – Ansichten einer Stadt
22. Januar bis 14. Februar 2009

Auf gepackten Koffern. Leben in der Abschiebehaft
In Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Berlin
20. Februar bis 12. März 2009

Traumstunden mit Janosch – Radierungen
1. April bis 29. April 2009

Schöne Aussichten: Kunst als Meinungsfreiheit – Klaus Staeck
29. Mai bis 26. August 2009

Eine neue Bibliothek im Herzen des Wedding – Architektur-Entwürfe
4. September bis 1. Oktober 2009

Haymatloz – Exil in der Türkei 1933–1945
In Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum Faschismus und Widerstand
Oktober bis 15. November 2009

Geschichte der Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen des Gesetzes – Hans Scheib
24. November 2009 bis 13. Januar 2010