Programm

Verkehrspolitische Exkursion
Quelle: Jürgen Murach
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Verkehrspolitische Exkursion

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Das August Bebel Institut führt jährlich im Sommer eine verkehrspolitische Exkursion durch. Die Bildungsreise ist vom Land Berlin als Bildungsurlaub anerkannt. Das Thema der Reise 2026 ist »Die Benelux-Staaten: Vorreiter der Europäischen Union im Schienenverkehr sowie in der nachhaltigen Stadt- und Raumplanung«. Sie findet vom 06. – 13. Juni 2026 statt. Personen, die an der Exkursion interessiert sind, können sich gerne schon melden unter: anmeldung@august-bebel-institut.de

Die Bildungsveranstaltung umfasst fünf Tage mit 6-8 Stunden Programm (Montag, den 08.06.2026 – Freitag, den 12.06.2026). Die angrenzenden Wochenenden werden zur klimafreundlichen An- und Abreise mit der Bahn genutzt (Berlin-Amsterdam und Brüssel-Luxemburg-Trier-Berlin).

Die 1944 gegründeten Benelux-Staaten waren Vorreiter der Europäischen Union. Es wurde schon früh das Zusammenwachsen von Regionen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erprobt, in die später auch NRW und Rheinland-Pfalz einbezogen wurden. BENELUX und die Euroregionen mit Westdeutschland sind ein Vorbild für die angestrebte Zusammenarbeit der Hauptstadtregion Berlin mit seinen westpolnischen Nachbarregionen.

Vor dem Hintergrund der hohen Bevölkerungsdichte und der größten Dichte im Schienennetz der EU gibt es zahlreiche Best-Practice-Beispiele auch für die regionale und kommunale Planung in Deutschland. Die Siedlungs- und Raumordnungsplanung ist mit der Entwicklung des Schienennetzes in den Benelux Staaten eng verzahnt. Daher gab es zahlreiche EU-Projekte mit einem Erfahrungsaustausch zwischen Berlin, Amsterdam und Rotterdam. Zwischen Berlin und Amsterdam fand zudem ein umfangreicher Verwaltungsaustausch der Umwelt- und Verkehrsverwaltungen statt.

Ausgehend von der Bürgermeisterin von Amsterdam und dem niederländischen Verkehrsministerium gab es bereits 2018 eine Initiative zur Verbesserung der Bahnverbindungen zwischen Berlin und Amsterdam. Die Bahninfrastruktur westlich von Hannover entspricht nicht den europäischen Standards. Eine Modernisierung wird von der EU-Kommission unterstützt, die diese Verbindung durch die Verlängerung der Rail Baltica über Berlin in das TEN-Vorrangnetz (Nordsee-Ostsee) aufgenommen hat.

Die Exkursion 2025 trug den Titel »’Rail Baltica‘: Das größte Eisenbahn-Infrastrukturvorhaben der Europäischen Union« und fand vom 28. Juni bis 13. Juli 2025 statt. Die »Rail Baltica« ist ein zentrales Infrastrukturprojekt der EU, das Berlin und Brandenburg mit Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen über eine Schnellfahrstrecke in europäischer Spurweite verbindet. Ziel ist, die wirtschaftliche Entwicklung in den strukturschwachen Regionen der EU zu fördern und durch die Verlagerung von Gütern und Personenverkehr auf die Schiene positive Klimaschutz-Effekte zu erzielen. Das Projekt »Rail Baltica« ist Teil der EU-Kohäsionsstrategie und soll langfristig auch Helsinki durch einen Eisenbahntunnel an das europäische Schienennetz anbinden.