About_the_ephemeralDie Ausstellung »Aferim Yavrum – Kleine Gesten der Annäherung« zeigt Bilder, Objekte und Videos der Berliner Künstlerin Silvina Der-Meguerditchian. Sie thematisiert die Last der Erinnerung an die Vernichtung der Armenier_innen in der Türkei und Fragen von Vergebung und Versöhnung. Im Zentrum stehen Notizen und Erinnerungen, die die Künstlerin in den letzten 20 Jahren über positive wie negative Begegnungen mit türkeistämmigen Menschen zusammengetragen hat. Eine Ausstellung über ambivalente Gefühle, das Überwinden von Angst und Vorurteilen und das Hinterfragen eingefahrener Bilder. Über nationale Identität, Zugehörigkeit und die Rolle von Minderheiten in der Gesellschaft.

Silvina Der-Meguerditchian ist 1967 in Buenos Aires geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat u.a. den ersten Armenischen Diaspora Pavillon der 52. Venedig-Biennale kuratiert, war 2014 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya, ist an mehreren Produktionen im Ballhaus Naunynstrasse und im Gorki Theater sowie an den Plattformen www.underconstructionhome.net und www.houshamadyan.org beteiligt.

Ausstellung: Mo 19. Januar bis Fr 27. Februar
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr 14–18 Uhr, Di nach Vereinbarung

Fr 16. Januar, 19–21 Uhr
Aferim Yavrum – Kleine Gesten der Annäherung
Ausstellungseröffnung

Mit: Silvina Der-Meguerditchian (Künstlerin)
Musik: Hanan EL-Shemouty (Qanoun und Gesang)
Grußwort: Dr. Fritz Felgentreu (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Veranstaltungen zum Thema

Do 22. Januar, 19–21 Uhr
Von der Saat der Worte – Hrant Dink
Vortrag und Lesung

Hrant Dink, Journalist und Chefredakteur der Zeitung »Agos«, wurde am 19. Januar 2007 von einem jungen türkischen Nationalisten in Istanbul erschossen. Vor seinem Tod war er Anfeindungen und gerichtlicher Verfolgung durch den türkischen Staat ausgesetzt. In seinen Arbeiten setzte sich Dink für die Rechte der armenischen und anderer Minderheiten ein, stritt für Demokratie und Freiheit. Ein wichtiges Anliegen war ihm, dass die türkische Gesellschaft sich mit den Massakern an den Armenier_innen während des Ersten Weltkriegs auseinandersetzt. Wir lesen und stellen Artikel Hrant Dinks vor.

Mit: Stepan Gantralyan (Musiker und Schauspieler), Günter Seufert (Stiftung Wissenschaft und Politik, Herausgeber von »Hrant Dink – Von der Saat der Worte«), Silvina Der-Meguerditchian (Künstlerin)

Anmeldung erbeten [Y51]

 

Do 12. Februar, 19–21 Uhr
Wohin – Nereye? Verdrängung in Fener-Balat / Istanbul
Film Screening und Projektvorstellung

»Wohin – Nereye?« ist eine theatrale Suche nach den Auswirkungen von Verdrängung im Viertel Fener-Balat in Istanbul.  Menschen armenischer, griechischer und jüdischer Herkunft prägten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Viertel, in den 1970ern kamen Einwanderer_innen aus der Schwarzmeerregion. Heute wüten in Fener-Balat Immobilienspekulation und Kahlschlagsanierung. Basierend auf Interviews z.B. mit dem letzten armenischen Bewohner, mit einer der letzten Schülerinnen der griechischen Mädchenschule und weiteren Bewohner_innen ist ein Kaleidoskop persönlicher Erfahrungen in Fener-Balat entstanden.

Mit: Çağla İlk (Architektin und Kuratorin, büro MILK) und
Silvina Der-Meguerditchian (Künstlerin)

Anmeldung erbeten [Y54]

 

Do 19. Februar, 19–21 Uhr
Osmanisch-Armenisches Leben vor 1915 – zwischen Aufbruch und Gefährdung
Vortrag und Buchvorstellung

Im Osmanischen Reich lebten 2,5 Millionen Armenier_innen, 1,5 Millionen fielen dem Völkermord 1915 bis 1917 zum Opfer. Wie sah armenisches Leben vor dem Ersten Weltkrieg aus? Das internationale Projekt »Houshamadyan« gibt Antworten. Mit wissenschaftlichen und künstlerischen Mitteln will es zu einer Kultur der Erinnerung an armenisches Leben im Osmanischen Reich beitragen. Wir stellen das gleichnamige Buch vor, das Artikel, Fotos und Abbildungen von Fundstücken aus der Zeit versammelt. Und wir berichten über die noch spärliche wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Themas.

Referentin: Elke Hartmann (Historikerin und Islamwissenschaftlerin)

Anmeldung erbeten [Y53]

 

Mi 25. Februar, 18–20 Uhr, anschließend Finissage
Lernen, Verstehen, Erinnern
Handbuch zur Auseinandersetzung mit dem Genozid an den Armenier_innen

Der Abend stellt das pädagogische Handbuch zur  Auseinandersetzung mit dem Genozid an den Armenier_innen 1915/16 vor, das vom Projekt »AG Genozidforschung:  Lernen, Verstehen, Erinnern« vorbereitet wird. Das Handbuch will zur Erinnerung an den Genozid beitragen und zeigt auch die Rolle des Deutschen Kaiserreichs darin auf. Es hilft, das Verhältnis von Geschichte und gegenwärtiger Erfahrung zu verstehen.

Referentinnen: Leman Bilgiç (Europäische Ethnologin) und Handan Kaymak (Pädagogin, Bildungsreferentin). Beide arbeiten im Bildungsteam Berlin-Brandenburg/AG Genozidforschung. Das Projekt wird von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« gefördert.

Anmeldung erbeten bis 21. Februar [Y52]