Ausstellung 25. August bis 21. September 2022 · Öffnungszeiten Di–Fr, 14–18 Uhr

Foto: Philippe Palma

Wie trauern, wie erinnern, wie anerkennen in einem Umfeld, in dem Krieg und Unrecht dominieren? In einem Theater- und Begegnungsprojekt der afghanischen Menschenrechtsorganisation »AHRDO – Afghanistan Human Rights and Democracy Organization« haben sich Angehörige von Opfern des Krieges mit diesen Fragen beschäftigt. Anhand eines »Theaters der Befreiung« luden die Aktivist*innen von AHRDO im ganzen Land Menschen verschiedener ethnischer und religiöser Hintergründe ein, die erlebten Gewalterfahrungen gemeinsam zu bearbeiten. Aus dem Projekt entstanden eine Vielzahl an »Memory Boxes«, in denen persönliche Erinnerungsstücke aus dem Alltag einen öffentlichen Zugang zu den Schicksalen und Geschichten der Opfer eröffnen können.

Die Angehörigen fanden durch das Theaterprojekt und die Erstellung der Memory Boxes einen Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen, gleichsam in der Begegnung mit anderen. Zudem finden die Opfer durch die öffentliche Präsentation der Erinnerungsstücke eine gewisse Anerkennung und »Gerechtigkeit«, die ihnen im Kontext des Krieges sonst nicht zukommen würde. Für das Berliner Publikum bietet die Ausstellung zusätzlich eine gute Möglichkeit, sich ein Jahr nach dem katastrophalen Rückzug des »Westens« und der Rückkehr der Taliban mit der Thematik zu beschäftigen – und sie dadurch vor schnellem Vergessen zu bewahren.

Die Menschenrechtsorganisation »AHRDO – Afghanistan Human Rights and Democracy Organization« arbeitete bis zur Eroberung Kabuls durch die Taliban vor Ort. Die »Memory Boxes« wurden in einem dafür eingerichteten Museum in Kabul ausgestellt, bis die Aktivist*innen des Projekts im letzten Jahr flüchten mussten und über Umwege nach Kanada gelangten.

Mi, 24. August, 19–21 Uhr
Vernissage

Mit: Sophia Milosevic Bijleveld (Spezialistin für Erinnerungskultur, Beraterin beim Aufbau des »Afghanistan Center for Memory and Dialogue«)

Anmeldung erforderlich unter anmeldung [at] august-bebel-institut.de [A50]

Di, 06. September, 19–21 Uhr | Kurzfilm und Gespräch
»Her Dream, Her Pain: Depicted and Quoted«
Blockierte Träume? Perspektiven afghanischer Frauen

Allen Sicherheitsrisiken und ökonomischen sowie traditionellen Herausforderungen zum Trotz haben afghanische Frauen in den letzten zwanzig Jahren vor der Eroberung Kabuls durch die Taliban erhebliche Verbesserungen für ihre Situation erkämpft. Wir zeigen eine Kurzdokumentation, die unmittelbar vor der Machtübernahme gedreht wurde, in der einige gesellschaftspolitisch und unternehmerisch erfolgreiche Frauen und Mädchen ihre Träume und Ängste zum Ausdruck bringen. Anschließend wird über die Situation und Perspektiven von Frauen in Afghanistan in den letzten 20 Jahren und heute sowie die Situation von afghanischen Frauen in Deutschland informiert und diskutiert. Wie können afghanische Frauen besser wahrgenommen und unterstützt werden? 

Mit: Tahora Husaini (Mitbegründerin des Vereins »Frauen für den Nahen Osten e.V.«), Elke Ferner (Vorsitzende UN Women Deutschland), Vertreter*in von Yaar e.V.
Moderation: Carolin Fliegner (Projektkoordinatorin bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken)


Anmeldung erforderlich unter anmeldung [at] august-bebel-institut.de [A51]

Do, 15. Sept., 19–21 Uhr | Lesung und Autorengespräch
»Der längste Krieg –
20 Jahre War on Terror«

In Kooperation mit dem Afghanistan-Komitee für Frieden, Wiederaufbau und Kultur e.V.

Der afghanisch-österreichische Autor Emran Feroz legt in seinem Buch eine scharfsinnige und kritische Analyse der westlichen, insbesondere US-amerikanischen Militäreinsätze in Afghanistan vor. Gegen das Vergessen setzt sich auch Feroz ein und gründete das »Drone Memorial«, eine virtuelle Gedenkstätte für zivile Drohnenopfer.

Mit: Emran Feroz (Journalist, Kriegsreporter, Autor), Hosay Adina-Safi (Erziehungswissenschaftlerin, Universität Hamburg)

Anmeldung erforderlich unter anmeldung [at] august-bebel-institut.de [A52]

Mi, 21. September, 19–21 Uhr
Finissage

Das Programm der Finissage veröffentlichen wir zu gegebener Zeit auf unserer Homepage und unseren Social Media Kanälen.

Anmeldung erbeten unter anmeldung [at] august-bebel-institut.de [A53]