Programm

Datum
Uhrzeit 11:00 – 13:00 Uhr
Veranstaltungsort Der Treffpunkt wird nach der Anmeldung mitgeteilt
Veranstalter August Bebel Institut

Rundgang über den Zentralfriedhof Friedrichsfelde mit der »Gedenkstätte der Sozialisten«

Gedenkstättenführung

Erkundung des Friedhofs der Sozialist*innen | Berlin-Lichtenberg

Der Städtische Friedhof in Friedrichsfelde wurde als Parkfriedhof gestaltet und im Mai 1881 »offen für alle Bekenntnisse und sozialen Schichten« eingeweiht. Gestaltet wurde er von Stadtgartendirektor Hermann Mächtig. Seit der Beisetzung des Mitbegründers der SPD Wilhelm Liebknecht am 12. August 1900 entwickelte er sich zum bevorzugten Begräbnisort führender Vertreter*innen der Arbeiter*innenbewegung. Viele aus der Gründergeneration der deutschen Sozialdemokratie und der Gewerkschaftsbewegung wollten in der Nähe von Liebknecht beigesetzt werden. Mit der Bestattung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sowie weiterer Opfer der blutigen politischen Auseinandersetzungen im Januar 1919 entstand im hinteren Teil des Friedhofs eine Gedenkstätte der KPD und ihrer Anhänger. Dort wurde 1926 das »Revolutionsdenkmal« von Ludwig Mies van der Rohe eingeweiht (und 1935 von den Nazis abgerissen). Die 1951 im vorderen Teil eröffnete »Gedenkstätte der Sozialisten« repräsentiert wiederum das ideologische Selbstverständnis der SED von der Geschichte der deutschen Arbeiter*innenbewegung. In ihrer Widersprüchlichkeit und Instrumentalisierung von Gedenken ist die Anlage ein Dokument deutscher Geschichte. Darüber hinaus bietet der Zentralfriedhof als letzte Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur (z.B. Käthe Kollwitz) ein Spiegelbild politischer und geistig-kultureller Strömungen des 20. Jahrhunderts.