Eingliederungshilfe ermöglicht Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lebensplanung und -führung, indem sie ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben der Gesellschaft fördert. Auf Bundes- und Länderebene werden jedoch im Rahmen ihrer Reformierung Einsparungen diskutiert, die die selbstbestimmte Teilhabe gefährden. Aus dem Rechtsanspruch auf Teilhabeleistungen je nach der jeweiligen Beeinträchtigung und dem individuellem Bedarf droht eine Versorgung nach Haushaltslage und auf Zuteilung durch die steuernden Institutionen zu werden. Die Lebensplanung der Betroffenen wäre massiv eingeschränkt.
Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie die Reform der Eingliederungshilfe als zentrale Aufgabe der Landes- und Kommunalpolitik gestaltet werden kann. Berlin gilt als Hauptstadt der Inklusion. Wie können wir trotz oder gerade mittels Reform die bisherigen Fortschritte in der Eingliederungshilfe sichern und ferner noch bedarfsgerecht weiterentwickeln? Es ist höchste Zeit, die Eingliederungshilfe aus der Sicht der Betroffenen (und ihrer Angehörigen) neu zu diskutieren: Wie könnte sie noch mehr Selbstbestimmung und Teilhabe und gleichzeitig mehr Effizienz und weniger Bürokratie sicherstellen? Aktuelle Reformvorschläge sehen einen „Fonds Soziales Berlin“ nach Wiener Vorbild vor.
Zum Auftakt der Podiumsdiskussion geben zwei Fachinputs einen Überblick über den aktuellen Stand, gefolgt von einem Ausblick zu Mehrwert und Nutzen des möglichen „Fonds Soziales Berlin“ nach Wiener Modell.
Unsere Podiumsgäste aus Selbstvertretungsorganisationen, Betroffenenverbänden und aus der Politik sprechen über Perspektiven und konkrete Schritte zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.